Radiosendung zur Erinnerung an die Eschweger Historikerin und Politikerin Ursula Vaupel

Ursula Vaupel und ihre Tochter Milena Vaupel-Kanter bei einer Lesung ihres Buches „Auch ich war ein Hitlermädchen" vor einer Schülergruppe.
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Ursula Vaupel und ihre Tochter Milena Vaupel-Kanter bei einer Lesung ihres Buches „Auch ich war ein Hitlermädchen" vor einer Schülergruppe.

Der RundFunk Meißner hat im Gedenken an die vor zwei Jahren verstorbene Ursula Vaupel einen Beitrag produziert.

Eschwege. Am 4. Januar 2018 ist die Historikerin Ursula Vaupel aus Eschwege verstorben. Sie wäre am 20. Juni in diesem Jahr 92 Jahre alt geworden. Ein guter Grund, um an diese sehr (frauen-) bewegte und bewegende Frau zu erinnern.

Ursula Vaupel hat nach ihrer Pensionierung viele Projekte in Eschwege umgesetzt: sie hat die Eschweger Geschichte erforscht und sich besonders mit der Kaiserin Theophanu als Ahnin von Eschwege und ihrer Tochter Sophia als Gründerin des Cyriakusstiftes in Eschwege befasst.

Forschungen zu den „Hexenprozessen" in Eschwege

Sie hat das Buch „Hexenprozesse in Eschwege 1657“ veröffentlicht und dafür gesorgt, dass der Kerker, in dem die als Hexe verfolgte Catharina Rudeloff einsitzen musste, restauriert und in die Gästeführung mit aufgenommen wird.

Ursula Vaupel hat nach großen Widerständen erreicht, dass vor der Volkshochschule die feierliche Enthüllung des Mahnmals gegen Gewalt „Erinnern – widerstehen – für Menschenwürde“ von Christa T. Beyer im Beisein des Landrats Stefan Reuss stattfinden konnte. Auf ihr Betreiben hin konnte schließlich auch das Labyrinth auf dem Schulberg - dem Frauenort in Eschwege schlechthin - realisiert werden.

Die Jugend im Nationalsozialismus thematisiert

Mit 70 Jahren hat sie begonnen, ein Buch für ihre Enkel über ihre Vergangenheit zu schreiben, das dann schließlich überarbeitet mit dem Titel „Auch ich war ein Hitlermädchen“ veröffentlicht wurde. Von 2011 an hat sie gemeinsam mit ihrer Tochter Lesungen in Schulen aus ihrem Buch durchgeführt.

Gespräch über das Leben von Ursula Vaupel

Auf der Grundlage ihres Buches „Auch ich war ein Hitlermädchen“ haben ihre Tochter Milena Vaupel-Kenter und die Gleichstellungsbeauftragte des Werra-Meißner-Kreises, Thekla Rotermund-Capar, eine Stunde im RundFunk Meißner über Ursulas Vergangenheit und ihre Projekte gesprochen.

Ursula Vaupel war es sehr wichtig, Schülerinnen und Schüler, aber auch Erwachsene, aufzufordern, achtsam und wachsam zu bleiben, hinter Dinge zu schauen, diese zu reflektieren und sich nicht so verblenden zu lassen, wie ihre Generation verblendet worden ist.

Ausstrahlungen am 20., 22. und 23. Juni

Ihre letzte Botschaft lautete: „Es ist wichtig, dass Ihr Euch mit allen Wesen verbunden fühlt und keiner Ideologie nachrennt.“ Die Sendung ist zu hören: an ihrem Geburtstag, am Samstag, den 20. Juni im RundFunk Meißner um 11.05 Uhr und 17.05 Uhr und in der Wiederholung am Montag, den 22. Juni, ebenfalls um 11.05 Uhr und 17.05 Uhr und am Dienstag, den 23. Juni um 12.05 Uhr.

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