Parkscheiben-Kampagne soll auf Risiken des Passiv-Rauchens im Auto hinweisen

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(V.li.) Gudrun Lang, Evangelische Familienbildungsstätte Werra-Meißner, Harald Clement, BKK Werra-Meißner, Harald Nolte, Fachstelle für Suchtprävention und Claudia Küster, BKK Werra-Meißner.

Das Projekt heißt „Rauchfreies Auto für mein Kind!" und soll auf die Gefahren von Passiv-Rauchen hinweisen.

Werra-Meißner-Kreis. Tabakrauch ist der mit Abstand gefährlichste, aber auch am leichtesten zu vermeidende Schadstoff in Innenräumen: Beim Verbrennen einer Zigarette entstehen Tausende Substanzen, darunter giftige wie Blausäure, Ammoniak oder Kohlenmonoxid, und auch krebserregende Stoffe wie aromatische Amine, Benzol, Vinylchlorid, Arsen. Wer solche Substanzen inhaliert oder passiv aus der Umgebungsluft einatmet, kann Lungenkrebs oder andere schwere Erkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems entwickeln.

Belastung für Kinder und Schwangere

Besonders brisant ist die Belastung für Kinder und Schwangere im Auto. Passivrauchen beeinträchtigt Kinder deshalb noch stärker als Erwachsene, weil ihre Organe noch in der Entwicklung und damit besonders empfindlich sind. Nach Messungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) liegt die Schadstoffkonzentration in einem verrauchten Auto fünf Mal so hoch wie in einer durchschnittlich verrauchten Bar. Die Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werkes Werra-Meißner setzt sich gemeinsam mit der BKK Werra-Meißner für den Ausbau des Nichtraucherschutzes ein. Harald Nolte von der Fachstelle für Suchtprävention betont: „Angesichts der Risiken, denen besonders Kinder ausgesetzt sind, wenn im Auto geraucht wird, setzen wir uns dafür ein, dass dort konsequent auf das Rauchen verzichtet wird.”

Projekt zum Weltnichtrauchertag

Um diesem wichtigen Thema Gewicht zu verleihen, starten die Fachstelle und die Krankenkasse zum 31. Mai, dem Weltnichtrauchertag, das Präventionsprojekt „Rauchfreies Auto für mein Kind!“. Aufgelegt wurden Parkscheiben, die über die Risiken von Passivrauchen für (Klein)-Kinder im Auto informieren. Parkscheiben finden im Alltag regelmäßig Anwendung und die Rückseite eignet sich gut für Präventionsbotschaften, die immer wieder gelesen werden. Die Parkscheiben werden über die Familienbildungsstätte, Familienzentren, Kindertagesstätten, die Volkshochschule und Arztpraxen und die BKK Werra-Meißner an Eltern und Familien ausgegeben. Claudia Küster von der BKK Werra-Meißner betont: „Schon im Kindesalter werden die Weichen für die spätere Gesundheit und einen gesunden Lebensstil gelegt. Deshalb unterstützen wir Projekte, die ein gesundes Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen fördern.”

EXTRA-INFO: Risiken für Kinder

Bei Kindern kann Passivrauchen zu akuten und chronischen Atemwegserkrankungen sowie zu akuter und chronischer Mittelohrentzündung führen, Asthma verschlimmern, sowie den Bluthochdruck und das Krebsrisiko erhöhen. Bei Babys gehört das Passivrauchen zudem zu den Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. Bisher besteht für Kinder in Deutschland kein gesetzlicher Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens im Auto. Ähnlich wie das Handyverbot im Auto könnte ein Rauchverbot beispielsweise in die Straßenverkehrsordnung integriert werden.

Der Rückhalt in der Bevölkerung wäre für einen solchen Schritt gegeben; so stimmen 87 Prozent der Bevölkerung in Deutschland einem Rauchverbot im Auto zum Schutz von Kindern zu. Sogar unter den Rauchern, liegt die Zustimmung bei 78 Prozent und damit deutlich über der Zustimmung der Raucher zu einem Rauchverbot in Gaststätten.

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