Studenten wollen Innenstadt von Hessisch Lichtenau wiederbeleben

+
Möchten wieder Leben in Lichtenaus Innenstadt bringen: (Vorne, v.li.) Lena Knacker, Sarah Wießner, Mathis Lepel, (hinten, v.li.) Julian Becker, Bürgermeister Michael Heußner (Schirmherr), Louisa Bernard und Philipp Wende.

Projekt der Uni Kassel befasst sich mit der Lichtenauer Altstadt

Hessisch Lichtenau. Die Altstadt von Hessisch Lichtenau zeichnet sich seit einigen Jahren durch immer mehr leer stehende Schaufenster aus. Im Werra-Meißner-Kreis ist dies inzwischen schon keine Ausnahme mehr, sondern die Regel.

Im Gegensatz dazu sieht es bei den elf Filialen der überregionalen Ketten deutlich besser aus. Die Gruppe Hessisch Lichtenau Lebenswert fand sich vergangenes Jahr zusammen - um der Altstadt nun neues leben einzuhauchen.

Doch man hat dazu bisher kein Rezept gefunden. Das soll eine Gruppe Studenten schaffen, die sich im März gefunden hatte und auf der Bürgerversammlung am 9. Mai vorgestellt wurde (der MARKTSPIEGEL berichtete). Kurz danach zogen die Studenten der Universität Kassel in die Landgrafenstraße in einen der vielen Leerstände. „Unika“ ist im Schaufenster zu lesen, hinter dem regelmäßig die Studenten an einem Konzept arbeiten.

Das Potenzial ist vorhanden Nach zahlreichen Gesprächen mit Bürgern und Vereinen sowie der Verwaltung steht fest: „Hessisch Lichtenau hat viel Potenzial, theoretisch könnte man die Altstadt schnell wiederbeleben, das einzige Problem sind die finanziellen Mittel“, erklärt Julian Becker von der Universität Kassel.

Vor allem die Kommunikation untereinander müsse gestärkt werden. „Hessisch Lichtenau, zumindest die Kernstadt hat eine sehr gute Infrastruktur, zudem ziehen immer mehr Menschen hierher. Leider fehlt es jedoch an Identifikation mit der Stadt. Diese muss gestärkt werden“, erklärt Mathis Lepel, einer der 18 Studenten.

Geschäftliches und Soziales ist gleichermaßen wichtig Neben der mangelnden Identifikation muss auch die Kommunikation der Gewerbetreibenden untereinander sowie mit dem städtischen Marketing und den Vereinen und Verbanden gestärkt werden.

„Geschäfte sind nur ein Teil einer lebendigen Altstadt in Hessisch Lichtenau, genau so wichtig ist das soziale Leben, dafür muss es ebenfalls Plätze geben. Mit der Arche hätte man ein Angebot, dass jedoch ausgebaut und am besten direkt in der Altstadt liegen sollte“, so Lepel weiter.

Die Arche, die seit Anfang des Jahres ein Familienzentrum ist und gerade auch ein sozialer Treffpunkt sein möchte, wäre nach den bisherigen Ergebnissen ein entsprechend wichtiger Anlaufpunkt. Dabei sollten alle Altersgruppen gleich behandeln werden, doch Lepel betont, dass die Interessen von Jugendlichen und Älteren weit auseinander gehen.

Zudem sollte man auch die Ortsteile nach Ansicht der Studenten besser einbinden. Doch auch die Geschäftsstruktur müsse überdacht werden. Regionale Produkte, die inzwischen immer gefragter werden, seien ein weiterer Schlüssel für ein erfolgsversprechendes Konzept.

„Besonders müssen sich aber auch die Gewerbetreibenden untereinander besser zusammenschließen und auch gegenseitig die Produkte verwenden. Ein Leerstand geht nicht nur den Besitzer der Immobilie an, sondern auch alle anderen. Jeder muss ein Interesse daran haben diese Lücken zu füllen und sich zu unterstützen“, so Lepel. Last auf mehrere Schultern verteilen

„Es gibt viele Menschen, die sich engagieren wollen, oder Gewerbetreibende, die eine neue Idee haben. Doch man muss sich absprechen und die Aufgaben verteilen. Wenn sich nur eine Person um etwas kümmert, wird dies langfristig nicht funktionieren, etwa wenn diese einmal aus- oder wegfällt“, sagt Julian Becker. Wer rastet, der rostet Ein einheitliches Erfolgsmodell gibt es für Innenstädte gebe es nicht, man müsse immer von Fall zu Fall schauen.

Doch ein einmal erarbeitetes Konzept darf dürfe nicht stur umgesetzt werden. Man muss sich immer anpassen und offen für neue Wege sein. Am 22. Juli wird die Abschlusspräsentation vorgestellt. Bis dahin werde man alle vorhandenen Daten ausgewertet haben und ein Konzept zur Belebung der Altstadt vorstellen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Sanieren mit natürlichen und nachhaltigen Baustoffen

Ausstellung in Witzenhausen klärt über Möglichkeiten zur Sanierung mit natürlichen und nachhaltigen Baustoffen sowie Fördermaßnahmen auf
Sanieren mit natürlichen und nachhaltigen Baustoffen

Nur noch bis Anfang November im Keudell'schen Schloss: Heimatmuseum Wanfried zieht um

Das Wanfrieder Heimatmuseum und Dokumentationszentrum zur deutschen Nachkriegsgeschichte öffnet am Sonntag, 3. November, für Besucher und Interessierte letztmalig in den …
Nur noch bis Anfang November im Keudell'schen Schloss: Heimatmuseum Wanfried zieht um

Häusliche Gewalt bei Eschwege - 24-Jähriger schlug Freundin blutig

Häusliche Gewalt bei Eschwege - 24-Jähriger schlug Freundin blutig

Großalmerodes Videothek bleibt bestehen - sie hat mehr als ein Standbein

Die Firma Reiß verleiht seit über 30 Jahren Filme in Großalmerode. Inzwischen hat man mehrere Geschäftszweige
Großalmerodes Videothek bleibt bestehen - sie hat mehr als ein Standbein

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.