Rund 200 Menschen beteiligten sich an Mahnwache gegen Rechte Gewalt

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Zu der Mahnwache gegen rechte Hetze und Gewalt kamen am vergangenen Mittwoch rund 200 Menschen in die Eschweger Innenstadt.

Rund 200 Menschen folgten am Mittwoch dem Aufruf des Aktionsbündnisses „Bunt statt braun“ zu einer Mahnwache gegen Gewalttaten von rechts und für mehr Demokratie.

Eschwege - Auslöser für die Aktion war das Bekanntwerden von Morddrohungen gegen den Bundestagsabgeordneten und Staatsminister Michael Roth (wir berichteten). Karl Montag verlas bei der Mahnwache einen Brief von Roth, in dem er dazu aufrief, dass der Staat im Angesicht der Aktivitäten in der rechten Szene „wehrhaft und wachsam“ sein müsse.

Michael Krämer vom Aktionsbündnis erinnerte daran, dass Morddrohung Morddrohung bleibe, egal ob sie gegen einen Politiker der SPD oder gegen einen Politiker der AfD ausgesprochen würde. Altbürgermeister Jürgen Zick verlas einen Wortbeitrag des aus dienstlichen Gründen verhinderten Bürgermeisters Alexander Heppe. Er mahnte, dass Hass und Antisemitismus weit verbreitet seien und viele Menschen sich nicht trauten, sich dagegen zu stellen. Dadurch hätten die Extremisten aber gewonnen. Dekan Dr. Martin Arnold sagte, man solle sich gegen die Brandstifter wehren und selber zum Friedensstifter werden. Er dankte Bunt statt braun dafür, dass die Mahnwache organisiert wurde.

Der Landtagsabgeordnete Knut John sieht im Fehlen von Demokratieunterricht an Schulen einen der Gründe für das Erstarken von Rechtspopulisten. Außerdem glaubt er, dass die Menschen nicht genügend über die Nazizeit aufgeklärt sind und rief dazu auf, dies nachzuholen. Die Landtagsabgeordnete Karina Fissmann berichtete, dass die AfD im Landtag die Sitzungen störe und Minderheiten diffamiere, auch sie ist der Meinung, dass man dem nur mit Aufklärung begegnen könne.

Der Vorsitzende des Kreistages, Dieter Franz, berichtete, dass Hass-Mails nicht nur an Berufspolitiker geschickt werden, sondern auch immer mehr Ehrenamtliche von solchen Anfeindungen betroffen seien. Er hätte nie geglaubt, dass das in Deutschland noch einmal möglich wäre, sagte er. Die Meinungsfreiheit müsse geschützt werden und Hass und Hetze mehr strafrechtlich verfolgt werden. Für ihn ist ein Nachjustieren der Gesetzeslage in diesem Zusammenhang notwendig. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden bei der Mahnwache Kerzen entzündet. Den musikalischen Rahmen gestaltete die Gruppe Black and white.

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