Pfarrer reist 7.000 Kilometer um Kindern in Mauretanien zu helfen

Eberhard Laukner plant seine Tour nach Mauretanien bereits seit Monaten. Der Bully ist schon umgebaut. Foto: Bennighof
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Eberhard Laukner plant seine Tour nach Mauretanien bereits seit Monaten. Der Bully ist schon umgebaut. Foto: Bennighof

Bei der Rallye dust+diesel fährt Pfarrer Eberhard Laukner mit einem alten VW Bulli von Frankershausen bis Mauretanien, um dort Kinder zu unterstützen.

Von ELISABETH BENNIGHOF

Werra-Meißner. Mit einem 18 Jahre alten VW Bulli werden sich Eberhard Laukner, der scheidende Pfarrer von Frankershausen, und sein Sohn Bernhardt auf den Weg nach Mauretanien machen. Zur Unterstützung einer Kindertagesstätte in Nouadhibou, der zweitgrößten Stadt Mauretaniens, wird der Wagen am Ende der Reise verkauft.

"Die Anschaffung, die Kosten für die Umrüstung und alle Reisekosten tragen mein Sohn und ich. Das letzte Mal (er war 2014 schon einmal  dort; Anm. der Red.) waren es insgesamt 5.000 Euro. Sie konnten auf viele Schultern umgelegt werden. Ich hoffe, dass ich für diese Reise auch wieder einige Spender finde", sagt Laukner. Er ist begeistert von der Arbeit der AEPN Mauretanienhilfe, die vor Ort die Tagesstätte mit Nachmittagsbetreuung leitet.

"Wir konnten uns selber ein Bild davon machen, dass dort Bildungsarbeit für Kinder und Mütter geleistet wird", berichtet er. Das Projekt bietet Kindern ein Zuhause, sorgt für ihre Schulbildung und unterstützt ihre Familien.

Kinderarbeit ist in Mauretanien weit verbreitet

In Mauretanien, einem Land in der Sahelzone, das auf dem Human Development Index Platz 161 von 187 belegt,  gibt es keinen öffentlichen Personennahverkehr. Wenn die Schule nicht nah genug ist, um zu Fuß dort hinzukommen, dann gehen die Kinder, trotz allgemeiner Schulpflicht nicht zur Schule.

Es werden nur drei von vier Kindern eingeschult. 17 Prozent der Kinder zwischen 5 und 17 Jahren müssen arbeiten (Zahlen von 2014). In Mauretanien leben heute 3,8 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer sind Analphabeten, berichtet die Organisation AEPN Mauretanienhilfe.

"Wir haben gesehen, dass die Kinder in der  Tagesstätte auch an den Nachmittagen ein Förderprogramm bekommen. Streng bewacht von Militär haben sie hinter den Mauern des Gebäudes einen Raum, in dem sie sich sicher fühlen können", erzählt Eberhard Laukner von seinen Erlebnissen.

Bedrohungen sind für die Helfer allgegenwärtig

Die allgegenwärtige Gefahr wurde den Rallyeteilnehmern deutlich vor Augen geführt, denn zeitweise reisten sie in der Begleitung von 20 Soldaten der mauretanischen Armee.

"Wir reisen als mitteleuropäische Christen in ein überwiegend muslimisch geprägtes Land mit einer ganz anderen  Kultur und unterstützen den Bildungsauftrag dort", berichtet er.  Für ihn war es am eindrücklichsten, in den komplett anderen Kulturkreis einzutauchen, umgeben zu sein von so vielen schwarzen Menschen und sich damit als Außenseiter zu fühlen. Nach seiner Ansicht entwickelt man so ein Verständnis dafür, wie  sich Menschen fühlen, die anders sind als die Mehrheit.

EXTRA-INFO: Rallye dust + diesel

Zweimal im Jahr führt die Strecke durch Nordafrika.

Sinn und Zweck der Rallye ist es, mit der Teilnahme an einem unvergesslichen Event Waisenkinder in Afrika zu unterstützen. Für drei Wochen geht es mit einem älteren Fahrzeug, das der Teilnehmer vorher kauft und wüstengerecht umbaut, durch Nordafrika. Am Ende der Reise werden die Fahrzeuge verkauft, der Erlös geht an zwei Kinderhäuser in Mauretanien, die von der Hilfsorganisation AEPN betrieben werden.

Die Dezember-Rallye ist schon ausgebucht, für Mai 2017 gibt es noch freie Plätze.

Mehr Infos gibt es unter www.dust-and-diesel.com und unter www.aepn.de.

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