Notfall-Notebook mit Patientendaten aus Klinik in Hessisch Lichtenau geklaut

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Notfall-Notebook mit Patientendaten aus Orthopädischer Klinik geklaut.

Ein Notebook für Notfälle ist von unbekannten Tätern aus einem gesonderten Bereich geklaut worden 

Hessisch Lichtenau. Ein Notfall-Notebook  mit rund 5.000 Patientendaten wurde an der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau geklaut. Darauf enthalten sind Daten wie Name, Geschlecht oder Geburtsdatum und Informationen zur Behandlung. Telefonnummern und Adressen oder gar Ausweisdaten sind nicht darin enthalten.

Die Klinik hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Vor wenigen Tagen war der Klinik ein Notfall-Notebook aus der Intensivstation entwendet worden. Nach dem aktuellen Kenntnisstand ging es der Täterin oder dem Täter in erster Linie um das High-TechGerät und nicht um Patientendaten, die darauf abgelegt waren.

In den vergangenen Monaten waren der Klinik bereits eine teure Schlucksonde und ein noch nicht verbauter leerer Tresor gestohlen worden. Diebstähle von medizinischem Gerät und Ähnlichem treten derzeit gehäuft auf. Bundesweit fahndet die Polizei nach organisierten Tätergruppen, die in Kliniken wertvolles Inventar entwenden.

Die Orthopädische Klinik Hessisch Lichtenau hat ihre Mitarbeiter für dieses Thema sensibilisiert und auch die Bediensteten der Pforte entsprechend informiert. Beim Notfall-Notebook hatte der Diebstahl neben dem Verlust des Gerätes einen weiteren unerfreulichen Effekt: Auf dem Notebook waren auszugsweise Daten von rund 5.000 Patienten hinterlegt – und zwar maximal über die letzten fünf Tage des Behandlungszeitraumes. Es handelt sich um Patienten, die von Anfang 2018 bis April 2019 zur stationären Behandlung in der Orthopädischen Fachklinik waren.

Das Notebook ist vermutlich am Mittwoch oder Donnerstag vor Ostern entwendet worden. Die Klinik informierte umgehend die zuständige Aufsichtsbehörde der EKD in Dortmund und mit einem Schreiben alle betroffenen Patienten. Zusätzlich wurde für Fragen eine Hotline eingerichtet.

Klinik-Geschäftsführer Matthias Adler betont: „Die Sicherheit der Patientendaten ist uns sehr wichtig. Als komplett digitales Krankenhaus haben wir dafür besondere Vorkehrungen getroffen. Leider sind auch wir nicht gegen jeden kriminellen Akt gefeit.“ So stand das Gerät in einem nicht allgemein zugänglichen Raum und war mit einem Passwort gesichert.

„Wir haben sehr hohe Sicherheitsstandards – und machen uns natürlich Gedanken, wie wir diese weiter ausbauen können. Deshalb prüfen wir bereits die Umsetzung weiterer Verbesserungen“ , sagt Adler abschließend.

Hotline für Betroffene

Die Hotline für Betroffene (Telefonnummer: 05602 / 831375) ist bis Freitag, 17. Mai, täglich von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr zu erreichen. Hintergrund:

Warum gibt es in der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau ein Notfall-Notebook?

Persönliche Daten der Klinik-Patienten werden zuerst einmal digital in einer Datenbank gespeichert. Dieses Krankenhausinformationssystem (KIS) ist nicht betroffen. Zur Sicherheit der Patienten legt die Klinik zusätzlich eine PDF-Datei an. Sie stellt einen teilweisen Auszug von Daten aus dem KIS dar.

Dieses PDF wird auf einem Notfall-Notebook hinterlegt. Die Datei enthält Daten wie Name, Geschlecht oder Geburtsdatum und Informationen zur Behandlung.

Die Adressen der Patienten oder die Telefonnummern etc. sind darauf nicht gespeichert. Ebenso wenig wie deren Personalausweis- oder Sozialversicherungsnummer. Solch eine PDF-Sicherung ist für den Notfall unverzichtbar und stellt eine zusätzliche Sicherheit für Patienten dar.

Denn jeder kann theoretisch zu einem Notfall-Patienten werden. Sollte einmal der Zugang zum digitalen Krankenhausinformationssystem (z.B. aufgrund eines Server-Ausfalls, einer externen Störung oder eines Datenbankfehlers) nicht möglich sein, muss auch dann die Versorgung der Patienten jederzeit gesichert sein. In diesem Fall kann der behandelnde Arzt auf die Dokumentation im Notfall-Notebook zurückgreifen.

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