Rundfunk Meißner plant Studio in Witzenhausen

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Die Moderatoren Matthias Opper und Marco Gundlach arbeiten für RFM in Eschwege.

Die Möglichkeiten eines Radiostudios in der Stadt zeigte Stefanie Müller in der Kirschenstadt auf.

Witzenhausen. Witzenhausen geht auf Sendung - mit einem eigenen Radiostudio. Das soll ab Ende August in den Räumen der neuen Volkshochschule eingerichtet werden. Auf Einladung des Jugendrates Witzenhausen kamen mehrere Redakteure von Rundfunk Meißner (RFM) in den Witzenhäuser Rathaussaal. Dort informierte Geschäftsführerin Stefanie Müller, neue potentielle Radiomacher über Aktivitäten und die Struktur des Vereins hinter dem Freien Radio. Dieses sendet in der Region auf vier Frequenzen von Sontra bis nach Witzenhausen.

Vielfältiges Angebot

„Das vielfältige Angebot an Veranstaltungen, Institutionen und Vereinen in Witzenhausen kam in den vergangenen Jahren bei RFM viel zu kurz“, sagte Müller. Bereits in der Gründungszeit des Vereins hatte es ein Studio in der Kirschenstadt gegeben, da es aber zu wenig genutzt wurde, entschied man sich dazu es wieder zu schließen. Grund für den Mangel an Witzenhäuser Themen könnte auch die Entfernung zum Funkhaus in Eschwege sein. „Bei uns“, ergänzt Stefanie Müller, „entscheiden die Moderatoren selbst über die Inhalte ihrer Sendungen.“ Mehr Moderatoren aus Witzenhausen würden auch mehr über ihre Stadt berichten. Die Gesellschaft für nachhaltige Entwicklung (GNE), der Fachschaftsrat der Universität, das Jugendhaus Freiraum, Transition Town sowie der Jugendrat Witzenhausen sind Partner, die ihre aktive Unterstützung für Radiosendungen aus und über Witzenhausen bereits angekündigt haben.

Zahlreiche Möglichkeiten und das große Potential eines Radiostudios in der Stadt zu haben, wurden aufgezeigt. Von Bildungsarbeit und Hörspielen über reine Musiksendungen, sowie Reportagen sei quasi alles möglich. Auch die Bildungsarbeit würde mit einem eigenen Studio mehr in den Mittelpunkt rücken, da die gesamte Radioproduktion greifbarer und nachvollziehbarer würde. Müller hatte sich in der letzten Zeit vor allem auf die Nachwuchsarbeit in Eschwege und Umgebung konzentriert und konnte so einen guten Einblick vermitteln. In Eschwege und Wanfried gibt es an den weiterführenden Schulen Radio AGs, junge Menschen können beim Sender Praktika oder Freiwilligendienste absolvieren.

Gemeinsam mit der Familienbildungsstätte in Eschwege wurde das Projekt „Radiokids on Tour“ ins Leben gerufen. Die Kinder lernen lokalen Betrieben vor Ort und verschiedene Aspekte ihrer Heimat kennen und erlangen gleichzeitig Medienkompetenz. „Oder wissen Sie, wie weit Sie das Mikrophon vom Maul einer Kuh entfernt halten müssen, damit sie es nicht mehr ablecken kann?“ scherzte Müller.

Großes Interesse

Auch in Witzenhausen haben die Jugendlichen selbst großes Interesse an dem Medium Radio: „Wir möchten das Radio nutzen, um Events zu bewerben, und auch eigene Podcasts produzieren“ so Maike Brauckmann vom Jugendrat. „In Witzenhausen ist alleine durch die räumliche Nähe zu Schulen, Kitas, der Uni und der Innenstadt vieles denkbar“, meinte Müller. „Ein Campusradio könnte auf Sendung gehen oder Konzert aus dem Studierendenclub live mitgeschnitten werden.“

 „Der große Vorteil liegt darin, dass es keinen Druck gibt“, meinte Katja Mahal, Redakteurin bei RFM seit mehr als einem Jahr. „Das Stammprogramm läuft sowieso und daher kann in Witzenhausen auch erstmal klein angefangen werden und sich alles langsam entwickeln. In noch freie Sendezeiten wird einfach das Programm aus Eschwege eingespielt.“ Zunächst soll sich ein Anfangsteam zusammenfinden, welches gemeinsam den Sendebetrieb vor Ort aufbaut. Das Team kann sich auch in die konkrete Einrichtung des neuen Studios einbringen. Das technische Equipment kommt aus Eschwege, die Raummiete von 100 Euro haben für ein Jahr im Voraus verschiedene Unterstützer aus der Stadt schon finanziert.

Es sei bereits denkbar, mit dem Anfangsteam ein „Witzenhausen Magazin“ zu produzieren, welches dann bis September aus Eschwege gesendet werden könnte. Schon jetzt sei es möglich, im Studio in Eschwege zu hospitieren und Einblicke zu gewinnen. Konkrete Workshops zu Radiotechnik, Stimmtraining, Medienrecht und Recherche sollen in Kooperation mit der Volkhochschule Witzenhausen durchgeführt werden. Mahal dazu: „Wir sind sehr glücklich, in den selben Räumlichkeiten wie die VHS zu sein. Das ermöglicht uns gute Synergieeffekte.“

Das nächste Treffen zum Studioaufbau findet am 17. Mai um 19 Uhr in der Steintorschule statt, inklusive Besichtigung des Raums, in dem das Studio installiert wird. Weitere Informationen gibt es unter witzenhausen@rundfunk-meissner.org

Radio Meißner

Das freie und nicht kommerzielle Radio wird über GEZ-Gebühren finanziert, ist also komplett werbefrei.

Hinter dem Radiosender steht ein eingetragener Verein.

Bei RFM arbeiten 70 Redakteure im Alter von 14 bis 70 Jahre.

Redakteure und Gruppen können ihre Sendezeit frei gestalten.

Etwa 4.500 Hörer am Tag schalten den Sender auf vier Frequenzen ein.

In Witzenhausen steht der Sendemast am Johannisberg.

Das Freie Radio unterliegt dem Sende- und Rundfunkrecht.

Spenden für das Studio können an folgendes Konto gerichtet werden: Rundfunk Meißner e.V. IBAN: DE37 5225 0030 0000 0015 29 BIC: HELA DEF 1ESW Konto-Nr. 1529 BLZ 522 500 30 Sparkasse Werra-Meissner

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