Der Stand der Dinge

+

Windräder sind ein Teil der Energiewende – Witzenhäuser Umwelt- und Energieausschuss informierte sich

Witzenhausen. Gestern stand ein besonders aktuelles Thema im Umwelt- und Energieausschuss zur Debatte: Windkraftanlagen. Außer den Mitgliedern des Ausschusses waren auch Windkraftgegner dabei, denn die Sitzung war öffentlich.

Als Erstes stellte das Darmstädter Unternehmen HSE das Projekt ,Großalmeroder Hausfirste' vor. Hier sollen zehn Enercon-Windräder mit einer Nabenhöhe vorn etwa 120 Metern entstehen. Für drei von Ihnen sei eine Bürgerbeteiligung vorgesehen, berichtete Matthias Send, HSE, den Mitgliedern des Umwelt- und Energieausschusses im Witzenhäuser Rathaussaal. Das Unternehmen - laut Send eines der ,Pioniere der Energiewende', möchte mit der Anlage Ende 2015 ans Netz gehen.

Ausgleichszahlungen wegen Sichtbehinderung

Da die Windräder besonders von Witzenhausen-Roßbach zu sehen sein werden, ist die Betreibergesellschaft gesetzlich zu einer Ausgleichszahlung verpflichtet. "Diese beträgt rund 95.000 Euro", bestätigt Send gegenüber lokalo.24. Die Zahlung müsse an den zuständigen Gutsbezirk des Hessenforst erfolgen. Dieser verzichte jedoch zu Gunsteen der Kommunen darauf, so Send weiter. Über das Regierungspräsidium werde der Betrag an die Städte Witzenhausen und Großalmerode gehen, wobei Witzenhausen voraussichtlich den ,Löwenanteil' erhalten werde.

Die zweite Vorstellung erfolgte durch Fabian von Berlepsch, der fünf Enercon-Windräder mit etwa 149 Metern Nabenhöhe in der Nähe der A7 plant. "Die Anlage könnte ein Drittel des Stromes produzieren, der Witzenhausen benötige, erläuterte Von Berlepsch. Er betonte erneut, dass die Windenergieanlage für die Erhaltung des Schlosses vonnöten sei. Da der Ausschuss bereits durch fühere Präsentationen informiert worden war, erläuterte Von Berlepsch lediglich den Stand der Planungen über die Zufahrtswege für die Errichtung der Windräder. Hierfür habe er eine Genehmigung für eine temporär angelegte Abfahrt von der Autobahn erhalten. Die Option, die Bauteile mit Hilfe eines Hubschraubers anliefern lassen zu müssen, müsse so glücklicherweise nicht mehr in Betracht gezogen werden, schloss Von Berlepsch.

Kommunale Partnerschaft anvisiert

Der Stand der Dinge im Bereich Ziegenhagen-Steinberg erläuterten Wolfgang Meil und Nicolas Achten von den Witzenhäuser Stadtwerken. Diese war von der Stadtverordnetenversammlung aufgefordert worden, sich um Projekte im Bereich Erneuerbare Energie zu bemühen. Daraufhin schlossen die Stadtwerke mit der Buttlarschen Forstverwaltung Ziegenhagen einen Pachtvertrag ab. Auf dem vorgesehene Gelände auf dem Steinberg  sind vier Windräder geplant. Projektpartner sind die in der ,SUN' zusammen geschlossenen Stadtwerke Eschwege (mit 15 Prozent), Kassel (27 Prozent)l, Wolfhagen (9 Prozen)t und Bad Sooden-Allendorf (5 Prozent) - neben Witzenhausen (44 Prozent). "Wir setzen auf eine interkommunale Partnerschaft mit Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung", so Meil. Die Gründung einer Betreibergesellschaft werde angestebt. Die Windräder seien 140 bis 150 Meter hoch, der Schattenwurf sowie Schallimmissionen würden Ziegenhagen nicht beeinträchtigen.

Die Energiewende kommt

Dass das aktuelle Thema der Windkraftanlagen  so kontrovers diskutiert werde, begrüßt auch Umweltdezernent Rainer Wallmann: "Die zweite Offenlegung der ausgewiesenen Vorrangflächen liegt jetzt vor; diese müssen gewissenhaft geprüft werden."Nach derzeitigem Stand seien im Kreis etwa 50 Windräder zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes erforderlich, wenn auch der Bedarf für Elektromobilität mit berücksichtigt wird. "Das sind ca. 0,5 Prozent der Fläche unseres Kreises; die empfohlenen zwei Prozent streben wir nicht an, da Windenergie nur  den Energie-Mix abrunden soll", so Wallmann gegenüber lokalo.24.de

In Sachen Windkraft steht das Bundesland Hessen im Gesamtvergleich mit anderen Bundesländern nicht besonders vorbildlich da: Laut eines im vergangenen Jahr ausgewerteten Rankings (www.foederal-erneuerbar.de/uebersicht/bundeslaender) liegt Hessen auf dem vorletzten Platz (mit 972 Megawatt/MW  erzeugter Leistung), hinter Bayern (1.125 MW)  und vor dem Schlusslicht Saarland (1659 MW). An der Spitze befindet sich Niedersachsen (7.664 MW).Da Hessen und auch Bayern besonders waldreiche Regionen sind, sei die Vorsicht, hier Windkraftanlagen zu installieren, verständlich, heißt es unter Anderem in der Untersuchung.

"Der Werra-Meißner-Kreis und die Region rund um Witzenhausen verfügt über ausgedehnte Waldgebiete, beispielsweise den Naturpark Meißner oder Kaufunger Wald", so Klaus Anduschus, Vorsitzender des Energie- und Umweltausschusses der Stadt Witzenhausen, der die Sitzung leitete. "Gerade deshalb prüfen wir genauestens die Umsetzung des Flächennutzungsplans und informieren uns fortlaufend über den Stand der aktuellen Planungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Baden im Meinhardsee ist nicht mehr möglich

Christoph Bergner, Betreiber des Camping Parks am Meinhardsee, hat den dortigen Badebetrieb abgemeldet. Gründe sind unter anderem rückläufige Besucherzahlen und der …
Baden im Meinhardsee ist nicht mehr möglich

Bürgermeisterwahl in Waldkappel: Frank Koch ist einziger Kandidat

Am kommenden Sonntag ist in Waldkappel Wahltag. Alle wahlberechtigten Bürger können ihre Stimme abgeben für den kommenden Bürgermeister der Stadt.
Bürgermeisterwahl in Waldkappel: Frank Koch ist einziger Kandidat

Lothar Nöding aus Bad Sooden-Allendorf erhält Bundesverdienstkreuz

Der 65-jährige Lothar Nöding aus Bad Sooden-Allendorf hat sich durch viele Jahre Engagement auf politischer Ebene verdient gemacht. Regierungspräsident Hermann-Josef …
Lothar Nöding aus Bad Sooden-Allendorf erhält Bundesverdienstkreuz

Schrottsammler richtet in Hessisch Lichtenau Schaden an

Das Schrottsammeln wurde für einen 55-Jährigen aus Espenau im Ort Walburg teuer. Bei seiner Bummelfahrt richtete er 1.000 Euro Schaden an.
Schrottsammler richtet in Hessisch Lichtenau Schaden an

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.