Aus der Politik: Wanfrieder Bürgermeister über sorglos in der Natur entsorgtem Müll

Anlässlich der „Sauberhaftes Wanfried"-Aktion, bei der insgesamt 1,1 Tonnen Müll entsorgt wurden, reagiert Bürgermeister Wilhelm Gebhard auf den sorglos in die Natur geworfenen Müll.

Wanfried. Anlässlich der umfangreichen „Sauberhaftes Wanfried"-Aktion, bei der insgesamt 1,1 Tonnen Müll entsorgt wurden, reagiert Bürgermeister Wilhelm Gebhard auf den sorglos in die Natur geworfenen Müll:

„Die Frühlingsaktion „Sauberhaftes Wanfried“, die an den drei letzten Samstagen im März in der Kernstadt und in unseren Stadtteilen durchgeführt wurde, hat wieder so einige Gegenstände zum Vorschein gebracht, die nicht in Wald, Feld und Flur gehören. Die Frage nach dem „Warum” drängt sich auf: Warum werden Kanister, Blumentöpfe, Glasflaschen, Reifen, Regale, Zaunelemente, Küchengeräte, Farbeimer und vieles mehr in unserer schönen Landschaft entsorgt? Warum müssen freiwillige Helfer diese Gegenstände wieder mühsam einsammeln? Warum nutzen die Verursacher nicht die vielen Entsorgungsmöglichkeiten, die teilweise kostenfrei angeboten werden bzw. die in der Müllgebühr enthalten sind?

Neben den aufgeführten Gegenständen ist ebenso das Wegwerfen von alltäglichen Dingen zu beklagen: Warum werden Dosen, Tüten vom Bäcker, Zigarettenschachteln, Joghurtbecher und Coffee-to-go Becher achtlos aus dem Auto geworfen? Warum kann man diese Dinge nicht mit nach Hause nehmen bzw. bis zum nächsten öffentlichen Mülleimer mitführen und dort mit einem guten Gefühl entsorgen? Wirft uns die Natur auch ihren Dreck in den Kaffee oder warum werfen wir unsere Kaffeebecher in die Natur? Warum ist täglich in den öffentlichen Rabatten, Grünflächen, privaten Vorgärten und Hecken Zigarettenfolie und Verpackungsmüll jeglicher Art zu beklagen, sogar dann, wenn der nächste öffentliche Mülleimer nur wenige Meter entfernt steht?

Warum wird privater Hausmüll (darunter auch Windeln) in öffentlichen Mülleimern entsorgt? Warum werden an den Glascontainern Kartons, Beutel und andere Gegenstände, die zum Transport des Altglases genutzt werden, stehen gelassen oder gar in den Gatterbach geworfen? Warum wird der volle Aschenbecher im Auto auf der Straße oder auf einem Parkplatz entsorgt? Warum wird Hundekot von vielen Hundehaltern ordnungsgemäß entsorgt und warum von einigen Wenigen nicht?

Die Fragen mit dem Wort „Warum“ könnte noch unbegrenzt fortgeführt werden. Ich persönlich bin sehr traurig und unendlich fassungslos über so viel Egoismus und Dreistigkeit. Sicherlich werden mir viele Menschen beim Lesen dieser Zeilen zustimmen. Die Personen, die diese Zeilen lesen, gehören sicherlich nicht zu dem Personenkreis, deren Verhalten ich kritisiere. Wenn doch, bitte ich darum, tief in sich zu gehen und über das eigene Verhalten nachzudenken? Wenn jeder von uns sein eigenes Verhalten überprüft und das beherzigt, was uns eigentlich in der Kindheit an Werten vermittelt wurde, dürften Zeilen wie diese zukünftig unnötig werden.

In der Hoffnung auf Ihr Verständnis für diesen Appell verbleibe ich auch im Namen der 118 Helferinnen und Helfer, die sich an der Frühlingsaktion „Sauberhaftes Wanfried“ beteiligt haben, mit herzlichen Grüßen aus dem Wanfrieder Rathaus.

Rubriklistenbild: © Archiv / Fotomontage

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