Stefan Wandt kämpft sich nach Hirnaneurysma zurück ins Leben

Stefan Wandt und Trainer Patrick Schmelter. Foto: Renneberg
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Stefan Wandt und Trainer Patrick Schmelter. Foto: Renneberg

Nach einem Hirnaneurysma lag Stefan Wandt drei Wochen im Koma. Regelmäßiges Fitness-Training hilft ihm, den Alltag wieder selbstständiger zu meistern.

Wanfried. Im August 2014 ist Stefan Wandt dem Tod von der Schippe gesprungen. Der 48-Jährige war an seinem Arbeitsplatz zusammengebrochen, lag drei Wochen im Koma – Diagnose: Hirnaneurysma. Seitdem kämpft der Wanfrieder darum, seinen Alltag wieder selbstständig bewältigen zu können.

Ein wichtiger Schritt auf diesem beschwerlichen Weg ist das Training im Fitnessstudio. Zwei- bis dreimal pro Woche absolviert Stefan Wandt ein  auf seine Bedürfnisse abgestimmtes Programm bei Clever Fit in Eschwege.

Dorthin hatte sich seine Lebensgefährtin Marion Wichers  gewandt, als es mit der Krankenkasse zu Unstimmigkeiten über die Fortsetzung der Physiotherapie gekommen war. Es drohte ein Vierteljahr Pause. "Wir konnten es uns nicht leisten, soviel Zeit zu verlieren", betont Wichers.

Große Fortschritte in den vergangenen Monaten

Im März hat Stefan Wandt mit dem Training begonnen – ein Trainer ist stets an seiner Seite, leitet ihn an und motiviert ihn wenn nötig. Letzteres ist allerdings selten der Fall. "Stefan ist ein vorbildlicher Patietent", sagt Wichers.

Dazu dürften auch die Fortschritte beigetragen haben, die er in den vergangenen Monaten gemacht hat. "Anfangs konnte er nicht ohne Hilfe laufen, den linken Arm konnte er überhaupt nicht heben, und beim Sprechen hatte er teilweise heftige Aussetzer", berichtet Stefan Hoßbach, der Stefan Wandt im Wechsel mit Patrick Schmelter betreut.  Mittlerweile ist der 48-Jährige wieder sicher zu Fuß, sein Arm ist mobil und die Sprache weitaus deutlicher und flüssiger.

Probleme hat er noch mit dem Kurzzeitgedächtnis und der räumlichen Orientierung. "Wir hoffen, dass er 2017 auch da weitere Fortschritte macht", sagt Marion Wichers.Mit der bisherigen Entwicklung ist sie mehr als zufrieden – und auch Patrick Schmelter beobachtet "Unterschiede wie Tag und Nacht." Anfangs habe man gemerkt, dass der Kopf will, aber der Körper nicht mitmacht. "Jetzt funktioniert das einwandfrei", sagt Schmelter.

Intensität des Trainings immer weiter gesteigert

Er trainiert mit Stefan Wandt den gesamten Muskelapparat – "Zirkeltraining, Ausfallschritte, Kniebeugen – das komplette Programm." Den Anfang macht jeweils eine gut 15-minütige Runde auf dem Laufband. Im Laufe der Zeit hat die Intensität der Übungen immer weiter zugenommen.

Dabei konnte Stefan Wandt  auf eine gute Grundlage aufbauen. "Stefan hat in seiner Jugend Fußball gespielt und sich auch später immer viel bewegt", berichtet Marion Wichers. Vor einigen Jahren etwa hat der 48-Jährige Touristen in Alaska als Guide begleitet. Dafür hat er sich mit Touren auf den Heldrastein in Form gebracht.

Für Patrick Schmelter war das Training mit Stefan Wandt Neuland. Um dessen Bedürfnissen optimal gerecht zu werden, tauscht er sich regelmäßig mit Marion Wichers und den Physiotherapeuten aus, die den Wanfrieder zuhause betreuen. Die Krankengymnastik läuft mittlerweile wieder parallel zum Training bei Clever Fit. "Mir macht die Arbeit mit Stefan Spaß", sagt er, und auch der ist voll des Lobes für seine Trainer: "Das Training macht Spaß, und ich komme immer gerne hierher."

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