Mit dem Motorrad durch Zentralasien: Reisedokumentation war im Kino zu sehen

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Für Margot Flügel-Anhalt war es ein Premierenabend, sie hatte den Film von Dokumentarfilmer Johannes Meier noch nicht gesehen.

18.046 Kilometer in 117 Tagen: Margot Flügel-Anhalt hat eine ganz besondere Reise durch Zentralasien hinter sich. Und die wurde nun im Kino gezeigt.

Eschwege. Der vergangene Freitagabend war für Margot Flügel-Anhalt ein Premierenabend, denn der Film über ihre 18.046 Kilometer lange Reise durch den Fernen Osten wird im Cinemagic Kino auf der Leinwand gezeigt. Und sie hat ihn vorher noch nicht gesehen, erst einige Stunden vor Anlauf waren die dreimonatigen Arbeiten am Schnitt abgeschlossen.

„Da ich Theater spiele, bin ich es gewohnt, geschminkt auf der Bühne zu stehen. Nun, so völlig ungeschminkt und dadurch, dass ich keinen direkten Einfluss hatte, ist es schon etwas Besonderes. Doch ich wusste ja, worauf ich mich eingelassen habe”, sagt die 64-Jährige kurz vor Filmbeginn. Denn bereits ein Jahr vorher hat sie sich genau auf ihre 117 Tage dauernde Reise vorbereitet, sowohl praktisch als auch mental. „Fernost hat mich schon immer interessiert, nun habe ich Zeit und kann meine Reiselust auch ausleben.”

Dabei geht es ihr jedoch nicht nur darum, durch die Länder durch zu fahren, sondern den Weg ins echte Leben der Menschen zu finden. „Mit meinen Berichten will ich nicht nur zeigen, wie viel Energie hinter dieser Reise steckt, sondern auch die Situationen der Menschen vor Ort aufzeigen. Wenn jemand sagt, was und wo ist eigentlich Tadschikistan, weiß ich nun ganz genau, was es ist”, sagt sie. So hätten sie auch viele Wunder durch die Fahrt hinweg begleitet, so wie ein Motorradfahrer, der durch eine sanitäre Ausbildung ihr selbst bei einem Unfall Erste Hilfe leisten konnte. Und auch die Hilfsbereitschaft der Menschen hat sie fasziniert. „Wir können sehr viel von den Menschen dort lernen. Man muss fernab der medialen Berichterstattung genauer hinsehen und die Bevölkerung nicht mit ihren Machthabern an einen Tisch setzen”, appelliert sie.

Filmteam begleitete sie an einigen Tagen

Auf ihr Vorhaben aufmerksam geworden ist auch Johannes Meier, Dokumentarfilmer. „Ich hatte schon länger von den Reiseplänen gehört und wusste, so eine verrückte Geschichte muss ich filmen”, sagt er und spielt dabei auf die persönlichen Voraussetzungen der Frau aus Thurnhosbach an. Nicht nur, dass sie alleine als Frau durch Länder fuhr, in denen Frauen eigentlich nicht alleine fahren dürfen, so war sie auch eine Fahranfängerin. „Natürlich gibt es bereits Reisefilme, auch mit Motorrad und vielleicht auch in der Umgebung. In unserem Film gibt es aber keinen jungen Helden, der sein Abenteuer sucht, sondern eine junggebliebene Frau, offensichtlich Anfängerin, die sich auf dieses Wagnis einlässt”, beschreibt Meier das Besondere an dem Film.

Für ihn ist es der erste 90-minütige Kinofilm. „Solche Filme gehören ins Kino. Es ist ein Traum, ihn auf der Leinwand sehen zu dürfen”, sagt er. Das Filmteam, dazu gehört auch noch Paul Hartmann aus Eschwege, hat Margot Flügel-Anhalt einige Wochen auf ihrer Reise begleitet, um Filmmaterial zu sammeln. Die restliche Zeit hat sie selbst mit einer Helm-Kamera festgehalten. „Auch ein Lerneffekt für sie, nicht hoch, sondern quer zu filmen”, scherzt Meier.

Am Mittwoch ist der Film in Witzenhausen zu sehen. Das Capitol Kino Witzenhausen zeigt den Film „Über Grenzen” am Mittwoch, 13. März, um 19.30 Uhr. Anschließend sind die Protagonistin Margot Flügel-Anhalt und der Dokumentarfilmer Johannes Meier (Kassel) zu Gast im Capitol zum Witzenhäuser Filmgespräch. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt nur 8 Euro. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

Es gibt bereits weitere Reisepläne, im Mai soll es in die schottischen Nordwest-Highlands gehen. Außerdem will sie nochmal nach Fernost. Ihre 125er Reiseenduro wird allerdings nicht mehr dabei sein, diese verkauft sie.

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