SoLaWi Freudenthal e.V. will sich professionalisieren

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Stefanie Lettenmaier arbeitet seit drei Jahren auf dem Gemeinschaftshof SoLaWi Freudenthal.

Bei der Jahreshauptversammlung im Januar sollen alle Neuerungen mit den Mitgliedern besprochen werden.

Witzenhausen. Als Solidarische Landwirtschaft wird eine Form der Vertragslandwirtschaft bezeichnet, bei der eine Gruppe von Verbrauchern auf lokaler Ebene mit einem Partner-Landwirt kooperiert. In Freudenthal bei Witzenhausen gibt es eine solche Landwirtschaftsgemeinschaft, den SoLaWi Freudenthal e.V. . Vor fünf Jahren hatten Studenten der Fakultät für Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen die Idee dazu und haben das Projekt gestartet. Seit zwei Jahren ist aus der Idee nun ein Verein geworden mit 157 Mitgliedern.

Die Mitglieder sind oft selbst Landwirte oder Privatpersonen aus den umliegenden Dörfern und Kommunen. Sie bezahlen einen monatlichen Beitrag und können somit von der Ernte des Gemeinschaftshofes profitieren. Die solidarische Idee hinter dem Projekt gilt für beide Seiten. Zum einen für die Mitglieder, die einen Richtsatz für den Mitgliedsbeitrag am Anfang des Jahres auferlegt bekommen. Sie können aber zahlen, was ihnen das Gemüse, welches ihnen in den Sommermonaten zwei Mal pro Woche und in den Wintermonaten einmal pro Woche zur Verfügung gestellt wird, wert ist. Wer mehr zahlen kann, zahlt mehr, wer weniger zahlen kann, zahlt so viel er kann. Genauso ist es mit den Gärtnern, die auf dem Hof beschäftigt sind. Die Ernte in der Landwirtschaft ist unberechenbar. In einem Jahr gibt es sehr viel Ertrag und im nächsten weniger. Die Gärtner können somit auch nur liefern, was der Hof hergibt. Das geerntete Gemüse steht den Mitgliedern in vollem Maß zu. Es gibt wöchentliche Lieferscheine, auf denen die Gesamtmenge des saisonal geernteten Gemüses abzulesen ist. Diese Lieferscheine liegen mit der Ernte in den drei Abholräumen in Witzenhausen, Gertenbach und Freudenthal für die Mitglieder bereit. Den Anteil, der ihnen zusteht, wiegen sie sich selbst ab und können ihn Zuhause verarbeiten. „Oft liefern wir auch Rezepte mit, da die saisonale Ernte auch Ideen für die heimische Küche fordert“, sagt Stefanie Lettenmaier, die schon seit drei Jahren auf dem Hof arbeitet. Der solidarische Gedanke zieht sich durch das gesamte Hof-Konzept. Jeder, der mitmachen will, ist herzlich dazu eingeladen gegen Naturalien in Form von Gemüse auf dem Hof zu helfen. Praktikumsstellen sind möglich und der Hof ist Mitglied bei der Organisation World Wide Opportunities on Organic Farms. So kann es schon mal sein, dass Erntehelfer aus der ganzen Welt nach Freudenthal kommen, um dort gegen Ernteertrag und einen Schlafplatz im Bauwagen zu arbeiten. Der Gemeinschaftscharakter und die soziale Vernetzung ist ein Leitgedanke bei der Versorgungsgemeinschaft. „Im nächsten Jahr sollen mehrere Investitionen getätigt werden, um die Arbeit auf den Äckern und in den Folientunneln zu professionalisieren“, erwähnt Lettenmaier. Es solle ein Traktor angeschafft werden und diverse Bodenbearbeitungsgeräte. Außerdem sollen die Arbeitsstunden insgesamt von 100 Stunden pro Woche auf 110 Stunden aufgestockt werden, sowie deren Vergütung auf 12,50 Euro pro Stunde.

Auf dem von Bioland zertifizierten Hof werden regionale und saisonale Gemüsesorten direkt vom Feld an die Mitglieder übergeben. „Die Qualität unseres Gemüses ist besonders, da wir verschiedene Fleischtomaten, Salate und Speisekürbisse anbauen können, die es so nicht im Handel zu finden gibt. Am 17. Januar findet die alljährliche Jahreshauptversammlung in der Aula der Universität in Witzenhausen statt. „Wir hoffen, auf eine rege Teilnahme unserer Mitglieder, weil wir doch einiges im kommenden Jahr verändern wollen“, erklärt Lettenmaier. Weitere Informationen über die SoLaWi Freudenthal gibt es unter: https://solawi-freudenthal.de/ (slu)

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