Partnerschaftliche Wettbewerber

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Landräte trafen sich zu Konferenz auf Burg Ludwigstein

Werra-Meißner. Der Austausch zwischen den Landkreisen Werra-Meißner, Eichsfeld und Göttingen ist den Teilnehmern zur liebgewonnenen Tradition geworden – in der vergangenen Woche trafen sich die Landräte samt politischen Vertretern und Verwaltungsspitzen zur Kreiskonferenz auf Burg Ludwigstein."Wir haben in den vergangenen Jahren viele Themen besprochen und angepackt", sagte Landrat Stefan Reuß (SPD). Und auch in Zukunft wollen die Landräte eng miteinander kooperieren und sich regelmäßig austauschen."Wir sind eine Region", sagte Werner Henning (CDU), Landrat des Eichsfeldkreises. Außerdem sei es hilfreich, über den Tellerrand hinauszuschauen. Dass die Landkreise mitunter auch in Konkurrenz zueinander stehen, sei dabei allen bewusst, betonte Reuß: "Der Wettbewerb der Regionen bleibt bestehen." Umso wichtiger sei es, sich dort abzusprechen, wo es sinnvoll ist.

Offenes Klima gegenüber Asylbewerbern erhalten

Während sich die Landräte über den Lückenschluss des Werratal-Radwegs durch die Fertigstellung des Radweges Lindewerra-Wahlhausen freuten, bereiten ihnen die steigenden Flüchtlingszahlen zunehmend Kopfschmerzen. "Wir haben eine große Verantwortung", sagte Göttingens Landrat Bermhard Reuter (SPD), "eine moralische gegenüber den Flüchtlingen und eine gegenüber unseren Bürgern." Die gelte es mitzunehmen, um das offene Klima gegenüber den Asylbewerbern zu erhalten.Für das kommende Jahr rechnete Reuß mit einer Verdoppelung der Flüchtlinge im Werra-Meißner-Kreis. Derzeit sind dort rund 460 Asylbewerber gemeldet. "Bislang funktionieren Unterbringung und Integration sehr gut", sagte Reuß. Er lobte vor allem Kirchen, Diakonie, Sportkreis und Vereine, die sich ehrenamtlich um die Flüchtlinge kümmerten.Grundsätzlich setzt der Landkreis auf Gemeinschaftsunterkünfte mit guter Verkehrsanbindung für maximal 65 Personen. "Dabei achten wir genau darauf, welcher Flüchtling in welcher Unterkunft untergebracht wird", sagt Reuß. So sollten etwaige Spannungen zwischen den Asylbewerbern von vornherein vermieden werden.

Prävention als Schlüsselwort der Jugendhilfe

Prävention lautete auch das Schlüsselwort bei der Jugendhilfe. Während die Landkreise Eichsfeld und Göttingen trotz abnehmender Kinderzahlen steigende Kosten zu vermelden haben, gehen diese im Werra-Meißner-Kreis zurück: "Wir haben die Ausgaben seit dem Jahr 2010 von 2,6 auf 1,6 Millionen Euro gesenkt", berichtete Reuß. Dies hänge vor allem damit zusammen, dass der Landkreis zusätzliche Mitarbeiter eingestellt habe, die früher in betroffene Familien hineingehen, um zu helfen. So konnte die Zahl der Inobhutnahmen durch das Jugendamt gesenkt werden.Impulse für den boomenden Zweig des Gesundheitstourismus bekamen die Teilnehmer von Prof. Dr. Michaela Zilling von der FH Nordhessen. Deren Absolventen erkannte Reuß auch als potenzielle Fachkräfte für die Region. Er wünschte sich zudem, dass Tourismus- und Gesundheitsangebote künftig stärker verzahnt werden. Mit Pro Gesundheit in Bad Sooden-Allendorf und der Werratal Tourismus GmbH seien bereits gute Ansätze vorhanden. Diese gelte es auszubauen.Auch hier könnte die FH Nordhausen behilflich sein, etwa durch einen Angebots-Check sowie Bachelor- und Masterarbeiten, die sich mit Konzepten für Gesundheitstourismus in der Region beschäftigen, sagte Reuß.

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