Bad Sooden-Allendorf ist in großer Sorge wegen der Mega-Stromtrasse Suedlink

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Gemeinsam gegen Suedlink: (v. li.) Bürgerinitiativen-Vorsitzender Stefan Heuckeroth-Hartmann, SPD-Landtagsabgeordneter Knut John, HHV-Ehrenvorsitzender und Bürgermeister a.D. Ronald Gundlach, HHV-Vorsitzender Michael Köhler, Bürgermeister Frank Hix und HHV-Geschäftsführerin Almut Boller.

Die Suedlink-Stromtrasse soll nach aktueller Planung nahe Bad Sooden-Allendorf verlaufen. Sollte dies der Fall sein und dazu notwendige Probebohrungen bei den Heilquellen stattfinden, könnte der Status als Kurstadt gefährdet sein.

Bad Sooden-Allendorf. Die geplante Mega-Stromtrasse Suedlink, die weite Teile des Werra-Meißner-Kreises durchschneiden soll, beschäftigt schon seit vielen Wochen Politiker und Bürger sämtlicher Coleur und Kommunen. Die völlig unbekannten Auswirkungen der geplanten Erdkabelverbindung für Mensch und Natur erregen die Gemüter.

Nun hat es in Bad Sooden-Allendorf den wohl deutlichsten Hinweis auf die fatalen Konsequenzen gegeben: Bei einem Treffen mit dem Heilbäderverband Hessen (HHV), der Bürgerinitiative, Rathauschef Frank Hix und Landtagsabgeordneten Knut John machten die Vertreter deutlich, dass der Brunnenstadt die Aberkennung des immens wichtigen Kurstadt-Status droht, sollte die Trasse gemäß Planung nahe der Werrataltherme und Co. verlaufen. Besonders brisant: Um Folgeschäden und drohende Klagen zu verhindern, sollen laut Betreiberfirma Tennet Probebohrungen stattfinden, um die geologische Struktur zu prüfen. Doch für die Badestädter könnten die Probebohrungen zum fatalen Bumerang werden, denn niemand könne garantieren, dass eine solche Bohrung nicht auf die enorm wichtige Heilquelle treffe, sagte Bürgermeister Frank Hix.

Das wiederum würde a) zum Versiegen der Heilquelle und b) zum Verlust des Prädikates führen, ergänzte Michael Köhler, Vorsitzender des HHV. Dadurch würde ein Prozess in Gang gesetzt, der die Existenzgrundlage einschließlich der fragilen Infrastruktur eines Heilbades vernichten. Dazu zähle unter anderem die Schließung von Kliniken, von denen die Badestadt fünf besitzt, alleine dort seien über 2000 Menschen beschäftigt, sagte Landtagsabgeordneter Knut John und sprach von einer „verbrecherischen Kapitalsucht auf Kosten der Bürger und Kommunen.“

Rathauschef Hix machte nochmal deutlich: „Die Heilquellen sind unser Lebenselixier.“ Man lebe seit Jahrhunderten von der Sole, die dort an die Oberfläche sprudele. Mit dieser Qualität erziele man rund 420.000 Übernachtungen, die für Wirtschaftskraft und eine belebte Innenstadt sorgen – und dadurch positive Auswirkungen auf Schulen, Kindergärten und Senioreneinrichtungen. Um deutlich zu machen, welch enormer Schaden bereits durch die insgesamt 24 Probebohrungen in die Gesteinsschichten droht, haben alle Beteiligten gemeinsam mit dem Hessischen Tourismusverband eine Einwendung gegen die Pläne verfasst, die in Kürze an den Bundestag gehen soll.

Solidarität: Über 50 Bürger versammelten sich spontan vor der Werratal-Therme, um ebenfalls zu protestieren.

Die breite Unterstützung aus den Reihen der Bürger scheint ihnen sicher, versammelten sich doch am Morgen der Pressekonferenz spontan über 50 Bürger vor der Werratal-Therme, um ihre Solidarität mit Plakaten zum Ausdruck zu bringen.

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