Athen-Reiter machen Station in Weißenborn

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Athen Kassel Ritt: Die letzte Rast vor dem Ziel war in Weißenborn.

Nach fast 3000 Kilometern letzte Rast vor Kassel in Weißenborn.

Weißenborn. Ein Reise zu Pferd quer durch Europa im 21. Jahrhundert ist ungewöhnlich, noch vor 150 Jahren war es normal und bis vor 70 Jahren gehörten die Pferde ins Alltagsbild. So gerät ein Kulturgut in Vergessenheit und wird meist nur noch als Sportgerät auf Turnieren oder als touristische Attraktion in den Städten für die Öffentlichkeit sichtbar. Im Gegenzug dazu gibt es immer mehr Pferdefreunde, die die sanfte und ökologische Art des Reisens für sich entdecken, das Wanderreiter. Peter van der Gugten (Wander- und Alpinreiter), Zsolt Zabo (Züchter ungarischer Rassepferde), David Wewetzer (passionierter Wanderreiter), und die argentinische Pferdetrainerin Tina Boche sind in dieser Tradition von Athen nach Kassel geritten. Hierbei werben sie für die Rekener Charta. Diese wirbt um Unterstützung für die Erhaltung, Pflege und besondere Wertschätzung der Pferde und für das Grundrecht von Mensch und Pferd auf einen freien Zugang zur Natur.

Reisen ohne Schlagbäume im Sattel

„Das Reisen ohne Schlagbäume und Passkontrolle ist in Europa seit vielen Jahren Realität. Dies gilt leider nicht für das Reisen mit dem Pferd. Der Reittourismus wird internationaler – und beim Grenzübertritt mit dem Pferd sind immer noch besondere Regelungen zu beachten. An der Grenze zu Serbien und Kroatien hatten wir besonders viel Stress. Diese Regelungen wurden für den Transport von Nutztieren verfasst, uns Wanderreitern fordern sie gute Nerven und Improvisation ab“, berichtet van der Gugten. Der Athen-Kassel Ritt bietet die einzigartige Chance, dieses Anliegen in den Regionen zu diskutieren und einem internationalen Publikum zu präsentieren, meinen die Organisatoren. Auf die Frage, was für ihn die größte Überraschung war, sagte Van der Gugten:

„Als wir im April in Athen gestartet sind, habe ich nicht damit gerechnet, dass wir wenige Tage später in drei Meter hohem Schnee stehen würden. Slowenien, Kroatien, Mazedonien haben wunderschöne Landschaften ohne Zäune, ideal fürs Wanderreiten und die Menschen sind unheimlich gastfreundlich, das war eine sehr schöne Erfahrung. Je weiter man nach Norden kommt, umso mehr Zäune und Regelungen gibt es.“ Weißenborn war die letzte Rast vor dem Ende ihrer Reise in Kassel. Sie wurden von den Pferdefreunden Weißenborn empfangen.

Die Strecke von Athen nach Kassel wählten sie wegen der Documenta, die Reiter gehören aber nicht zum Programm der Ausstellung.

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