Schonendere Methode beim Einsetzen künstlicher Gelenke

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Dr. med. Franz-Josef Müller, Chefarzt Allgemeine Orthopädie/Traumatologie sowie Chefarzt des Nachsorgezentrums an der Orthopädischen Klinik, erklärte die neue „Fast Track“-Methode, nach der in Zukunft die meisten Endoprothesen-Implantationen in Lichtenau stattfinden sollen. Foto: Horn

Die Orthopädische Klinik in Hessisch Lichtenau wendet eine neue und schonendere Methode beim Einsetzen künstlicher Gelenke an

Hessisch Lichtenau. Marianne Eisenträger ist 68 und fühlt sich eigentlich ganz fit. Doch vor drei Jahren brauchte sie ein neues Kniegelenk. An der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau ist dies ein Routineeingriff, dort verlief die Operation – eine sogenannte Endoprothesen-Implantation – planmäßig.Am Tag darauf ging es ihr den Umständen entsprechend gut, sie war jedoch noch ziemlich müde aufgrund der Schmerzmittel. Nach einer Woche konnte sie die Klinik wieder verlassen.Drei Jahre später, in diesem November musste Eisenträger nun auch ihr zweites Knie operieren lassen. Auch hier entschied sie sich wieder für die Orthopädische Klinik in Hessisch Lichtenau. Doch diesmal verlief die Operation ein wenig anders als sie dachte. "Es verlief alles irgendwie schneller und ich habe mich auch ziemlich schnell wieder gut vom Kopf her gefühlt. Von meiner ersten OP wusste ich ja noch, dass ich am Tag darauf noch recht müde war und eigentlich nur schlafen wollte, daher habe ich auch meinem Mann gesagt, er braucht mich an dem Tag erst gar nicht zu besuchen", so die 68-Jährige. Doch zu ihrem Erstaunen war sie fit, es ging ihr besser als sie erwartet hatte, auch das Knie fühlte sich schneller wieder gut an.

Fast Track

Der Grund dafür liegt in einer neuen Operationsmethode, die seit einigen Monaten in der Klinik angewendet wird: "Fast Track" (FT) oder auch "Fast-Track-Chirurgie" nennt sich diese.Dr. Franz-Josef Müller, Chefarzt an der Orthopädischen Klinik hat sich mit dem Kollegium dazu entschlossen, diese Methode anzuwenden. "In den USA wird diese Methode schon länger erfolgreich angewendet und die Resultate haben uns überzeugt", so Müller.Mit dem Fast Track-Konzept kann der Aufenthalt der Patienten um bis zu zwei Tage verkürzt werden. Konnten Patienten bei der alten Methode frühestens nach einer Woche die Klinik verlassen, geht dies nach der neuen Methode bereits nach rund fünf Tagen. "Bei FT werden die Muskeln nicht durchtrennt, sondern zur Seite geschoben", erklärt Müller.

Verbesserte Regeneration

Wird ein neues Kniegelenk eingesetzt, wird zudem das Bein nicht mehr abgebunden. "Daher findet keine Unterbrechung des Blutkreislaufes statt, auf diese Art und Weise wird das Bein auch weiterhin mit Nährstoffen versorgt, was die Regeneration erheblich verbessert", so Müller.Blutungen werden umgehend durch Kauterisation gestoppt und langwirksame Schmerzmittel direkt im Knie platziert.Diese "blutarme Operationsmethode" hat den Vorteil, dass die Nachbehandlung weit weniger komplex ist und somit die Heilung schneller vorangeht.Marianne Eisenträger, die beide Operationsmethoden kennengelernt hat, ist von "Fast Track" vollständig überzeugt. Froh ist sie zudem, dass beide Operationen ohne Komplikationen und nach Plan verliefen.

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