Heußner will Schandfleck abreißen für Neubau

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Bürgermeister Michael Heußner würde an der Stelle gern ein neues Haus stehen sehen. Die Stadtverordneten sollen sich mit dem Projekt in der nächsten Sitzung am 8. Dezember befassen.

Lichtenaus Bürgermeister wünscht sich eher neue Bewohner in der Kirchstraße statt neuer Parkplätze.

Hessisch Lichtenau. Michael Heußner begibt sich vom Rathaus, seinem Arbeitsplatz, auf den Weg zur Kirchstraße 17, einem alten heruntergekommenen Haus, das auseinander fällt. Der Eigentümer hat es geerbt, kann sich nicht darum kümmern und würde sich freuen, wenn er es endlich los wäre. Die Nachbarn regen sich schon seit Jahren auf. Das Unkraut wuchert, Ratten sollen das Haus für sich entdeckt haben.

Schon Heußners Amtsvorgänger Jürgen Herwig befasste sich mit dem „Schandfleck“. Wolle das Haus abreißen und Parkplätze an dessen Stelle errichten lassen. Der Denkmalschutz gab bereits grünes Licht für den Rückbau, wie ein Abriss in der Amtssprache heißt.

Auf dem Weg zum Gebäude wird der Bürgermeister von Passanten angesprochen, jeder hat so seine Problemchen und Heußner leiht ihnen sein Ohr. Hört zu. Auf seinem Weg macht er noch schnell ein paar Bilder mit dem Telefon, das Kopfsteinpflaster löst sich. „Es gibt mehr als eine Baustelle in Hessisch Lichtenau, die angegangen werden müssen“, betont Heußner immer wieder.

Als er an dem Haus in der Kirchstraße 17 ankommt trifft er erneut auf einige Bürger und wird sofort auf das Gebäude angesprochen. Es ändere sich nichts, Heußner erwidert, dass er sich derzeit um eine Lösung bemühe. „Seit zehn Jahren bemüht man sich“, wird Heußner entgegnet. Es klingt, als ob es Heußners Schuld sei, dabei ist Michael Heußner erst ein Jahr und drei Monate im Amt. Er rückt die Warnbarken zurecht, damit wieder mehr Abstand zum Haus besteht.

Er möchte in seiner Amtszeit die Altstadt voranbringen. Das Haus solle zwar abgerissen werden, doch an dieser Stelle möchte er einen Neubau und keine Parkplätze sehen.

Für den Abriss gebe es Mittel aus einem Förderprogramm, auch einem künftigen Bauherren stehe zur Seite.

Immer wieder muss er sich vor Ort den anwesenden Bürgern erklären. Heußner macht dies immer wieder und erklärt die Lage, auch wenn diese nicht jedem gefällt. Die Stadtverordneten sollen sich in der kommenden Sitzung am 8. Dezember mit dem Thema befassen, einem möglichen Neubau, keine Parkplätze. Heußner wolle neue Anwohner und keine neuen Lücken.

Auf dem Rückweg trifft er erneut einige Passanten, wieder werden ein paar Worte gewechselt.

Zurück in seinem Büro erklärt Heußner, dass Anfang 2018 ein Arbeitskreis ins Leben gerufen werden soll, der sich mit der Altstadt und der Aufwertung befasst.

Auch der Gewerbeverein soll künftig besser mit einbezogen werden, so sein Wunsch. Ob es gelingt wird sich zeigen müssen.

Bis dahin wird er wohl noch weitere Bilder von losem Kopfsteinpflaster machen und Gespräche mit Passanten führen.

Ein anderes Vorhaben, nämlich der Umzug des Bürgerbüros gegenüber des Rathauses wird wohl erst im Januar stattfinden. Geplant war Dezember.

Es geht dann eben doch nicht immer so schnell, wie man es sich als Bürgermeister wünscht, aber es geht.

Und so hofft Heußner, dass auch die Kirchstraße 17 wieder neu entstehen wird, auch wenn es dann länger gedauert hat, als gewünscht.

Doch Heußner bleibt gelassen: „Mit dem Amt des Bürgermeisters habe ich keinen neuen Job gesucht. Ich möchte unsere Stadt voranbringen!“

Auch Rom wurde ja bekanntlich nicht an einem Tag erbaut, wie es ein Sprichwort sagt.

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