Salzreduzierung: Drei Maßnahmen sollen Werra und Weser reinigen

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Die Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGG Weser) hat einen Masterplan beschlossen, womit die Salzreduzierung bis Ende 2027 erfolgen soll.

Nordhessen.  Die für den Gewässerschutz in der Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGG Weser) zuständigen Ministerinnen, Minister und der Senator haben gemeinsam Ziele und Maßnahmen zur Reduzierung der Salzbelastung in Werra und Weser beschlossen. Im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung konnte unter Vorsitz von Bremens Umweltsenator Dr. Joachim Lohse länderübergreifend mit allen Weseranrainern ein Plan beschlossen werden, der den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie und den Anforderungen der EU-Kommission entspricht.

Umsetzung durch drei zentrale Maßnahmen

Durch drei zentrale Maßnahmen soll mit dem "Masterplan Salzreduzierung" bis Ende 2027 die Salzbelastung in der Weser soweit reduziert werden, dass der geforderte ökologische Gewässerzustand erreicht und negative Beeinflussungen auf Pflanzen- und Tierwelt vermieden werden. In der durch den Kalibergbau hochbelasteten Werra soll die Salzkonzentration halbiert werden. Die drei vorgesehenen Maßnahmen sind mit dem Unternehmen K+S abgestimmt, die notwendigen Kosten sind vollständig durch das Unternehmen zu tragen."Bei der Umsetzung werden wir K+S unterstützen", so Umweltministerin Priska Hinz. "Ich bin erleichtert, dass es nach jahrelangem Ringen um eine Lösung, zu dem Beschluss des Bewirtschaftungsplans Salz gekommen ist.”

Bis Ende 2017 soll eine Kainit-Kristallisations-Flotationsanlage (KKF-Anlage) in Hattorf errichtet werden, die die Salzabwassermenge aus der Produktion um 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr reduziert. Zweitens ist geplant, alle bestehenden und zukünftigen Halden durch das Unternehmen K+S abdecken zu lassen. Die dritte Maßnahme sieht ab 2021 das Einstapeln  von verfestigten Rückständen unter Tage vor. Eine weitere Einleitung in die Werra kann damit unterbunden werden.Bis  2018 wird geprüft, ob ergänzend weitere Maßnahmen notwendig sind, um die Salzreduzierung zu erreichen.

"Aus hessischer Sicht", so Ministerin Hinz weiter, "ist es wichtig, dass die Option für einen Werra-Bypass erhalten bleibt, falls die vereinbarten Maßnahmen nicht ausreichen. Trotzdem gilt unmissverständlich, dass alle vereinbarten Grenzwerte eingehalten werden."Zur engen Begleitung der Maßnahmenumsetzung wird eine Arbeitsgruppe aus Experten der Anrainerländer, Vertretern des Unternehmens K+S und Mitarbeitern der Geschäftsstelle der FGG Weser eingesetzt."Durch die Arbeitsgruppe wird eine umfangreiche Kontrolle und eine regelmäßige Berichterstattung gegenüber dem Weserrat und der Öffentlichkeit gewährleistet werden", so Hinz.

Hintergrund

In der FGG Weser sind die Bundesländer Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammengeschlossen, welche die Einzugsgebiete der Werra, Fulda, Weser und Jade und ihrer Nebenflüsse berühren. Hauptaufgabe ist die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie und der EG-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie. Bremen hat seit Anfang 2016 bis Ende 2018 den Vorsitz der FGG Weser.Das unter den sieben Bundesländern verabredete Maßnahmenpaket wurde unter dem Vorsitz Thüringens bis Dezember 2015 ausgehandelt und erhielt in den letzten Wochen seine endgültige Zustimmung.

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