Oualid Hachani betreibt Werra Kick TV und setzt die Akteure richtig in Szene

Oualid Hachani bei der Aufzeichnung eines Spiels. Die Nachbearbeitung des Materials beträgt rund fünf bis sechs Stunden.
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Oualid Hachani bei der Aufzeichnung eines Spiels. Die Nachbearbeitung des Materials beträgt rund fünf bis sechs Stunden.

Seit sechs Jahren erstellt Oualid Hachani unentgeltlich Videos von den Fußballspielen im Werra-Meißner-Kreis. Ein Video hat ihn schon nach Dortmund verholfen

Werra-Meißner. Er ist dort Zuhause, wo Fußball gespielt wird und die meisten Fußballer im Werra-Meißner-Kreis dürften seine Arbeit kennen, seinen Namen vielleicht noch nicht. Oualid Hachani ist nicht das Gesicht des Fußballs, sondern er gibt denen ein Gesicht, die auf dem Platz stehen und von denen sonst nur in der Zeitung zu lesen ist.

Seit dem 1. Januar betreibt er „Werra Kick TV“ auf facebook und youtube. Dort präsentiert er in Videos Zusammenfassungen von Fußballspielen aus dem Kreis. „Ich möchte den Leuten einfach eine Freude machen und es ist meine Leidenschaft. Mir geht es dabei auch nicht darum nur eine Mannschaft zu präsentieren, sondern den Fußball“, erklärt Hachani.

Er selbst betreibt „Werra Kick TV“ privat und verdient damit kein Geld: „Ich finde es einfach schön, wenn ich jemanden eine Freude machen kann, etwa wenn ein Vater so noch einmal das Spiel seines Sohnes sehen kann, dass er verpasst hat, oder wenn ein Spieler noch einmal sein Tor selbst sehen kann, wenn er einen ungewöhnlichen Treffer erzielt hat.“

„Mein Highlight: das Tor von Waldemar Schledewitz“

„Mein Highlight war der Treffer von Waldemar Schledewitz vom Lichtenauer FV, der gegen Großalmerode einen Treffer per Seitfallzieher machte. Durch das Tor wurde er ins Sportstudio eingeladen, wo er gegen Hans-Joachim Watzke, den Geschäftsführer des BVB, beim Torwandschießen antreten durfte.

Watzke lud Waldemar dann zu einem Spiel nach Dortmund ein und er durfte noch eine Begleitperson mitnehmen. Das war ich. So konnte ich mir das Derby gegen Schalke ansehen. Als Dortmund-Fan ging es für mich einfach nicht besser“, so Hachani.

Doch nicht nur Spieler, auch Schiedsrichter haben sich schon bei ihm bedankt, wenn sie im Nachhinein bei einer Entscheidung doch unsicher gemacht wurden. Nach dem Spiel konnten sie im Video sehen, dass etwa ein Strafstoß oder Abseitspfiff doch berechtigt war. „Das sind die Momente, in denen ich mich freue, auch weil man eine Anerkennung bekommt“, so der „Werra Kick TV“-Betreiber.

Nachbearbeitung dauert fünf bis sechs Stunden

Was niemand sieht: In seinen Videos stecken rund fünf bis sechs Stunden Nachbearbeitung, mit der Anreise und dem Dreh kommt er somit auf rund acht Stunden Arbeit. Unbezahlt. „Es macht mir aber einfach Spaß, dafür lebe ich !“

Wenn Oualid Hachani erzählt, glänzen dabei seine Augen und das Lächeln begleitet ihn dabei die ganze Zeit. Angefangen hatte alles vor sechs Jahren, mit einem alten Samsung Handy, mit dem man Videos drehen konnte, wie er berichtet.

„Irgendwie habe ich ein Gespür dafür, wann etwas auf dem Platz passieren wird, dann wird sofort auf Aufnahme gedrückt. In den sechs Jahren, in denen ich das jetzt schon mache, habe ich bei den Spielen, wo ich war, vielleicht zehn Tore verpasst, aber so etwas ärgert mich dann auch“, erklärt er. Angefangen hatte er mit Rot-Weiß Fürstenhagen TV (RWF TV), doch er wollte sich nicht mehr nur auf eine Mannschaft oder Liga beschränken. Inzwischen ist er auch bei Jugendspielen und dem Frauenfußball dabei. Es gehe ihm eben um alle Facetten des Fußballs.

Er selbst hofft, dass er irgendwann nicht mehr den Eintritt für die Spiele zahlen muss, da es für ihn immer ein Kostenfaktor ist und die Vereine schließlich auch etwas zurückbekommen und das kostenlos. Er selbst sei genügsam, helfe gern anderen, seine Arbeit bei der Arche mache ihm ebenfalls großen Spaß. „Wenn ich „Werra Kick TV“ einmal Hauptberuflich ausüben könnte, wäre das perfekt, aber so bin ich auch schon glücklich“, erklärt Oualid Hachani abschließend.

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