Neue Infotafel soll auf Vergangenheit des Kolonialschul-Gründers Fabarius hinweisen

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Die Studentinnen (v.li.) Hanna, Ines und Elisabeth brachten zusammen mit Prof. Dr. Werner Troßbach die ergänzende Info-Tafel an der Fabarius-Büste an.

Mit einer zusätzlichen Infotafel wollen Teilnehmer des Seminars zur Geschichte der Deutschen Kolonialschule Witzenhausen auf die umstrittenen Lehren des Gründers der Kolonialschule hinweisen und damit einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit der kolonialen Stadtgeschichte leisten.

Witzenhausen. „Fabarius verbreitete Rassismus und unterstützte die auf Unrecht und Gewalt gegründete Kolonialexpansion des deutschen Imperialismus massiv. Ehrendes Andenken gebührt den Opfern des Kolonialismus weltweit.” Mit diesen Worten wollen die Teilnehmer des Seminars zur Geschichte der Deutschen Kolonialschule Witzenhausen auf die umstrittenen Lehren des Gründers der Kolonialschule Witzenhausen Ernst Albert Fabarius hinweisen. Die Büste im Innenhof des Unigebäudes in der Steinstraße ist in der Stadt sehr umstritten und sorgt für kontroverse Diskussionen. Die Idee zu der ergänzenden Infotafel sei im Rahmen eines Seminars von Prof. Dr. Werner Troßbach zur Agrargeschichte am Standort Witzenhausen entstanden, berichtet Studentin Ines, die sich zusammen mit weiteren Studenten zu der Gruppe „witzenhausen postkolonial” zusammengeschlossen hat.

Die ergänzende Tafel sei aus den Perspektiven der Seminarteilnehmer, ein erster wichtiger Beitrag auf dem Weg einer unreflektierten Heroisierung, Relativierung und Rechtfertigung des gesamt-europäischen Kolonialismus und seinen Folgen entgegenzuwirken. „Unserer Meinung nach sollte die Geschichte des Standortes aufgearbeitet werden und in die aktuellen Diskurse einfließen. Wir freuen uns, dass mit der Ergänzungstafel eine kritische Perspektive auf die Geschichte des Standortes öffentlich wird und wollen uns weiterhin engagieren.“ „Vor dem Hintergrund, dass die Professur für Agrargeschichte am Standort Witzenhausen in naher Zukunft wegfallen soll, sehen die Mitglieder von „witzenhausen postkolonial” eine Fortführung der Debatten als besonders wichtig. Denn gerade Agrargeschichte sei schon immer Globalgeschichte und Globalgeschichte vor allem immer auch Agrargeschichte gewesen.

Um einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit der kolonialen Stadtgeschichte zu leisten, bieten die Studierenden auch einen postkoloniale Stadtrundgang an. Dieser ist für Gruppen bis 20 Personen auslegt, kostet 100 Euro und dauert etwa zweieinhalb Stunden. Die Anmeldung erfolgt über stadtrundgang@riseup.net.

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