Plakataktion für „Nachfrager" startet - für besseren Jugendschutz

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Die Gesichter der Plakataktion (v.l.): Annika Hoßbach und Michael Heizmann von der Honsel Tankstelle, Karla Schafhaupt und Christina Zeuch von EDEKA Zeuch, Judith und Frank Reichelt von der ESSO Station und Markus Claus vom Eschweger Turn- und Sportverein. Foto: Bennighof

Im Werra-Meißner-Kreis gibt es 40 „Nachfrager". Welche Aufgaben sie haben und wofür die Plakate stehen, präsentierten die Verantwortlichen nun.

Von ELISABETH BENNIGHOF

Werra-Meißner.  "Nachfrager" gesucht! Einen Blickfang bieten, herausfordern und zum Mitmachen motivieren.Mit der Plakataktion will der Werra-Meißner-Kreis, die Jugendförderung der Stadt Eschwege und die Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werkes Eschwege/ Witzenhausen neue Bündnispartner für ihre Aktion für einen besseren Jugendschutz finden. Außerdem soll das Thema Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen wieder stärker in die Öffentlichkeit gebracht werden.

40 Nachfrager im Werra-Meißner-Kreis

"Es ist sehr gut gelungen, die Bündnispartner ins Boot zu kriegen", sagte der Sozialdezernent der Stadt Eschwege, Rainer Brill. In seiner Rede  dankte er in diesem Zusammenhang auch allen Partnern für ihre Mitarbeit."Nachfrager" fragen nicht nur nach, wenn junge Menschen Alkohol kaufen wollen, in den beteiligten Unternehmen werden spezielle Jugendschutzbeauftragte ausgebildet, die Mitarbeiter werden geschult und es wird sensibler mit dem Thema Alkohol umgegangen. Die Plakataktion "ist speziell auf Eschwege zugeschnitten und ich bin hocherfreut, diese Gesichter auf dem Plakat zu sehen", lobte der Landrat Stefan Reuß die Publikumswirksamkeit der Aktion. Gerade kurz vor dem Open Flair sieht er es als sinnvoll an, die Zielgruppe zu erreichen.

Wie die anderen Redner dankte Harald Nolte von der Fachstelle für Suchtprävention den beiden Sponsoren, der Sparkasse Werra-Meißner und der AOK, die die Initiative von Anfang an finanziell unterstützen.

AOK und Sparkasse als Sponsoren

Die Plakataktion wurde von der Sparkasse mit 800 Euro und von der AOK mit 1500 Euro noch einmal unterstützt."Wir fanden die Idee gut, können aber nichts machen, nur Geld geben. Dafür bekommen wir normalerweise Zinsen, in diesem Fall kommen die Zinsen auf einem ganz anderen Weg", fasste Sparkassenvorstand Marc Semmler die Gründe für das Engagement des Geldinstitutes zusammen.Corinna Otto von der AOK betonte, dass sie schon seit langen Jahren aktiv an dem Thema dran sind. Sie hält es für wichtig, beim Thema Kinder und Alkohol Gesicht zu zeigen. "Vielleicht macht es da bei jemandem "klick", ich hoffe, dass dann mehr nachfragen", sagte sie."Es ist erschreckend, wie viele Kinder versuchen, bei uns Alkohol zu kaufen, es wird immer mehr," berichtete Frank Reichelt von der Esso Station und "Nachfrager".

Besondere Verantwortung für Kinder und Jugendliche

"Es ist eine besondere Verantwortung, wenn wir nicht nachfragen, wer dann. Am Freitagabend ist Rushhour, da decken sich die Jugendlichen für das Wochenende ein, da müssen wir bei jedem Zweiten nachfragen", berichtete Christina Zeuch von EDEKA Zeuch aus der Praxis."Eine sympathisch und clevere Aktion, die wir gerne unterstützen", nennt Michael Heinzmann von der Honsel Tankstelle in Grebendorf die "Nachfrager", die in seine Firmenphilosophie passt.Den Partnern hat es durchweg Spaß gemacht als "Models" zu fungieren und der Aktion ihr Gesicht zu geben.Wenn sie gut ankommt, ist als nächstes eine "Wir sind Nachfrager" Plakat-Aktion in Sontra geplant.

EXTRA INFO: Gütesiegel

Im Jahr 2012 hat der Kreis die Kampagne "Wir sind Nachfrager" gestartet und dabei auch ein Gütesiegel entwickelt. Einzelhändler, Tankstellen, Gaststätten, Festveranstalter und Vereine verpflichten sich als Partner über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus, einen entscheidenden Beitrag zum Jugendschutz zu leisten. Mit dem freiwilligen Erwerb des Gütesiegels übernehmen die Erwachsenen soziale Verantwortung und sensibilisieren sich für dieses Thema. Sie schauen genauer hin, egal ob an der Kasse, bei der Vereinsfeier oder in der Discothek.  Derzeit gibt es  40 "Nachfrager" im Werra-Meißner-Kreis.An der Plakataktion beteiligt sind: Die Esso Station, die Kulturinitiative Jugendzentrum Eschwege, der Eschweger Turn- und Sportverein, EDEKA Zeuch, tegut Stellenwert und die Honsel Tankstelle.

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