Matthias-Kaufmann-Stiftung rettet seit 25 Jahren Leben

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Matthias Kaufmann (Mitte) starb 1990 bei einem Unfall. Der Vorstand der Stiftung (v.li. oben im Uhrzeigersinn): Thomas Heyner, Markus Bechtel, Stefan Alsenz (2. Vorsitzender), Fritz Kaufmann (1. Vorsitzender), Hendrik Simon  sowie ein neunköpfiges Kuratorium kümmern sich um die korrekte verwendung der Stiftungsmittel. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Matthias-Kaufmann-Stiftung feiert am Freitag Jubiläum

Werra-Meißner. Es fällt schwer zu glauben, dass aus einem schweren Unfall, bei dem ein junger Mensch stirbt, etwas Bedeutendes entstehen kann. Ein 24-jähriger Mann, mit Freundin, sozialem Engagement und einer Familie die ihn liebt, der sich auf den Heimweg von einem Kirchenkonzert befindet, kommt in einer Kurve von der Straße ab, das Fahrzeug überschlägt sich. Der junge Mensch hatte soeben noch sein ganzes Leben vor sich. In jener schicksalshaften Nacht endete es, an dem Wasserdurchlass eines Straßengrabens.

Zurück blieben Vater, Mutter, Schwester und Freundin. Die Lebensversicherung zahlte. Doch kein Geld der Welt kann den Schmerz lindern, erst recht nicht einen Menschen ersetzen. Es bleibt eine Lücke, die einen immer daran erinnert, wen man verloren hat. Ersatz kann man nicht finden. Doch man kann die Lücke nutzen, um die Trauer, für die diese steht, durch etwas Bedeutsames, etwas Sinnvolles zu verwandeln.

Matthias Kaufmann starb in jener Nacht im März 1990. Doch sein Name wurde auch von der Öffentlichkeit nicht vergessen, denn die Matthias-Kaufmann-Stiftung  gibt es inzwischen seit 25 Jahren. Mit großem sozialen Engagement kümmert sich die Stiftung um Rettungskräfte und soziale Dienste, die sich für hilfsbedürftige Menschen einsetzen. Insgesamt 678 Einrichtungen und Projekte wurden seit 1992 mit rund 830.000 Euro unterstützt und gefördert.

Ermöglicht wurde das ganze durch die Familie Kaufmann, die Freundin und Unterstützer. Die Familie wollte das Geld der Lebensversicherung nicht für sich verwenden, eine einmalige Spende an den Rettungsdienst - für den sich Matthias Kaufmann einsetzte – war nicht nachhaltig genug für die Hinterbliebenen. Fritz Kaufmann kam letztlich durch einen Bibelvers sowie eine Anzeige des „Bundesverband Deutscher Stiftungen“ auf die Idee eine Stiftung ins Leben zu rufen.

1992 war es letztlich soweit, die 30.000 Mark aus der Lebensversicherung wurden von den Eltern auf 50.000 Mark aufgestockt. Der Rest ist, wie man es sagt, Geschichte. Menschen wurde geholfen, und da man seitens der Stiftung zahlreiche Defibrillatoren im Kreis verteilen konnte, und man sich an der Ausstattung von Rettungsfahrzeugen beteiligt, wurden bereits mehrfach Leben gerettet.

All das konnte nur geschehen, weil in jener Nacht 1990 ein Mensch aus dem Leben gerissen wurde. „Freud und Leid liegen dicht beieinander!“  sagt ein Sprichwort.

All das gibt dem Tod Matthias Kaufmanns einen Sinn, doch ersetzen kann es ihn nicht. So ist er jedoch jeden Tag bei der Familie, Freunden und den Angehörigen präsent.

Die Matthias-Kaufmann-Stiftung bekommt ihre Mittel neben den Zinsen auch durch Spenden und Bußgelder, die Verurteilte zahlen müssen, wenn diese vom Gericht dazu verpflichtet werden. Auch so bekommen  letztlich deren Verstöße noch einen positiven Aspekt.

Die Stiftung selbst ist hoch angesehen. Fritz Kaufmann berät auch andere Stiftungen. Das Vermächtnis von Matthias Kaufmann lebt somit. Dafür sorgen neben dem fünfköpfigen Vorstand auch ein neunköpfiges Kuratorium.

 

 

Wer möchte kann am kommenden Freitag, 24. November, in die Stadtkirche von Hessisch Lichtenau kommen, wo es ein Jubiläumskonzert der Stiftung geben wird. Spielen wird die Band „brAssMEN“, welche die Zuschauer für zwei Stunden durch die Musikgeschichte der Jahrhunderte nimmt.

Der Eintritt ist frei, der Einlass beginnt um 19 Uhr, gespielt wird ab 20 Uhr, um Spenden für die Stiftung wird gebeten. Mehr Informationen zu der Stiftung, ihren Projekten und Förderanträgen finden Sie unter: www.matthias-kaufmann-stiftung.de

 

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