Soll Cannabis legalisiert werden?

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Kiffen, Joint, rauchen, Marihuana, Cannabis Histogram Analysis: 47% (Above 60 is Limit) Is Below 100 32% (Under 10 is Limit) Is Above 150 37% (Above 70 is Limit) Is Above 140 28% (Under 5 is Limit) Is Below 60 Histogram Analysis: 47% (Above 73 is Limit) Is Below 100 32% (Under 8 is Limit) Is Above 150 32% (Above 70 is Limit) Is Above 150 47% (Under 5 is Limit) Is Below 100 Histogram Analysis: 4% (Above 60 is Limit) Is Below 100 65% (Under 10 is Limit) Is Above 150 58% (Above 75 is Limit) Is Above 160 17% (Under 5 is Limit) Is Below 130 Histogram Analysis: 4% (Above 20 is Limit) Is Below 100 65% (Under 10 is Limit) Is Above 150 73% (Above 70 is Limit) Is Above 140 1% (Under 5 is Limit) Is Below 60

Werra-Meißner: Zum Thema Cannabis-Konsum und Legalisierung fand in Eschwege die Tagung ,Grasgeflüster' statt

Werra-Meißner/Eschwege. Die Wellen schlugen zeitweilig hoch. "Alkohol  und Tabak sind bestimmt noch gesundheitsschädlicher", so ein Zuhörer in der Diskussion auf der Fachtagung ,Grasgeflüster' zur Cannabis-Legalisierungsdebatte in der Stadthalle in Eschwege.

Ausgerichtet wurde die Tagung vom Diakonischen Werk Eschwege/Witzenhausen und der Fachstelle für Suchthilfe und Prävention in Kooperation mit der AOK, die die Veranstaltung größtenteils finanzierte.

Gleich am Eingang wurden die Besucher der Tagung befragt: "Soll Cannabis legalisiert werden?" 39 Personen stimmten dafür und 19 dagegen, unsicher waren 26.

Gras, Cannabis oder auch Haschisch – eine ,weiche Droge’, die in weiten Teilen der Bevölkerung konsumiert wird – und an der sich die Geister scheiden... Die Diskussion hat, wie schon so oft, erneut die politische Ebene erreicht. Auf der einen Seite nimmt die Zahl der Befürworter einer Liberalisierung zu, auf der anderen Seite werden gesellschaftliche und gesundheitliche Negativfolgen befürchtet.

Dealer sollen bestraft werden – nicht der Konsument

Und doch könnten Modellprojekte einen Weg aus dem Dilemma weisen. "Der Trend geht zu Verkaufsstellen, ähnlich wie die Coffee-Shops in Holland", erläutert Harald Nolte von der Fachstelle für Suchthilfe und Prävention. Hier würden die Kunden ,registriert’ und könnten eine beschränkte Menge an Cannabisprodukten kaufen. So werde der Konsument entkriminalisiert – der illegale Markt jesdoch bleibt strafbar.

Zwei Prozent der 14- bis 17-Jährigen und vier Prozent der jungen Erwachsenen bis 25 Jahren rauchen regelmäßig Cannabis, 16 Prozent haben innerhalb eines Jahres Cannabis konsumiert und etwa ein Drittel dieser Altersgruppe hat es zumindest einmal ausprobiert... Das ist viel – und doch handelt es sich um eine illegale, nicht frei erhältliche Substanz.Nolte: "Nicht nur die Jüngeren, auch Menschen in der Mitte des Lebens und älter gewordene Konsumenten nutzen Cannabis als Alltagsdroge."

Immer lauter werden daher die Stimmen, die für eine Änderung des Strafrechts plädieren – mit der Begründung, dass das Verbot  ihr Ziel verfehlt habe. Dieses habe die Konsumenten zu Straftätern werden lassen. Das Geld, dass für Polizeiapparat und Justiz sollten bessser für präventive Maßnahmen eingesetzt werden, so Nolte weiter.Auf der Fachtagung ,Eschweger Grasgeflüster’ wurde die Problematik eingehend beleuchtet. Fachkräfte aus Schule, Sucht- und Drogenhilfe, Gesundheitswesen, Politik, Kirche Jugendarbeit, Polizei und Justiz sowie interessierte Eltern und Betroffene diskutierten das Problem.

,Cannabis macht dumm’

Die Themen ,Regulation und Repression’ von Professor Dr. Heino Stöver vom Institut für Suchtforschung Frankfurt/ M. sowie ,Die Konsequenzen  für die Suchthilfe’ von Suchttherapeut Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der Landesstelle für Suchtfragen, folgten den neuesten Forschungsergebnissen von Professorin Dr. Ursula Havemann-Reinecke von der Universitätsmedizin Göttingen, die den aktuellen Sachstand der Cannabis-Problematik darlegte:"Die Langzeitfolgen sind enorm – auch nach einem Entzug", postulierte die Wissenschaftlerin. Psychische Erkrankungen wie Schizophrenie, Flashbacks und Psychosen seien die gravierensten gesundheitlichen Schäden. Unter dem Tenor ,Cannabis macht dumm’ erläuterte sie, dass der Konsum der Droge – besonders bei Schülern – erwiesenermaßen zu Konzentrationsstörungen und Lernschwierigkeiten führe. Auch die Reaktionszeit, beispielsweise beim Autofahren, sei verlangsamt.

"Die Kombination von Cannabiskonsum zusammen mit  Tabak und Alkohol bedingt nicht nur organische  Krankheiten, sondern fördert die Abhängigkeit", so Havemann-Reinecke. Bei Mäusen seien sogar genetische Veränderungen nachgewiesen worden, die möglicherweise sogar vererbbar sind.

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