Projekt für regionales Schulmittagessen startet im Landkreis

(V.li) Dr. Rainer Wallmann, Stefanie Wittich, Pascal Ziplie, Sabine Marten, Freya Fehr und Andrea Schumacher ziehen in Sachen gesunden Schulessen an einem Strang.
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(V.li) Dr. Rainer Wallmann, Stefanie Wittich, Pascal Ziplie, Sabine Marten, Freya Fehr und Andrea Schumacher ziehen in Sachen gesunden Schulessen an einem Strang.

Mehr regionale Produkte sollen künftig ins Schulmittagessen verwendet werden. Ein Projekt mit Landwirten ist in Reichensachsen gestartet.

Reichensachsen/Werra-Meißner. Die Zeiten, in denen Mutti zuhause auf das Schulkind mit einem frisch gekochten Essen wartete, sind in den meisten Familien schon lange vorbei. Heute sind viele Kinder auf ein Mittagessen in der Schule angewiesen. Um die Qualität der Mahlzeiten an den 35 Schulen im Kreis zu verbessern und regionale oder bio-regionale Produkte im Schulcatering zu verwenden, ist jetzt ein Pilotprojekt an der Kleeblattschule in Wehretal-Reichensachsen gestartet.

Initiator Kreisbauernverband

Initiator des Projektes ist der Kreisbauernverband, der Erzeuger aus der Region zusammen gebracht hat, die direkt an die Schulen oder die Caterer liefern. Mit im Boot sind außerdem die Ökolandbau Modellregion Hessen mit dem Arbeitskreis „gesund genießen“. Dabei geht es, neben dem Effekt, dass die Schulkinder eine gute Mittagsversorgung bekommen, auch darum, dass die Lebensmittel von regionalen direktvermarktenden Bauern kommen. Das bedeutet kurze Wege und Wertschöpfung in der Region. „Es wird viel in der Landwirtschaft verdient, aber das Geld landet nicht unbedingt bei den Produzenten“, sagt Sabine Marten von der Ökolandbau Modellregion Nordhessen.

Fünf Landwirte liefern an die Kleeblattschule

Im Falle der Kleeblattschule sind es fünf Landwirte aus der direkten Umgebung, die Fleisch, Milch, Eier, Nudeln und Kartoffeln an die Schule liefern. Die Nahrungsmittel werden in der Kantine der Kleeblattschule direkt verarbeitet und landen dann mittags bei den Kindern. Jede Woche essen 100 bis 200 Kinder in der Schulkantine. Geplant ist eine weitere Vergrößerung des Angebotes um Brötchen, Gemüse, Obst und Molkereiprodukte wie Joghurt, Quark und Käse. „Wir würden uns freuen, wenn die Landwirte einen Stand auf unserem Schulfest haben würden, dann könnten die Eltern direkt ihre Fragen stellen, so würde alles noch transparenter“, berichtet die Schulleiterin Andrea Schumacher.

Eltern befürworten die Umstellung

Durch die Umstellung ist das Schulessen in der Kleeblattschule teurer geworden. 3,30 Euro (vorher 2,80 Euro) kostet jetzt die Mahlzeit mit Nachtisch oder Vorsuppe und einem Getränk. „Die Eltern befürworten insgesamt die Umstellung“, sagt die Schulleiterin und auch das Elternbeiratsmitglied Pascal Ziplies berichtet, dass die Eltern die Neuerung positiv sehen. Eltern, denen es finanziell nicht möglich ist, das Mittagessen für ihre Kinder zu bezahlen, bekommen außerdem finanzielle Unterstützung vom Landkreis. „Die Kleeblattschule ist eine der wenigen Schulen, in denen selber gekocht wird, die meisten anderen haben Verteilerküchen. Aber Caterer aus der Region können nach den selben Grundsätzen beliefert werden“, berichtet der Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann. „Die Landwirte der Region unterstützen und gleichzeitig hochwertiges Schulessen anbieten, das sind unsere Ziele. Wenn es den Schülern schmeckt, dann erzählen sie zuhause ihren Eltern davon, die dann vielleicht auch statt abgepacktem Fleisch lieber Fleisch vom Metzger aus der Region kaufen“, erläutert er.

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