Neue Stolpersteine in Eschwege verlegt

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(V.li.) Arne und Poule Müller sind die Urenkel von Nanny Steindler. Sie sind aus Dänemark angereist, um beim Einbau des Stolpersteines für ihre Urgroßmutter dabei zu sein.

Im Alten Steinweg, in der Hindenlangstraße und in der Forstgasse in Eschwege wurden in den letzten Tagen neue Stolpersteine verlegt.

Eschwege - Im Alten Steinweg 23, in der Forstgasse 13 und in der Hindelangstraße 1a wurden in den letzten Tagen neue Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Nanny Steindler, die im Alter von 88 Jahren nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet wurde. Im selben Haus wohnten auch ihre Tochter mit ihrem Ehemann, zu denen sie zwei Jahre vorher gezogen war.

Ihre Urenkel, Arne und Poul Müller waren zur Verlegung des Stolpersteines aus Dänemark angereist. Poul Müller schilderte in seiner Rede kurz das weitere Schicksal der Familie. Von den sechs Kindern von Nanny Seindler überlebte nur ihre Tochter Frieda, die in die USA floh. „Es ist ein sehr emotionaler Moment für mich“, sagte er.

Zu Beginn der Nazi-Diktatur lebten vier Generationen der Familie in Eschwege, nur wenige haben überlebt und ihre Nachfahren leben heute in Dänemark, Shanghai, Großbritannien, Israel, USA, Schweden und Portugal, berichtete Poul Müller. „Man sollte heute daran erinnern, dass es in vielen Ländern Wartelisten für Flüchtlinge aus Deutschland gab und dass es auch einige Länder gab, die ihre Grenzen für die Verfolgten geschlossen haben. Auch aus diesem Grund sind viele Menschen in meiner Familie gestorben“, mahnte der Urenkel. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zitierte Poul Müller den Talmud.

In der Forstgasse lebte das Ehepaar Narewcewitz mit ihrem 7-jährigen Söhn und der Großmutter. Erich Narewcewitz war Studienrat an der Friedrich-Wilhelm-Schule und musste 1936 seine Stelle aufgeben. Auch sie wurden nach Theresienstadt deportiert. Erich Narewcewitz und seine Mutter worden dort ermordet, seine Ehefrau und sein Sohn wurden befreit und übersiedelten nach Neuseeland, wo der Sohn heute noch lebt. Der Zahnarzt Dr. Georg Narewcewitz führte in der Friedrich-Wilhelm-Straße seine Praxis. 1936 verließ er mit seiner Ehefrau und den beiden Töchter Eschwege aus wirtschaftlichen Gründen. 1939 gelang ihnen die Flucht nach England.

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