Die Retter des Fachwerks

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Herleshausen. Das Ehepaar Germeroth bekam den Hessischen Denkmalschutzpreis.

Herleshausen.Zusammen mit weiteren Preisträgern des Hessischen Denkmalschutzpreises erhielten die Eheleute Manß-Germeroth aus dem Werra-Meißner-Kreis heute die Anerkennung und die Urkunde von Kunst- und Kulturminister Boris Rhein überreicht. Der Hessische Denkmalschutzpreis wird seit 1986 jährlich vom Land Hessen gemeinsam mit der Lotterie-Treuhand GmbH verliehen. Er ist mit 15.000 Euro dotiert und wird unter den Preisträgern aufgeteilt.

"Der jahrzehntelange Einsatz zum Erhalt des historischen Ortsbildes in Herleshausen von Karin Germeroth und Siegfried Manß-Germeroth und die vorbildliche denkmalgerechte Sanierung ihrer Hofanlage in der Schulstraße 3 in Herleshausen haben zur Preisvergabe geführt", so Sigrid Erfurth, MdL und Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Werra-Meißner-Kreis. "Doch nicht nur die Sanierung ihres eigenen Heims hat Eindruck gemacht: auch das besondere Engagement der beiden. Ihnen ist zu verdanken, dass Herleshausen seinen besonders reichhaltigen Bestand an Fachwerkbauten des 17.-20. Jahrhunderts noch besitzt."

Durch die Lage an der ehemaligen Grenze zur DDR und dem innerdeutschen Grenzübergang waren die Gebäude in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts stark gefährdet: der gesamte Grenzverkehr verlief durch die enge Ortsdurchfahrt. "Geplant war der Abbruch historischer Gebäude und der Bau einer Umgehung durch den südlichen Schlosspark. Beide Maßnahmen sollte der geplagten Gemeinde Entlastung schaffen", erläutert Erfurth. Mit großem Engagement konnte eine Bürgerinitiative, initiiert von den Eheleuten Manß-Germeroth, unterstützt von der TU Darmstadt und dem Landesamt für Denkmalpflege, diese Planungen verhindern. "Wir sind diesen beiden Pionieren des bürgerschaftlichen Engagements für den Denkmalschutz in Hessen sehr dankbar für ihren Einsatz und ihr Weitsicht. Die historischen Gebäude tragen sehr zur touristischen Attraktivität unserer Region bei."

Neben dem unermüdlichen Einsatz für den historischen Ort Herleshausen, widmeten sich die Eheleute seit den 1980er Jahren einer geerbten Hofanlage am nördlichen Ortsrand. Das Wohnhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert, die den Hof abschließende Scheune aus dem 19. Jahrhundert. Unter fachlicher Begleitung des Landesamtes und der Propstei Johannesberg wurde das Fachwerk saniert, eine Innendämmung aus Lehm aufgebracht und die historischen Ausbauteile wie Fenster und Türen erhalten. Bei allen Arbeiten brachten sich die Eigentümer in überdurchschnittlicher Weise mit großer Sensibilität und Gespür für das historische Erbe ein.

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