Rettungshundestaffel Werra-Meißner probte den Ernstfall

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Fritzi wird für  seinen Einsatz beim Training belohnt.

In Hessisch Lichtenau probte die Rettungshundestaffel Werra-Meißner für den Ernstfall in einem Abrisshaus.

Hessisch Lichtenau. „Die meisten unserer Trainings finden auf Wiesen oder im Wald statt“, erzählte Anja Hoche, Ausbildungsleiterin der Rettungshundestaffel Werra Meißner, am vergangenen Samstag. „Gottseidank haben wir heute dank den Firmen ASR-Mitte und Frölich die Möglichkeit die Trümmersuche zu üben.“

Bei der Trümmersuche handelt es sich um die Suche nach Verschütteten vor allen in Gebäuden. „Dies ist für die Hunde und für uns eine besondere Herausforderung“, verriet Hoche mit einem Blick auf das große, alte Frölich-Gebäude in der Sudetenstraße in Hessisch Lichtenau.

„Bei der offenen Flächensuche können sich die Hunde in den Wind stellen und so die Witterung aufnehmen, bei geschlossenen Gebäuden ist das nicht möglich“, sagte die Ausbilderin.

In Gebäuden steige der Geruch von gesuchten Personen zur Decke, wälze sich dort durch mehrere Räume entlang und fiele dann wieder auf den Boden. „So wird es zu einer sehr schwierigen und feinen Arbeit für die Hunde, die Witterung aufzunehmen.“ 14 Mitglieder der Rettungshundestaffel waren bei dem Training, das bis spät in den Tag ging, mit ihren Hunden anwesend.

„Je nach Ausbildungsstand der Hunde haben wir verschiedene Aufgaben und Schwierigkeitsgrade im heutigen Training“, erzählte Ausbilderin Julia Melzer. „Für einen Flächenhund, der also in offenen Gebieten sucht, beträgt die Ausbildungszeit zwei bis drei Jahre, für einen Trümmerhund dauert sie noch länger.“

Für Andrea Kuss und ihren Hund Fritzi ging es im Training darum, dass das Tier das richtige Verhalten beim Auffinden einer gesuchten Person lernt. Für Fritzi ist dieses Verhalten das sogenannte Verbellen. Durch stetiges und lautes Bellen soll der Hund die Helfer auf den Fund aufmerksam machen.

Ausbilderin Melzer spielte eine vermisste und verschüttete Person in einer Bodenkuhle im verzweigten Keller des Frölich-Gebäudes. Aus der Sicht eines Laien erledigte Fritzi die Aufgabe gut, aus der Sicht eines Rettungshundestaffelmitglieds gab es Luft nach oben. „Das Auslösen des Bellens hat geklappt“, schätze Kuss ihren Hund ein.

„Allerdings fehlt noch die Qualität und Kontinuität des Bellens, das müssen wir weiter üben.“ Für Fritzi, der erst zwei Jahre alt ist und mit viel Elan beim Training dabei war, gab es zur Belohnung trotzdem eine Spielrunde mit seinem Frauchen. Die Rettungshundestaffel Werra-Meißner, die Mitglied im Bundesverband Rettungshunde (BRH) ist, wird im Jahr durchschnittlich zu zwölf Einsätzen gerufen.

Mit 26 Einsätzen als Spitze, so Hoche. Das Training nimmt dabei einen großen Teil der Freizeit der Mitglieder ein. Standartmäßig gibt es jede Woche zwei Trainings, eines in der Woche und eines am Wochenende.

Die Rettungshundestaffel Werra-Meißner Probte im alten Frölich-Gebäude in Hessisch Lichtenau

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