Bürgerinitiative sagt "Nein" zum neuen Logistikgebiet

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Einige der Mitglieder der neuen Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Neu-Eichenberg“ nach ihrer Gründung im Hebenshäuser Hofprojekt.

"Nein" zum neuen Logistikgebiet sagen rund 40 Bürger aus Neu-Eichenberg und angrenzenden Gemeinden aus dem Dreiländereck. Am vergangenen Sonntag gründeten sie eine Bürgerinitiative (BI) für ein lebenswertes Neu-Eichenberg.

Neu-Eichenberg - Die Bürgerinitiative (BI) für ein lebenswertes Neu-Eichenberg hat sich Sonntagnachmittag in Hebenshausen mit 40 Mitgliedern aus Neu-Eichenberg und angrenzenden Gemeinden aus dem Dreiländereck gegründet.

Erhaltung der Lebensqualität

Zweck der neuen BI ist die Erhaltung der Lebensqualität in der Region und Verhinderung des Logistikgebietes in Neu-Eichenberg. Bereits seit einigen Monaten treffen sich Gegner des vom Gemeinderat geplanten Logistikgebietes in Themenwerkstätten, in denen alternative Vorschläge für die jetzigen Agrarflächen thematisiert werden. Die Gegner wurden durch den Presseartikel über den getätigten Verkauf der 80 Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche südlich von Hebenshausen an die im Rhein-Main-Gebiet ansässige Dietz AG überrascht und beschlossen daraufhin, sich in einer Bürgerinitiative zu organisieren, um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen. Dr. Christoph Schade, Sprecher der BI, erklärt: „Wir wenden uns gegen dieses Verständnis von demokratischen Umgang. Es gab bislang keine Bürgerversammlung zum Thema und wenn die 80 Hektar der Dietz AG verkauft werden, entscheidet sie ganz allein über die weitere Entwicklung des ehemals öffentlichen Eigentums. So haben wir Bürger keinerlei Mitbestimmung mehr über das, was vor unserer eigenen Haustür passiert und werden mit bis zu 16 Meter hohen Metallhallen zugebaut.“ Geplant sind, laut Auskunft der Dietz AG, bis zu 350.000 Quadratmeter Hallenfläche. Er befürchtet, wie auch seine Mitstreiter, einen massiven Anstieg des Verkehrs, Luft- und Lärmbelästigung, Umweltbeeinträchtigungen und einen generellen Verlust an Lebensqualität.

Den Blick auf Friedland gerichtet

Dr. Schade war bereits 2003 gegen den damals geplanten „Magna Park“ aktiv. Er berichtet, dass die Gemeinde Friedland damals nach zwei unabhängigen wirtschaftlichen Gutachten wieder von ihrer Unterstützung abgerückt sei. Daraus leitet Dr. Schade ab, dass auch durch die jetzigen Planungen kaum nennenswerte Einnahmen in die kleine Gemeinde fließen würden: „Es gibt wahrscheinlich eine Grundsteuerbefreiung und die Gewerbesteuereinnahmen richten sich nach Anzahl und Qualität der Arbeitsplätze. Hiervon werden sehr wenige geschaffen und diese befinden sich aus unserer Erfahrung im Austausch mit anderen von Logistikparks betroffenen Gemeinden eher im Niedriglohnsektor. Die Rede von 1.000 Arbeitsplätzen ist verantwortungsloses Wunschdenken. Oftmals dienen diese Art von Immobilien als reines Subventionsgrab und stehen nach fünf Jahren leer.“ Er sei seit dem Widerstand gegen den damaligen Magnapark sehr aufmerksam für das Thema und hat in den letzten 15 Jahren verschiedene Logistikparks in ihrer Entwicklung beobachtet, kennt viele Beispiele für Leerstand.

Caroline Benzinger, Sprecherin der Bürgerinitiative meint: „Selbst wenn wir es nicht schaffen, den Park komplett zu verhindern, werden wir uns vehement für die Einhaltung der baulichen Vorgaben aus dem früheren Bebauungsplan einsetzen. “

Weitere Informationen und Kontakt unter www.ned-bleibt-ok.de

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