Osterhasen-Aktion soll auf Glücksspielsucht aufmerksam machen

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Die Hessenweite Osterhasen-Aktion soll die Bevölkerung auf die Glücksspielsuch aufmerksam machen.

Eschwege. Nach Angaben der Fachberatung für Glücksspielsucht in der Fachstelle für Suchthilfe und Prävention werden in Eschwege monatlich 333.000 Euro an Geldspielautomaten verspielt – beinahe der Wert eines Einfamilienhauses. Um auf das Thema Glücksspielsucht aufmerksam zu machen, organisiert die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) seit 2009 eine hessenweite Aktion, die seitdem jährlich im Herbst stattfindet. Dieses Jahr sorgte die Schokoladen-Osterhasen- Aktion auf dem Marktplatz in Eschwege für Aufsehen. Dort wurden insgesamt 160 Osterhasen aufgestellt, die als  Kundgebung an interessierte Bürger verteilt wurden. Jedem Hasen war eine Textkarte angehängt, die auf die örtliche Beratungsstelle hinwies.  Um ihr Anliegen an die politischen Entscheidungsträger weiterzugeben, trafen sich Eva Bohr und Harald Nolte von der Fachstelle für Sucht und Prävention im Vorfeld mit Bügermeister Alexander Heppe, Stadtrat Rainer Brill, Kai Siebert von der Kreisjugendförderung, Diakoniepfarrer Dr. Lothar Killian und Felix Martin von den Grünen in Vertretung für Sigrid Erfurth, um ihre Punkte darzulegen.

Kein einheitliches Sperrsystem

Das Beratungsangebot in Eschwege sei gut angenommen, auch das Sperrsystem, welches es Betroffenen ermöglicht, sich in Spielhallen registrieren zu lassen und sich somit für das Spielen sperren zu lassen,  wurde in Hessen bereits von 10.000 Freiwilligen genutzt, informierte Eva Bohr. Für Gaststättenautomaten gilt diese Sperre jedoch nicht.  Problematisch ist auch weiterhin die Uneinheitlichkeit über die Landesgrenzen hinaus. So ist das Sperrsystem nur in Hessen gültig,  und

Abhängige  können problemlos in angrenzende Bundesländer ausweichen. Die Fachberatung appeliert daher an die Politik, entsprechende Maßnahmen zu formulieren, um den besorgniserregenden Anstieg von Abhängigen zu regulieren.  Der Wille, gemeinsam politische Maßnahmen für Suchtprävention zu finden, ist seitens des Kreises vorhanden. Eine Änderung bezüglich der zu vergebenen Konzessionen ist bereits erfolgt, hier endet die Frist 2017. Bis dahin wird es Konzessions-Verlagerungen geben."Es geht nicht darum, Verbote zu schaffen, sondern das Bewusstsein für die Gefahr zu schärfen”, so Heppe.

Risikogruppe

Das Hauptrisikopotential liegt bei Männern zwischen 18 und 22 Jahren. "Die Verlockungen, eine Spielhalle zu besuchen, nimmt durch den Wandel dieser Hallen immer mehr zu, daher ist es sehr wichtig, auch Prävention an Schulen zu betreiben”, so Harald Nolte. Weiterhin sei dies auch bei Sportvereinen sehr sinnvoll. Auch die Jugendförderung Eschwege soll stärker  in die Arbeit der Fachstelle für Prävention miteinbezogen werden. Mit dem Motto "Osterhasen im September sind so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto”,  sorgt die Aktion mit aufmerksamkeitserregenden Osterhasen zumindest für einen Anfang in Sachen Vorbeugung zur Glücksspielsucht.

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