Sieben neue Stolpersteine in Eschwege verlegt

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Die vier Stolpersteine erinnern in der Eschweger Schulstraße an Erich, Franziska, Ludwig und Wolfgang Neumann.

Zum Gedenken an im Dritten Reich verfolgte Mitbürger hat der Künstler Gunter Demnig am Freitagvormittag sieben neue Stolpersteine in Eschwege verlegt.

Eschwege. „So lange der Name eines Menschen nicht vergessen ist, ist auch der Mensch nicht vergessen“, sagte Paul Müller anlässlich der Verlegung von vier Stolpersteinen für Erich, Franziska, Ludwig und Wolfgang Neumann in der Eschweger Schulstraße.

Er war mit seinem Bruder Arne eigens aus Dänemark angereist, um dem Schicksal seiner Tante sowie dem ihres Ehemannes und ihrer beiden Söhne zu gedenken, die von den Nationalsozialisten aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden.

Grüße aus den USA

Während Erich Neumann über England in die USA auswandern konnte, wurden Franziska, genannt Fränze, der neunjährige Ludwig und der siebenjährige Wolfgang 1943 von den Nazis im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

York-Egbert König vom Eschweger Stadtarchiv (Mitte) mit den Neffen von Franziska Neumann, Paul (li.) und Arne Müller.

„Für uns ist es ein sehr emotionaler Tag“, bekannte Paul Müller, dessen Familie sich im Zuge der Verfolgung in der NS-Zeit in zig Länder auf fünf Kontinenten verteilt hat. Er überbrachte auch die Grüße der beiden Töchter Erich Neumanns aus zweiter Ehe, die in den USA leben.

York-Egbert König vom Stadtarchiv zeichnete bei der Verlegung der Stolpersteine noch einmal die Geschichte der Lehrerfamilie Neumann nach und berichtete von den zahlreichen gescheiterten versuchen des Familienvaters, Frau und Kinder außer Landes in Sicherheit zu bringen.

Rundgang durch Eschwege

Dies nutzte Paul Müller für einen eindringlichen Appell: „Unsere Familie und viele weitere Menschen haben ihr Leben verloren, während sie auf Wartelisten für Flüchtlinge standen – daran muss man in diesen Zeiten erinnern.“

Der Künstler Gunter Demnig ließ heute Vormittag sieben neue Stolpersteine ins Eschweger Pflaster ein. Diese vier erinnern in der Schulstraße an das Schicksal der Lehrerfamilie Neumann.

Ihren Anfang hatte die Verlegung der Stolpersteine in Eschwege bereits zuvor Am Brückentor 4 genommen, wo ein solches Denkmal an den von den Nazis ermordeten Richard Altschul erinnert – einen zum Christentum konvertierten jüdischen Eschweger. Von der Schulstraße ging es weiter in die Reichensächser Straße, wo der Initiator der europaweiten Gedenkaktion, Gunter Demnig, einen Stolperstein für Irmtraud Lieberknecht ins Pflaster einließ, die einen Tag vor ihrem zwölften Geburtstag der Kinder-Euthanasie der Nazis zum Opfer fiel. Ihren Abschluss fand die Veranstaltung in der Wallgasse 18, wo nun ein Stolperstein an die Ermorrdung des psychisch kranken jüdischen Mitbürgers Viktor Heilbrunn erinnert.

Finanziert wurden die Stolpersteine vom Diakonischen Werk, der DiaCom Altenhilfe und der Sparda Bank.

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