Platanen stehen weiter im Fokus

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Rund 150 Witzenhäuser hatten sich auf dem Marktplatz versammelt, um für „ihre“ Platanen zu demonstrieren.

Die Umgestaltung des Platanen-Ensembles ist das tragende Element seines Entwurfs. Das machte Landschaftsarchitekt Tobias Mann bei der Bürgerinformationsveranstaltung deutlich. Zuvor hatten rund 150 Witzenhäuser bei einer Kundgebung ihren Wunsch die Bäume zu erhalten zum Ausdruck gebracht.

Witzenhausen. Anfang Juni ist nach langen Diskussionen die Entscheidung gefallen: Der Witzenhäuser Marktplatz wird nach dem Entwurf von „Mann Landschaftsarchitektur” umgestaltet (Marktspiegel berichtete). Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass aus dem Baum-Ensemble auf dem Marktplatz fünf der acht Platanen für die Umgestaltung entfernt werden sollen. Ein Umstand, der bei einigen Bürgern für Kritik sorgt.

Rund 150 Menschen hatten sich am vergangenen Donnerstag auf dem Witzenhäuser Marktplatz versammelt, um für „ihre” Platanen zu demonstrieren. Die Bürgerinitiative „Rettet die Platanen” hatte die Witzenhäuser dazu aufgerufen, sich für den Erhalt der Bäume einzusetzen. Die Platanen seien nicht nur vor großer ökologischer Bedeutung sondern würden auch als Schattenspender für Wohlbefinden auf dem Marktplatz sorgen, darin waren sich die Teilnehmer der Kundgebung einig.

Bürgerentscheid als Notanker

Noch sei es nicht zu spät, betonte Grünen-Landtagsabgeordneter Hans-Jürgen Müller, der als einer von rund 15 Rednern sein Votum für die Bäume kundtat. So sieht es auch Frank Axel Schwarzbach. Um den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aufzuheben, hat Schwarzbach ein Bürgerbegehren initiiert. 1234 Stimmen, besser noch 1500 Stimmen, brauche man, sagt der Initiator und hofft, dass neben den Teilnehmern der Kundgebung noch viele Witzenhäuser bis zum 25. Juli ihre Unterschrift unter das Bürgerbegehren setzten.

Das Interesse an der Umgestaltung des Marktplatzes – vor allem im Bezug auf die Frage nach dem Platanen – ist groß. Das zeigte auch das Interesse der Bürger an der Informationsveranstaltung. Um den interessierten Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich „aus erster Hand” über die Entwürfe für die Umgestaltung des Marktplatzes zu informieren, hatte die Stadtverwaltung Landschaftsarchitekten Tobias Mann in die Kirschenstadt eingeladen, damit dieser seinen Entwurf persönlich vorstellt und die Fragen der Witzenhäuser dazu persönlich beantwortet.

Antworten aus erster Hand

Und diese waren reichlich vorhanden. Im Rahmen der rund zweistündigen Veranstaltung, im bis auf den letzten Platz gefüllten Ratssaal, beantwortete Mann sachlich und gelassen zahlreiche Fragen. Wenn auch viele von ihnen auf das im Fokus stehende Thema „Platanen” abzielten, kamen auch der geplante Bodenbelag genauso zu Sprache wie Sitzgelegenheiten und Wasserspiele. Hier gebe es noch viel Planungsspielraum, so der Landschaftsarchitekt in seinen Ausführungen: „Über die Bänke und Wasserspiele kann man sprechen”.

Landschaftsarchitekt Tobias Mann erläuterte bei der Bürgerinformationsveranstaltung im Ratssaal seinen Entwurf für die Umgestaltung des Marktplatzes.

Keinen Verhandlungsspielraum sieht Mann hingegen bei dem Bäume-Ensemble. Die Planungen das Ensemble an dieser Stelle auf drei Bäume zu reduzieren, die aber größer gestaltet werden, sei ein wesentliche Element seines Entwurfs gewesen, betonte der Landschaftsarchitekt, der seine Planungen mit einer besseren Sichtachse auf das Rathaus und einem Mehrgewinn für den Marktplatz begründete.

Natürlich könne man es auch anders sehen, so Mann weiter. Aber genau mit diesem Entwurf habe er die Jury und die Mehrheit der Stadtverordneten überzeugt. Eine nachträgliche Änderung des Entwurfs wäre den Mitstreitern im Rahmen des von der Stadt veranstalteten Architekturwettbewerbs auch nicht kollegial. „Wenn mehr Bäume gewünscht sind, dann muss doch einer der anderen Preisträger die Umgestaltung durchführen, kommentierte der Landschaftsarchitekt gelassen, das Begehren, alle acht Bäume an ihrer Stelle zu erhalten.

Sein Entwurf sei nur ein Angebot. Es sei nicht schlimm, wenn ein anderer Entwurf umgesetzt werde. Sollten sich die Witzenhäuser allerdings doch endgültig für seine Version entscheiden, wolle er bei der Umsetzung und Detailplanung auf Transparenz und Bürgerbeteiligung setzen, versprach er.

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