Promensgelände-Bewohner werben für mehr Verständnis

Zu einem Tag der offenen Tür mit Kaffee und Kuchen haben die Bewohner und Nutzer des ehemaligen Promensgeländes in Unterrieden die Dorfgemeinschaft eingeladen. Der Einladung folgten trotz eines starken Regenschauers etwa 30 Unterriedener, unter ihnen auch die Ortsvorsteherin Sylvia Müller.

Unterrieden. Anlass für die Veranstaltung war der Konflikt rund um eine von Studenten organisierten „Orientparty“, die Ende Juni stattgefunden hatte. Anwohner fühlten sich dadurch in ihrer Nachtruhe gestört, trotz Polizeieinsatz und mehrmaliger persönlicher Aufforderung durch Nachbarn auf der Party selbst, wurde die Musik bis halb acht Uhr morgens nicht nennenswert leiser gedreht. Es war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und derzeit für Unmut in der Unterriedener Dorfgemeinschaft sorgt: Viele Anwohner fühlen sich durch Musik, Bauaktivitäten und Partys in verschiedenen WGs im Ort besonders in den Sommermonaten gestört. Laut Kommentaren in sozialen Netzwerken, sei es nicht möglich, mit den Verursachern ins Gespräch zu kommen, teilweise wären sie sogar ausgelacht worden, wenn sie auf ihr Ruhebedürfnis aufmerksam gemacht hätten.

Promensgeländebewohner weisen Schuld von sich

Auf dem Promensgelände, welches erst seit dem vergangenen Jahr von vier Wohnparteien bewohnt und als Schrauber- und Bauwagenwerkstatt genutzt wird, sowie einen Sportraum und Ateliers beherbergt, konzentriert sich in der Wahrnehmung der Nachbarschaft die Quelle des Lärms. Die Bewohner dort wiederum bemängeln, dass ihnen undifferenziert verschiedenes angelastet wird, womit sie gar nichts zu tun haben. So habe die „Orientparty“ in einer WG um die Ecke stattgefunden und nicht bei ihnen auf dem Gelände. „Wir wollen auf jeden Fall in Kommunikation gehen und daher laden wir heute alle ein, mit uns direkt zu sprechen und sich ein Bild von unserem Leben hier zu machen.“ meinte Bewohnerin Leah Frank, die mit ihren zwei Töchtern im Februar auf das Gelände gezogen ist. „Viele denken, hier leben nur Studierende, aber wir haben hier auch Rentner, Handwerker, Imker, und einen Töpfer.“ Frank ist es wichtig klarzustellen, dass die Promensgeländebewohner sich nicht als geschlossene Gruppe sehen: „Wir teilen einige Bereiche unseres Lebens, einige mehr, andere weniger, aber leben im Prinzip auch eher als eine vielfältige Nachbarschaft zusammen, die Interesse hat, mit der darum liegenden Nachbarschaft in gutem Austausch zu stehen.“

Chancen nutzen und Gespräche führen

Müller nutzte die Chance: „Ich habe heute Leute kennengelernt, die ich bisher noch nicht kannte. Auch die Schrauber, die wohl auch zum Unmut einiger Anwohner beigetragen haben, habe ich kennengelernt und mit ihnen gesprochen bezüglich Sonntags- und Feierabendruhe. Ich hatte tolle Gespräche. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt.“ Sie selbst habe ja erst am Sonntag nach der „Orientparty“ von diesem „anscheinend schon seit letzten Herbst schwelenden Konflikt mitbekommen. Ich habe dann sofort den Bürgermeister und das Ordnungsamt eingeschaltet, und der Bürgermeister hat auch dafür gesorgt, dass der Dekan der Uni und Studienkoordinator Holger Mittelstraß informiert werden, um entsprechend auf die Studenten einwirken zu können. Und ich stehe auch weiterhin für alle Parteien als Ansprechpartnerin zur Verfügung.“

Mehr Toleranz und Kommunikation

Müller plädiert für mehr Toleranz und Kommunikation miteinander. Reibung zwischen Älteren und Jüngeren seien bisweilen normal, dennoch müsste alles im Rahmen bleiben und respektvoll. Sie ermutigt Nachbarn, Anlässe für Ärger zu dokumentieren: „Nicht um sie auf Facebook zu posten, sondern um faktenbasierte Grundlagen zu schaffen, mit denen wir dann konkreter umgehen können.“

Rubriklistenbild: © Hable

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