Projekt ,Feuerwehr' für Kayunga

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Witzenhäuser Brandschützer haben gemeinsam mit dem Uganda-Team Witzenhausen das Projekt ,Feuerwehr für Kayunga' ins Leben gerufen

Witzenhausen. Ein schlimmes Szenario: Es brennt – und die Feuerwehr braucht über eine Stunde, bis sie da ist! Und manchmal kommt sie erst gar nicht... So ist es in Kayunga, Witzenhausens Partnerstadt im afrikanischen Uganda.

"Das ist für uns unvorstellbar", äußerte sich kürzlich Bürgermeisterin Angela Fischer, "bei etwa 26.000 Einwohnern – wesentlich mehr als Witzenhausen." Sie begrüßt daher die Initiative der Witzenhäuser Brandschützer, in Kayunga eine Feuerwehr aufzubauen.Bereits vor einigen Jahren war Kayunga an ihre Partnerstadt Witzenhausen und den Verein Uganda-Team e.V. herangetreten, um über den Aufbau einer Feuerwehr in Uganda zu beraten und um Unterstützung zu bitten.

In Kayunga eine Feuerwehr aufbauen

"Daraufhin haben sich Anfang 2015 die Stadt Witzenhausen und das Uganda-Team zusammengeschlossen, um den Aufbau einer Feuerwehr in Kayunga zu unterstützen", erläutern die beiden Organisatoren Dirk Junker, Mitglied des Uganda-Teams und Stadtbrandinspektor in Groß­almerode sowie Hans-Heinz Staude, ehemaliger Stadtbrandinspektor in Witzenhausen.Mit dabei ist die Vorsitzende des Uganda-Teams, Isabella Junker. Sie erzählt aus ihrer Heimatstadt: "Durch die Trockenheit sind die Gebäude stark gefährdet. Häufige Brandursachen sind offees Feuer oder schadhafte Elektro-Installationen. Kayunga hat keine Feuerwehr und ist auf die Feuerwehr aus anderen Städten angewiesen. Die Aufgaben der Feuerwehr übernimmt in Uganda die Polizei – und viele Menschen zögern, sie zu alarmieren, denn sie haben häufig Angst vor der Polizei."

Um diese Verhältnisse zu verbessern, wollen Staude und Junker mit einem Feuerwehr-Team aus Witzenhausen und Umgebung zwei Wochen nach Kayunga reisen, um örtliche Feuerwehrleute auszubilden und die Bevölkerung zu informieren. Unterstützt werden sie hierbei von freiwilligen Helfern des Uganda-Teams. Sogar ein gebrauchtes Feuerwehr-Tanklöschfahrzeug wird besorgt und nach Kayunga überführt. "Es muss mindestens 2.600 Liter Wasser fassen", erläutern Junker und Staude. "Es gibt dort kaum Wasserentnahmestellen."

Um Sach- und Geldspenden  wird gebeten

Die Feuerwehr soll für die Stadt Kayunga, aber darüber hinaus auch für den Kayunga-Distrikt zuständig sein. Die Stadt Kayunga und die ugandische Polizei ist dabei enger Partner, mit denen das Projekt gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden soll. Die Kosten liegen bei 50.000 Euro; das Tanklöschfahrzeug kostet etwa 30.000 Euro.Finanziert wird das Projekt durch Mittel des Bundes (BMZ) über die Agentur ,Engagement Global’. Rund 5.000 Euro müssen durch Eigenmittel und Spenden aufgebracht werden. Die laufenden Kosten vor Ort werden die Stadt Kayunga und die Polizei als Träger der Feuerwehr übernehmen.

Junker und Staude sind nun auf der Suche nach weiteren Ausrüstungsgegenständen und technischen Geräten für die künftige Feuerwehr in Kayunga. "Wir bitten alle Wehren, uns ausgemusterte Gerätschaften zu spenden, die hier vielleicht nicht mehr den Normen entsprechen, aber noch in gutem Zustand sind", so Staude. Zur Zeit werde eine Liste angefertigt und kann auf auf der Internetseite www.uganda-team.de eingesehen werden.Auch Geldspenden sind gern gesehen. Empfänger: Uganda-Team e.V., Kto. IBAN DE17 5225 0030 0050 0274 08, Betreff: Feuerwehr Kayunga.

Wer will mitmachen?

Für das Projekt werden noch Interessierte mit Feuerwehr-Grundausbildung und Englischkenntnissen gesucht. "Wir benötigen noch fachkundiges Personal für die Schulungen in Uganda sowie in Witzenhausen bei der Vorbereitung", erklärt Junker. Zeitraum: Juli/August 2016.Wer mitmachen möchte, kann sich bei Dirk Junker, Tel. 0151-22 56 5110, E-Mail: Dirk.Junker@Uganda-Team.de melden.

Feuerwehrprojekt Kayunga

Die Stadt Witzenhausen hat seit 2001 eine Städtepartnerschaft mit der ugandischen Stadt Kayunga. Das Uganda-Team ist seit 2001 als eingetragener Verein, und seine Vorgängerorganisation bereits seit 1993, in der Beziehung zwischen Witzenhausen und Kayunga tätig.Kayunga ist eine Kleinstadt mit ca. 26.000 Einwohner in vier Ortsteilen auf einer Fläche von ca. 22 qkm. Sie liegt ca. 70 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt. Die Stadt liegt im 1.800 qkm großen Kayunga-Distrikt mit einer Einwohnerzahl von etwa 370.000.Kayunga ist landwirtschaftlich geprägt mit einem Stadtzentrum und vielen Streusiedlungen. Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Kayunga und der NGO ,Kayunga Community Development Association’ sorgen dafür, dass das Projekt auf Augenhöhe und transparent durchgeführt werden kann. Durch die Ausbildung örtlicher Feuerwehrleute durch Feuerwehrleute aus Witzenhausen wird sichergestellt, dass der Umgang mit dem Feuerwehr­fahrzeug und den Geräten gewährleistet ist.Die Idee zu diesem Projekt entstand im Jahr 2004 und wurde im Laufe der Zeit sorgfältig analysiert, reflektiert und mit den ugandischen Partnern beraten.

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