Spitzenplatz in Hessen

Polizeipräsidium Nordhessen glänzt mit hoher Aufklärungsquote – Anzahl der Straftaten sinkt weiter.

Werra-Meißner - Die Polizeiarbeit im Werra-Meißner-Kreis kann sich auch in diesem Jahr sehen lassen. Über 60 Prozent der Straftaten konnten 2017 aufgeklärt werden und verzeichnet nochmals einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. „Nachdem die Quote 2016 deutlich auf 63,1 Prozent gesteigert werden konnte, ist es umso erfreulicher, dass es nun auch wieder gelungen ist, dieses gute Ergebnis nahezu zu wiederholen“, freut sich der Leiter der Polizeidirektion Werra-Meißner, Polizeidirektor Thomas Beck.

Polizeibeamte leisten ausgezeichnete Arbeit

Gleichzeitig lobt er die ausgezeichnete Arbeit, die die Beamten vor Ort geleistet haben. „Dies ist wieder ein sehr guter Wert im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Nordhessen und darüber hinaus auch ein Spitzenplatz in Hessen. Mit der hohen Aufklärungsquote beweist die Polizei, dass sie ein verlässlicher Partner für die Bevölkerung im Werra-Meißner-Kreis ist, die sich – wie in den vergangenen Jahren – auf ihre Polizei verlassen kann“, ergänzt Beck. Dabei ist das Straftatenaufkommen 4597 Fällen wieder deutlich unter der 5.000er-Marke geblieben. Im Vergleich zum Jahr 2013 ist hier ein Rückgang von 760 Fällen zu verzeichnen.

Spektakuläre Fälle konnten aufgeklärt werden

Bestimmt wurde das Jahr 2017 durch einige große Ereignisse und Aufklärungserfolge. Die Einbruchserie in Kindergärten, Schulen, Büros und einem Fitness-Center in Eschwege sorgte bei der Bevölkerung für Verunsicherung bei den Bürgern. Im Zuge der Ermittlungen gelang es drei Tatverdächtige festzunehmen, die sich für 24 Einbrüche verantworten müssen.

In Witzenhausen sorgten dagegen Brände im Tegut und im Herkulesmarkt für Aufregung. Dort wurden Waren in den Regalen in Brand gesetzt und führten teilweise zu Schadenssummen im sechsstelligen Bereich. Ermittelt wurde damals eine 64-Jährige, die im Januar dieses Jahres zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt wurde.

Lehrer weiterbilden - Eltern in die Verantwortung nehmen

Für überregionales Aufsehen sorgte außerdem ein größeres Ermittlungsverfahren des Rauschgiftkommissariats der Polizeidirektion Werra-Meißner, das im November 2017 mit einer Schussabgabe auf den 28-jährigen Tatverdächtigen aus dem Werra-Meißner-Kreis am Hauptbahnhof in Erfurt endete. Es wurden hier 25 Kilogramm Haschisch und Marihuana sichergestellt. Insgesamt stiegen die Zahlen bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz auf 294 (244 in 2016) an. Die Aufklärungsquote lag bei fast 94 Prozent, wobei man insbesondere an Schulen mit Weiterbildungen und Informationsveranstaltungen eine ausgezeichnete Vorsorgearbeit leistet. „Die Lehrer müssen wissen, was sie selbst machen können und was man darf, wenn ein Drogendelikt in der Schule vorliegt. Bis die Polizei eintrifft, darf man den Schüler beispielsweise festhalten“, sagt Polizeihauptkommissar Reiner Lingner, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass man sich nicht in Gefahr begeben soll. In erster Linie, so Lingner weiter, seien aber die Eltern verantwortlich. „Eltern sollten sich Gedanken machen über ihre Kinder, sodass ein mögliches Suchtverhalten gar nicht erst entstehen kann. Der Dialog mit den Schulen ist daher unerlässlich“, weist er auf die Verantwortung der Eltern hin.

Erheblicher Anstieg bei Sexualdelikten

Die Zahl der Ermittlungen wegen Mord, Totschlag und fahrlässiger Tötung ist im Vergleich zu 2016 um einen Fall gesunken (7). Bezüglich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gibt es jedoch einen erheblichen Anstieg um 75 auf 138 Delikte zu verzeichnen. Neben Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch und Pornografie sind auch insgesamt 12 Fälle von Exhibitionismus angezeigt wurden. „Es ist ekelhaft, abstoßend und nicht normal, was hier abgeht“, macht Axel Reintanz von der regionalen Kriminalinspektion deutlich.

Bei den Rohheitsdelikten – hierzu gehören Raub, Körperverletzung, häusliche Gewalt und Straftaten gegen die persönliche Freiheit – hat man erneut einen Rückgang auf 681 Taten (691 in 2016) zu verzeichnen. „Trotz des deutlichen Rückgangs der Fälle ist jeder Fall dennoch einer zu viel“, Polizei-Chef Thomas Beck.

Zur Anzeige gebracht wurde auch 2017 zumeist Diebstahldelikte, die von 1.496 auf 1.461 gesunken sind. Die Aufklärungsquote liegt weiterhin deutlich über der 30-Prozent-Marke. „Diese Quote lebt von der Ermittlungsarbeit. Es ist ein Katz- und Mausspiel. Aber wir sind auf einem ordentlichen Weg“, macht Reintanz deutlich. Lohn der guten Polizeiarbeit in Puncto Vorbeugung, Beratung und persönlichem Kontakt wird bei dem Feld Wohnungseinbruchdiebstahl geerntet. Hier sind die Fälle von 76 nochmals auf 62 zurückgegangen.

Insgesamt wurden im letzten Jahr 2001 (2193) Tatverdächtige ermittelt – davon 1.596 (1.670) deutscher Nationalität. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen ging auf 405 (523) zurück.

Bei den im vergangenen Jahr begangenen Straftaten ist ein Gesamtschaden von 3.042.719 Euro entstanden.

„Insgesamt gilt der Bevölkerung im Kreis unser Dank, mit deren Hilfe dieses gute Aufklärungsergebnis erreicht werden konnte. Hinweise von Bürgern sind sehr häufig erst der professionelle Einstieg in die polizeilichen Ermittlungen“, erklärt Polizeidirektor Thomas Beck.

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