Stadtplaner Exner stellte mögliche Pläne für Witzenhausen vor

Erkunden die Hinterhöfe der Innenstadt auf ihr Potential: Teilnehmer des Stadtspaziergangs mit Bauaumtsleiter Bernd Westermann (2. v.li.), Christel Wiegel, Fachdienst Stadtplanung, (Mitte) und Celemens Exner, Projektleiter NH Stadt.	Foto: Hable
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Erkunden die Hinterhöfe der Innenstadt auf ihr Potential: Teilnehmer des Stadtspaziergangs mit Bauaumtsleiter Bernd Westermann (2. v.li.), Christel Wiegel, Fachdienst Stadtplanung, (Mitte) und Celemens Exner, Projektleiter NH Stadt. Foto: Hable

Tag der Städtebauförderung in Witzenhausen: Clemens Exner (NH Projekt Stadt) stellte die Möglichkeiten zur Freiraumgestaltung vor.

Witzenhausen. In kleiner Runde wurde der "Tag der Städtebauförderung" auch in Witzenhausen begangen. Clemens Exner von NH Projekt Stadt (Teil der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt aus Kassel), die auch am Projekt der Energetischen Quartierssanierung in Witzenhausen als Stadtplaner beteiligt sind, erörterte in einem kurzweiligen Vortrag die Freiraumplanung der Vergangenheit in Witzenhausen  und zeigte Möglichkeiten für die Zukunft auf. Eingeladen hatte hierfür Bauamtsleiter Bernd Westermann.

Förderantrag bereits in Arbeit

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung hat NH Projekt Stadt auch einen Antrag an das Hessische Ministerium für Städtebauförderung gestellt, welcher im Herbst bewilligt werden soll.NH Projekt Stadt war es auch, die die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Innenstadt vor 30 Jahren durchführten, unter anderem wurde damals die Fußgängerzone initiiert, der Marktplatz so gestaltet, wie man ihn heute noch kennt, die Umgehungsstraße gebaut sowie die Unterführung unter der Brücke. "Es waren sinnvolle Maßnahmen, die ihrer Zeit entsprachen, aber vieles würde man heute nicht mehr so machen", so Bürgermeisterin Angela Fischer. Das Augenmerk vor 30 Jahren lag unter anderem darauf, möglichst viele Stellplätze für Autos zu schaffen.

Rund elf Millionen Euro wurden damals investiert, auch viele private Besitzer renovierten in diesem Zuge teilgefördert ihre Häuser. Schmuckstücke in der Innenstadt, wie das Sommermannsche Haus, in dem sich heute die Bücherei befindet, konnten so bewahrt werden.

Heute stehen Anwohner und Nutzer der Innenstadt wieder vor neuen Herausforderungen. Exner erläutert: "Die zunehmende Überalterung braucht Antworten, wie wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten und barrierefreies Wohnen. Auch ist die Bausubstanz teilweise baulich und energetisch sehr schlecht, es gibt viele leere Ladenlokale."

Stadtkern soll entlastet werden

Ziele des erneuten Städtebauförderprogramms seien somit die Entlastung des Stadtkerns vom Durchgangsverkehr und Neugestaltung der Parkplätze. Man könne an Parklifter denken, wie sie in Bad Hersfeld bereits genutzt werden, oder zumindest an eine schönere Gestaltung des Parkraumes mit Pergolas und mehr Abstandsgrün. Weiterhin sei die Gestaltung der öffentlichen Straßen und Plätze ein wichtiges Thema, die Stärkung des Stadtkerns als Einkaufszentrum, die Modernisierung und Instandsetzung des veralteten Wohnungsbestandes und die Wohnumfeldverbesserung durch Neuordnung von Grundstücken. Exner untermalte diese Visionen mit Anschauungsbeispielen aus anderen Städten, in denen dies bereits erfolgreich praktiziert wird.Als Neustruktuierungsmaßnahmen für den öffentlichen Raum schlug Exner einen Grüngürtel vor,  der von der Universität bis zur Südbahnhofstrasse reichen soll und weiter durch den Stadtpark, die Straße "An den Teichhöfen" an die Flussaue anschließt. "Für den Bezug zum Fluss könnte man sich eine große abgestufte Holzterrasse vorstellen", meinte er und zeigte ein Beispiel aus Marburg, wo dies im Universitätsbereich zur Lahn hin bereits verwirklicht ist. Auch der in die Jahre gekommene Marktplatz solle moderner gestaltet werden, hierfür sei es wichtig, die verschiedenen Nutzergruppen frühzeitig in den Planungsprozess miteinzubeziehen. Exner schlug die Auslobung eines Ideenwettbewerbs vor, um die Bürger zum Mitplanen zu animieren.

Hinterhöfe bieten Potential

Die "schlummerenden Potentiale in den Hinterhöfen" erkundeten die Teilnehmer in einem Stadtspazierung selbst. Möglichkeiten für Entsiegelung, Dach- und Fassadenbegrünung, neue Durchwegungen, gemeinschaftlich genutzte Hinterhöfe mit hoher Aufenthaltsqualität, wo Arbeiten, Leben und Wohnen wieder mehr zusammenkommen könnten, wurden unter anderem in der Oberburgstrasse und  in der Carl-Ludwig-Strasse gefunden. Hierfür sei es unerlässlich, die verschiedenen Eigentümer eines Karrees zusammen zu bekommen, um über eine gemeinsame Gestaltung ihrer Innenhöfe nachzudenken. Finanzielle Anreize aus der Städtebauförderung könnten hierfür dienlich sein.

Bürger sollen mit einbezogen werden

Wichtig sei es dabei, die Bürger miteinzubeziehen. Bernd Westermann kann sich daher vorstellen, dass, ähnlich wie beim erfolgreichen IKEK ( Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept, welches sich auf die Ortsteile konzentriert) die Stadt Vorschläge zur Freiraumentwicklung einbringt, die dann partizipativ entwickelt werden. Dies sei als Teil der Förderrichtlinie sowieso oft vorgesehen.

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