Aus der Politik: Die Linke will Glücksspieler vor Sucht schützen

Linken-Fraktionschef Bernhard Gassmann fordert, Geldautomaten vor Eschweger Spielhallen zu verbannen.
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Linken-Fraktionschef Bernhard Gassmann fordert, Geldautomaten vor Eschweger Spielhallen zu verbannen.

Die Linke in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung fordert die Stadt Eschwege auf, Glücksspieler besser vor dem Abgleiten in die Sucht zu schützen.

Eschwege. Die Linke in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung fordert die Stadt Eschwege auf, Glücksspieler besser vor dem Abgleiten in die Sucht zu schützen. Ein Dorn im Auge sind der Fraktion vor allem zwei Geldautomaten, die sich unmittelbar an Spielhallen befinden.

„Wer in der Spielhalle sein Geld verzockt hat, kann sich in Eschwege schnell neues beschaffen. Direkt vor dem Eingang steht ein EC-Automat. So gesehen in den beiden Spielhallen in der Niederhoner Straße sowie gegenüber in der Königsberger Straße.

In den Spielhallen selbst dürfen laut Gesetz keine Geldautomaten aufgestellt werden. Sie nun direkt neben dem Eingang aufzustellen, ist schon dreist. Es steht im Widerspruch zum gesetzlich geforderten Schutz vor pathologischer Spielsucht. Schließlich sind Betreiber von Spielhallen laut Hessischem Spielhallengesetz verpflichtet, die Gäste ‚zu verantwortungsbewusstem Spiel anzuhalten und der Entstehung von Glücksspielsucht vorzubeugen.‘

Es den Glücksspielern ausgerechnet am Eingang einer Spielhalle zu ermöglichen, für Nachschub zu sorgen, wenn ihr Geld verspielt ist, ist unverantwortlich. Die Spieler werden in Versuchung gebracht, noch mehr Geld zu verzocken. Eine Geldquelle vor der Tür ermöglicht ihnen, das sich vorab selbst gesteckte Maximum an Spieleinsatz drastisch und unkontrolliert zu erhöhen.

Die Geldautomaten sind von außerhalb des Geländes nicht erkennbar. Niemand sonst kommt dorthin, um Geld abzuheben. An der einen Spielhalle ist der Geldautomat sogar hinter einer Mauer platziert. Das ermöglicht den Spielern, sich ungesehen zu bedienen. Die Automaten sind offensichtlich eigens für die Gäste der Spielhalle bestimmt. Wenn man berücksichtigt, wie teuer der Betrieb eines Geldautomaten ist, kann man sich ausmalen, wie oft er von den Glücksspielern frequentiert wird.

Vor dem Hintergrund dass Jahr für Jahr 5 Millionen Euro allein in den Eschweger Spielhallen verzockt werden, sollte die Stadt dem Spielerschutz höchste Priorität einräumen und diesem Missstand mit allen Mitteln entgegen treten. Wir fordern den zuständigen Dezernenten der Stadt, Bürgermeister Alexander Heppe, auf, auf die Betreiber der Spielhallen und die Grundstückseigentümer einzuwirken um die Geldautomaten zu entfernen.“

Bernhard Gassmann, Fraktionsvorsitzender der Linken in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung

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