Nur noch 60 Jahre...

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Werra-Meißner/Hann. Münden. Umweltministerium und Kali+Salz stellen Maßnahmenpaket vor: Demnach sollen Werra und Weser im Jahr 2075 salzfrei sein

Werra-Meißner/Hann. Münden. Das Land Hessen hat sich mit dem Rohstoffunternehmen K+S auf einen Vier-Phasen-Plan zur dauerhaften Salzabwasser-Entsorgung im Werra-Kalirevier verständigt. Die am Montag von Umweltministerin Priska Hinz (GRÜNE) gemeinsam mit dem K+S-Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner in einer gemeinsam verfassten Pressemitteilung vorgestellten Eckpunkte umfassen einen Regelungszeitraum bis zum Jahr 2075.

Der Maßnahmenplan sieht hiernach vier wesentliche Schritte vor. In der ersten Phase soll bis Ende 2017 eine neue Anlage die von Kali+Salz produzierte Salzabwassermenge um 1,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr verringern. Seitens der Genehmigungsbehörde ist beabsichtigt, K+S eine befristete Versenkerlaubnis bis Ende 2021 zu erteilen. Die Oberweser-Fernleitung wird geplant und umgesetzt.

Oberweser-Pipeline soll realisiert werden

Zu Beginn der zweiten Phase wird die bis 2060 befristete Oberweser-Fernleitung in Betrieb genommen. Parallel dazu wird die Versenkung in den Untergrund beendet. Gleichzeitig werden die Grenzwerte zur Einleitung in die Werra im Vergleich zur ersten Phase reduziert: Der Grenzwert von Chlorid von 2.500 mg/l auf 1.700 mg/l, Kalium von 200 mg/l auf 150 mg/l und Magnesium von 340 mg/l auf 230 mg/l. Bis Ende 2032 schließt K+S die Erprobung der Haldenabdeckung beziehungsweise von gleichwertigen Verfahren zur Verringerung des Haldenwasseranfalls ab.Phase Drei markiert (Ende 2032 bis Ende 2060) die Einstellung Rohsalzaufbereitung am Standort Unterbreizbach/Thüringen wird aller Voraussicht nach im Jahr 2032 eingestellt. Dies verringert die Produktionsabwässer um eine weitere Million Kubikmeter.

Werk Werra wird geschlossen

Zu Beginn der vierten Phase im Jahr 2060 wird mit Erschöpfung der Lagerstätten die Kaliproduktion des Werkes Werra eingestellt. Die Abdeckung von 60 Prozent der Haldenfläche wird abgeschlossen sein. Diese Maßnahme senkt das Haldenabwasser auf 1,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr bis spätestens 2075. Die Oberweser-Fernleitung wird außer Betrieb genommen – sie wird überflüssig, denn die Werra erreicht mit Ablauf der Phase Vier Süßwasserqualität.

Diese Eckpunkte sollen in den nächsten Wochen in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag ausgearbeitet und festgeschrieben werden. Umweltministerin Priska Hinz macht deutlich: "Wir haben es geschafft, erstmals eine dauerhafte Lösung für diese jahrelang ungelöste Problematik vorzulegen. Mit dem Vier-Phasen-Plan wird in Werra und Weser wieder Süßwasserqualität hergestellt werden."K+S-Vorstandschef Steiner betonte am Montag: "Heute ist ein guter Tag für unsere Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und die vielen mit K+S verbundenen Arbeitsplätze in der Werra-Region: Das Land Hessen und K+S haben sich auf einen Rahmen verständigt, der den dortigen Kalibergbau langfristig und unabhängig von politischen Konstellationen ermöglichen soll", heißt es.

Investitionen von 400 Millionen Euro

Mit den aktuellen Vereinbarungen werde K+S insbesondere in den Jahren 2018 bis 2021 noch einmal rund 400 Millionen Euro investieren, zusätzlich zu den umfangreichen Maßnahmen zum Gewässerschutz seit 2008, heißt es weiter. Ein erheblicher Teil davon fließe in die Planung, den Bau und den Betrieb einer befristeten Ergänzungsleitung an die Oberweser, die Ende 2021 in Betrieb gehen soll und als Ergänzung der lokalen Einleitung in die Werra bis zum Ende der Produktionszeit einen Teil der Salzabwässer des Werkes Werra transportieren werde. Um das Haldenabwasser langfristig zu reduzieren, sollen die Halden abgedeckt werden.

"Es wurde vereinbart, dass K+S zur Umsetzung dieser Maßnahmen Investitionen im Umfang von 400 Millionen Euro tätigt. Der Landeshaushalt wird dabei mit keinem Euro belastet. In der Lösung des Abwasserproblems gilt unumstößlich das Verursacherprinzip", so Ministerin Hinz. Steiner unterstrich: "Wir haben die Grundlage für einen Maßnahmenplan geschaffen, der die Entsorgungsfragen der nordhessischen Kali-Standorte ein für alle Mal beantworten soll. Vor diesem Hintergrund sind wir bereit, die erheblichen zusätzlichen Aufwendungen, die eine enorme wirtschaftliche Herausforderung für uns sind, auf uns zu nehmen", resümiert Umweltministerin Hinz die Bedeutung des Vier-Phasen-Plans zur dauerhaften Salzabwasser-Entsorgung.Ziel sei es, den Naturraum Werra-Weser im Sinne der Umwelt und des europäischen Wasserrechts weiter zu entlasten und die Zukunftsfähigkeit der Arbeitsplätze und der Kali-Standorte in Nordhessen zu sichern.

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