Skulptur Ludwig Erhard grüßt als ,Witzenhüsser'

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Die Skulptur des einstigen Bundeskanzlers Ludwig Erhard grüßt vor den Toren der Witzenhäuser Altstadt - als ,Witzenhüsser'

Witzenhausen. Freundlich grüßend – eine Zigarre in der Hand haltend – steht seit Kurzem das Standbild Ludwig Erhards vor dem Eingang der Altstadt Witzenhausens. Mit dieser Skulptur wird er wieder in Erinnerung gerufen – der ehemalige Wirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler der so genannten Wirtschaftswunderjahre nach dem zweiten WeltkriegKrieg.

Der ,Ideengeber’ des Denkmals, Jürgen Rippel, enthüllte zusammen mit der Künstlerin Karin Bohrmann-Roth, Bürgermeisterin Angela Fischer und Diana Brehm, Geschäftsführerin Pro Witzenhausen GmbH sowie den beiden Vertretern der Sponsoren, Florian engel von der VR Bank Werra-Meißner und Jörg Losemann vom CDU-Stadtverband Witzenhausen, den neuen ,Witzenhüsser’ Ludwig Erhard, der vom 4.2.1897 bis zum 5.5.1977 lebte.Der ehemalige Bundeskanzler gilt als Vater der sozialen Markt­wirt­schaft. Doch dies sei nicht der eigentliche Grund, warum Erhards Standbild hier einen Platz gefunden habe, erläuterte Jürgen Rippel den zahlreichen Anwesenden.

Was kaum jemand wisse: Ludwig Erhard habe 1955 in Witzenhausen im damaligen Hotel, Zum goldenen Löwen’, das Rippels Tante führte, übernachtet, um Kriegsheimkehrer in ihrer Heimat zu begrüßen. "Heute sind es Flüchtlinge, die in Witzenhausen ebenfalls freundlich begrüßt werden", so Rippel.

"Ich möchte die Geschichten, die unsere Stadt prägen, wieder aufleben lassen und sie in einem ,Museum’ an Wegen und Straßen allen Menschen und Gästen Witzenhausens in Erinnerung rufen. Und es gibt noch weitere Persönlichkeiten, die unsere Geschichte gekreuzt haben und die als Skulpturen ihren Platz an der Stelle erhalten könnten, an der sie auch gewirkt haben", so Jürgen Rippel.Rippel selbst ist ,alter Witzenhüsser’. In der Kirschenstadt geboren, besuchter er hier die Schule und studierte später in Göttingen. Heute ist er Dozent an der Hochschule im bayerischen Ansbach – doch zieht es ihn zuweilen in die Heimat.

Die zweite Skulptur dieser Art - es sollen noch mehr werden

Mit Jacob Grimm brachte er 2013 einen Stein ins Rollen und möchte mit diesem und Ludwig Erhard noch weitere ,Promis’ die Reihe fortsetzen.Für neue ,Museumsstücke’ würden sich Johann Jacob Schweppe eignen, der in Witzenhausen getauft und später als Erfinder des gleichnamigen Sodawassers berühmt wurde oder Heilfastenbegründer Dr. Otto Buchinger, der die erste Fastenklinik 1920 in Witzenhausen eröffnete. Auch berühmte Frauen sind im Gespräch, eine davon ist ,Lili Marleen’-InterpretinLale Andersen. Von ihr existiere ein Foto, so Rippel gegenüber dem MARKTSPIEGEL, wie sie unter einer Laterne auf der Werrabrücke stehe.

"Ich danke den Schöpfern und den Sponsoren für dieses tolle Geschenk an die Stadt", so Bürgermeisterin Angela Fischer. "Ich bin vollkommen begeistert von dem Projekt ,Museum am Weg".Auch Diana Brehm freut sich über die Bereicherung der Stadtgeschichte. "Durch Geschichten", wie sie betont. Eine wurde sogleich erzählt: Ludwig Erhard, leidenschaftlicher Zigarrenraucher, habe seit seinem Besuch in Witzenhausen nur noch in Witzenhausen hergestellte ,Engelhardt’-Zigarren geraucht...

Die Idee: Ein Museum am Weg

Im Zuge der weiteren Umsetzung des Projektes ,Museum am Weg – Witzenhausen im Spiegel der Zeit’ das durch Jürgen Rippel mit der Spende der Skulptur des Jacob Grimm begonnen wurde, wurde das Standbild des ehemaligen Bundeskanzlers Ludwig Erhard mit Hilfe von Sponsorengeldern errichtet.Die künstlerischen Verantwortung für die Herstellung der Skulptur hat erneut die Bildhauerin Karin Bohrmann-Roth übernommen.Die Kosten belaufen sich auf 5.950 Euro – zuzüglich 1.000 Euro für Transport und Aufstellung der Skulptur durch den Baubetriebshof. Der Gesamtbetrag wird von fünf Mitgliedern des CDU Stadtverband Witzenhausen und der VR Bank Werra-Meißner gesponsert. Die Skulptur geht so in das Eigentum der Stadt über.

Ideen und Geschichten gesucht

Die Skulpturen bekannter – oder weniger bekannter – Persönlichkeiten sollen die Geschichte Witzenhausens bereichern: mit Geschichten. Hier setzt der Begründer des ,Museum am Weg’, Jürgen Rippel, ganz auf die Witzenhäuser Bürger. "Auf Stadtrundgängen und auf Hinweissschildern kann kommuniziert werden, wer das ist", so Rippel. "Doch neben der reinen Information stehen die Geschichten, die nicht in Vergessenheit geraten sollen."

Diana Brehm, Geschäftsführerin der ,Pro Witzenhausen GmbH’ hat sich bereit erklärt, weitere Vorschläge für Standbilder anzunehmen und Geschichten zu sammeln.

Wer derartige Vorschläge machen möchte, kann sich mit ihr telefonisch in Verbindung setzen:Tel. 05542 / 60 01-0Fax 05542 / 60 01-23E-Mail: Info@kirschenland.de

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