Mit der Rikscha durch die Stadt - Witzenhausen stellt Glücksmobile vor

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Das Glücksmobil unterwegs: Esther Mieves (Projektleiterin, links) lud Bauamtsleiter Bernd Westermann, sowie die Bürgermeisterin Angela Fischer zur Testfahrt vor der Gartentour ein. Mit dabei sind ebenfalls Maximilian Volk ( 3. von rechts), der die App für das Glücksmobil programmierte, sowie Hannah, Tochter von DITSL-Chef Christian Hülsebusch, der das Projekt mit Rat und Tat maßgeblich begleitet.

Das Glücksmobil soll bei verschiedenen Veranstaltungen in der Stadt Witzenhausen den Dialog zwischen den Bürgern fördern und unterschiedliche Ideen und Meinungen sammeln.

Witzenhausen. Solch positive Resonanz bekommt man selten, wenn man sich durch die Stadt bewegt: Menschen, die einem begegnen, lachen, winken, wollen einen fotografieren. Aber wie oft ist man denn auch in einer Tandem- oder Parallelrikscha schon durch die Witzenhäuser Innenstadt gefahren? Hier kommen die beiden Witzenhäuser Glücksmobile ins Spiel- und bei einem Selbsttest der Autorin haben sie während der Fahrt für einige Glücksmomente gesorgt. Auch Bernd Westermann und Angela Fischer, beide zur sogenannten „Jungfernfahrt“ eingeladen, zeigten sich begeistert, während sie kurz vor dem Start der diesjährigen Witzenhäuser Gartentour ihre Runden durch die Fußgängezone und anliegenden Straßen drehten.

Rikscha–Projekt ist Preisträger

Gesellig geht es auf den Rikschas zu – und das ist auch Sinn der Sache – schließlich sind sie Teil eines größeren Projektes, welches sich die Lebens-Werte Witzenhausens auf die Fahne geschrieben hat. In diesem Projekt, welches den diesjährigen „Ab in die Mitte“ Preis gewonnen hat, geht es darum, die Lebensqualität in Witzenhausen mit einigen Teilprojekten zu erhöhen und die schon vorhandene Qualität sichtbarer zu machen. Hierzu gehören unter anderem „altbewährte“ Veranstaltungen wie eben die Gartentour, die in Kooperation mit der Pro Witzenhausen GmbH durchgeführt werden, aber auch um ganz neue Impulse, wie den Lebens-Werte-Projektladen in der Ermschwerder Straße 6. Dieser kann von Juni bis Oktober für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt werden. Projektleiterin Esther Mieves wünscht sich viele unterschiedliche Nutzergruppen, die möglichst in den öffentlichen Raum hineinagieren. „Der Jugendrat war schon da und hat getagt, eine internationale Studentengruppe wird dort bald einen „Science Video Jam“ veranstalten, Kunstausstellungen und Projekte zur Stadtentwicklung mit Kindern sind geplant, auch der Seniorenrat hat schon Interesse angemeldet.” Für die Ladennutzung können sich Interessierte an Esther Mieves wenden: e.mieves@ditsl.org

Ein weiterer Baustein – quasi als Endprodukt des Projektes – soll eine interaktive Karte sein, auf der die Witzenhäuser ihre lebenswerten Orte und Erfahrungen einfließen lassen können. Diese entsteht auch in Zusammenarbeit mit der Pro Witzenhausen GmbH. Die Glücksmobile, die Mieves erst drei Wochen vor Projektstart erwerben konnte und zum Großteil in tagelanger Schweißarbeit selbst umgebaut hat, sind wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts: Zum einen sorgen sie für Öffentlichkeit, vor allem aber bringen sie Menschen zusammen, die sich noch nicht oder nicht so gut kennen- und diese miteinander ins Gespräch. „Wie willst du leben? Was bedeutet Lebensqualität für dich? Was wünschst du dir für Witzenhausen?“

Das Glücksmobil wurde während der Gartentour rege genutzt. Auch die Kanditatinnen für das Kirschenköniginnenamt erfuhren sich damit glückliche Momente.

Zu diesen Fragen können sich die Radler während der Tour austauschen. Idealerweise drücken sie dann ab und an auf den Aufnahmeknopf der eigens für die Glücksmobile entwickelten App. Dort können die Mitfahrer ihr Alter, Herkunft und Geschlecht eingeben und Sprach- und Video-botschaften hinterlassen.

Dialog zwischen den Bürgern schaffen

„Ziel ist es, zu verschiedenen Anlässen wie der Gartentour, bei Aktionstagen und Stadtfesten, während der gemeinsamen Fahrt auf dem „Glücksmobil“, einen vielfältigen Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern Witzenhausens anzuregen und dabei unterschiedliche Stimmen, Ideen und Meinungen zu sammeln. Diese Nachrichten werden mit Methoden der qualitativen Sozialforschung, der sogenannten qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet und aufbereitet, um dadurch Ansichten von Menschen aus Witzenhausen hör- und sichtbar zu machen. Auf diese Weise soll ermittelt werden, was Menschen in und an Witzenhausen wertschätzen, wo sie Potenziale sehen und was ihnen noch fehlt. Dies ist eine alternative Art der Bürgerbeteiligung, die Spaß macht, Menschen verbindet und durch die Leichtigkeit, mit der sie daher kommt, die Kreativität der Menschen anregt“, so Mieves zur Hintergrundidee. Im Oktober wird den Witzenhäusern im Rahmen einer Abschlussveranstaltung die Auswertung der gesammelten Beiträge und eine Auswahl der schönsten, witzigsten und skurrilsten Nachrichten präsentiert.

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