Ist noch Schriftführerin beim Rommé: Anne Wicht aus Reichensachsen feiert 100. Geburtstag

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(V.li.) Die Kreisbeigeordnete Heike Nölke überbrachte die Glückwünsche des Landkreises zum 100. Geburtstag. Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich gratulierte im Namen der Stadt und Anne Wicht (mitte) und ihre Tochter Barbara Krebs nahmen diese guten Wünsche gerne entgegen. Am Wochenende wurde in der Stadthalle in Eschwege noch einmal mit allen Verwandten und Freunden gefeiert.

Anna Wicht wohnt seit einem Jahr in Reichensachsen. Am Donnerstag feierte die gebürtige Berlinerin mit ihrer Tochter, weiteren Verwandten und Freunden ihren 100. Geburtstag.

Reichensachsen - Seit gut einem Jahr lebt Anna Wicht in Wehretal Reichensachsen mit ihrer Tochter Barbara Krebs zusammen und sie ist sehr zufrieden mit ihrer neuen Heimat. „Ich hab schon überall gewohnt, hier finde ich es schön“, sagte die 100-Jährige. Aus der Hauptstadt ist sie nach Reichensachsen gezogen, in Berlin hatte sie im Bezirk Tempelhof seit 1954 in der selben Wohnung gelebt. Die Berliner Bau- und Wohnungsgesellschaft 1892 hatte sie kurz vor ihrem Auszug 2019 noch als am längsten in einer Wohnung lebende Mieterin geehrt.

Geboren wurde Anne Wicht in Konitz in Westpreußen. Mit zwei Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Potsdam und dann nach Berlin. Dort wuchs sie als jüngstes von fünf Geschwistern auf. Sie erinnert sich gerne daran, wie sie auf den Hinterhöfen der Stadt mit ihren Kameraden spielte. Die sportliche Anne war außerdem eine leidenschaftliche Geräteturnerin. Mit vierzehn Jahren musste sie von der Jugendorganisation der Nazis aus, dem BDM (Bund Deutscher Mädel) zum Arbeitseinsatz auf einen Bauernhof ins Umland von Berlin. Dieser Einsatz dauerte so lange, dass ihr die Eingewöhnung in die Familie schwer fiel, berichtet sie im Rückblick. Im Alter von 18 Jahren lernte sie ihren späteren Ehemann, Karl Frickel, kennen und schnell nach der Hochzeit kamen die beiden Töchter Barbara und Jutta zur Welt. Nur vier Jahre später starb zuerst Karl Frickel und kurz danach auch Annes Vater. Deshalb zog sie mit ihren Töchtern zu ihrer Mutter in deren eineinhalb-Zimmer-Wohnung.

1954 zog sie in eine eigene Wohnung, aus der sie im vergangenen Jahr auszog. Bis zu ihrem Ruhestand mit 58 Jahren arbeitete sie bei der Landesversicherungsanstalt in Berlin. Mit Anfang 30 lernte sie Heinz Wicht, ihren zweiten Partner kennen, den sie mit 67 Jahren heiratete. Beide verband eine Leidenschaft für das Reisen, besonders Griechenland haben sie als Reiseziel oft besucht. 1999 starb Heinz Wicht, seit dieser Zeit lebte sie allein in Berlin, denn beide Töchter hatte es aus der Hauptstadt weggezogen. Inzwischen ist die Seniorin in Reichensachsen gut angekommen. Sie besucht einmal wöchentlich die Kochgruppe, den Kochen macht ihr immer noch Spaß. Einmal in der Woche kommt eine Seniorenbetreuerin und geht mit ihr spazieren oder spielt Spiele. Der Friseurbesuch mit ihrer Tochter und das anschließende Essen gehen ist zweifellos auch ein Highlight der Woche für beide. Alle 14 Tage ist sie Schriftführerin bei der Rommeè-Runde ihrer Tochter. „Ich wünsche ihr, dass sie noch lange so gesund bleibt und bewundere ihre Ruhe und Ausgeglichenheit und ihren Sinn für Humor“, sagt Barbara Krebs.

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