Lucy und Lupo zaubern den Bewohnern des DRK-Seniorenheims ein Lächeln ins Gesicht

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(V.li.) Lucy, Herrchen Michael Schneider und Lupo besuchen die Bewohner im DRK-Seniorenzentrum in Witzenhausen

Die Besuchshunde wecken Erinnerungen, fördern die Konzentration und das Gedächtnis der Heimbewohner

Witzenhausen. Erinnerungen wecken, Gedächtnis trainieren und neue Verbindungen schaffen: im DRK Seniorenheim bekommen die Bewohner tierischen Besuch.

Das bald vier Jahre alte Seniorenheim ist bekannt für seine bunten Programme, die sie ihren Bewohnern bieten. Nun haben sie Zuwachs bekommen und zwar tierischen. Zwei Hunde und ein Team. Lucy und Lupo besuchen mit ihrem Herrchen Michael Schneider regelmäßig die Bewohner und zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Doch um ein Besuchshund zu werden, muss der Hund auch einiges mitbringen. „Lupo ist ein Mitglied in der Suchhundestaffel, damit bringt er natürlich geeignete Vorkenntnisse mit. Aber er wird nicht jünger und somit die Arbeit für ihn härter – eine Alternative musste für ihn her“, erklärt Schneider und fügt hinzu, dass er auf eine Ausschreibung des DRK Seniorenheims aufmerksam wurde. Kurzerhand bewarb er sich als Alltagsbegleiter – mit Hund. „Der Hund muss gewisse Qualifikationen für einen Besuchshund mitbringen. Schließlich trägt der Besitzer eine Verantwortung. Wichtige Eigenschaften sind vor allem, dass der Hund menschen- und kontaktfreudig sein sollte. Dazu kommt Zugänglichkeit und soziale Kompetenzen. Allem voran muss der Besitzer jederzeit seinen Hund unter Kontrolle haben – kein Beißen, kein Knurren. Der Hund muss stets abrufbar sein“, vertieft Schneider das Thema und damit die Vorraussetzungen. Eine Ausbildung, die für Hund und Besitzer auch daheim weitergeht. Alltägliche Kommandos müssen sitzen. „Sitz, Platz, Bleib: Dinge, die der Hund verstehen und umsetzen muss“, so Schneider.

Ein Freund und Helfer

Die Bewohner leiden meist unter Demenz, das Alter holte sie schlicht ein und doch tragen sie ein Lächeln auf den Lippen während der Besuchsstunde von Lucy und Lupo. Mit Humor, Feingefühl und einem Händchen zur Empathie unterrichtet Schneider nicht nur seine zwei Fellnasen. Er findet eine Balance, auf die Menschen einzugehen und mit ihnen das Training zu gestalten. Dabei richtet sich das Training sowohl an den Mensch, als auch an das Tier. Mit konkreten Aufgaben wird die Konzentration der Bewohner angesprochen, ihr Gedächtnis trainiert und nebenbei werden Erinnerungen geweckt. Die Hunde reagieren auf die erlernten Kommandos. Wenn der Hund nicht weiß, was er tun soll, reagiert er nicht. So verknüpfen die Damen und Herren des Seniorenheims meist schon unbewusst das Erlernte oder Wissende und setzen es um.

„Es wird eine Tür aufgestoßen und damit wird ungemein viel gewonnen“, gibt Schneider zu bedenken und spricht damit den gegenseitigen Lerneffekt an. Die Bewohner müssen aufmerksam mitarbeiten und die Tiere müssen ebenso flink reagieren. Dabei wird jedoch nicht der Spaß vergessen. Neben der „Arbeit“ gibt es für die Bewohner in vielerlei Hinsicht positive Auswirkungen der Besuche. Denn viele von ihnen besaßen selbst Hunde und verknüpfen Erinnerungen mit der Gegenwart. Dennoch ist jedem selbst überlassen, ob sie der Gruppe beiwohnen möchten oder nicht. „Niemand wird gezwungen. Es gibt viele, die Angst vor Hunden haben, oder sich einfach nicht mögen. Andersherum gibt es auch einige, die sich von größeren Menschenansammlungen fürchten. Hier besuche ich betroffene Bewohner mit den Hunden in den Zimmern“, erklärt Schneider und deutete auf die Vielseitigkeit seiner Besuche hin.

Pausen sind das A und O

Die Kopfarbeit, die jede Einheit mit sich bringt, fordert nicht nur bei Lucy und Lupo ihren Tribut. Auch die Bewohner müssen sich nach dem Besuch ausruhen. „Nach dem Besuch schlafen beide Hunde bis in den späten Abend. Aber es ist auch wichtig den Tieren und den Menschen nach dieser Kopfarbeit eine Pause zu gönnen“, schließt Schneider ab.

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