Südumgehung Frieda wurde offiziell für den Verkehr freigeben

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2,2 Kilometer lang, 7,6 Millionen Euro teuer: Die Südumgehung Frieda wurde heute nach gut zweijähriger Bauzeit offiziell für den Verkehr freigegeben.

Frieda. Seit heute um 14 Uhr ist die Ortsumgehung Frieda im Zuge der Bundesstraße 249 offiziell für den Verkehr freigegeben - "nach nicht einmal 78 Jahren", wie Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, vor rund 100 Zuschauern launig betonte. Denn die ursprünglichen Pläne für die Südumgehung stammen aus den späten 1930er Jahren. Nach dem Mauerfall und der daraus resultierenden Zunahme des Ost-West-Verkehrs wurden sie wieder aktuell. Dennoch dauerte es noch einmal 23 Jahre, bis der erste Spatenstich im Juli 2013 erfolgte.

Die Bauzeit selbst ging dann allerdings schneller vonstatten als geplant. Ursprünglich war das Bauende für den Dezember vorgesehen - dem milden Winter und der guten Arbeit der bauausführenden Firma Bickhardt Bau sei es jedoch zu verdanken, dass die Freigabe bereits im September erfolgen konnte, erklärte Peter Wöbbeking, der Regionale Bevollmächtigte von Hessen Mobil für die Region Osthessen.

Insgesamt umfasst die Ortsumgehung 2,2 Kilometer. Die Kosten von rund 7,6 Millionen Euro trug der Bund. Neben der Straße entstanden auch eine Brücke über die Frieda, eine Rad- und Gehwegunterführung sowie eine Lärmschutzwand. Zudem wurde die Friedamündung renaturiert, ein Amphibienteich angelegt und zwei neue Flutmulden geschaffen.

Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill erinnerte in seiner Rede noch einmal daran, welchen Belastungen die Friedaer in den vergangenen Jahren ausgesetzt waren. Rund 8.300 Pkw und 700 Lkw haben die Ortsdurchfahrt täglich passiert. "Benzingeruch am Mittagstisch und nächtlicher Lärm" seien in Frieda Alltag gewesen, so Brill. Diese Belastungen sollen dank der Südumgehung nun der Vergangenheit angehören. "Die Prognosen gehen davon aus, dass der Verkehr im Ort um 80 Prozent abnimmt", sagte Erika Hoffmann, Referatsleiterin im Hessischen Verkehrsministerium.

Aber nicht nur deshalb sei die Südumgehung ein wichtiges Projekt, sagte Staatssekretär Bomba. Er rechnet damit, dass der Straßenverkehr in den kommenden Jahren weiter zunehmen werde. "Für diese Herausforderungen müssen wir unsere Straßen fit machen." Zukunftsthemen wie Infrastruktur und Digitalisierung dürften vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen nicht aus dem Blick verloren werden, warnte Bomba. Deshalb sei es ein richtiges und wichtiges Zeichen, dass der Bund die Mittel für den Erhalt und Ausbau des Straßennetzes von derzeit 5,5 Milliarden Euro pro Jahr auf 8,5 Milliarden Euro im Jahr 2018 aufstocken werde.

Großen Dank zollten die Redner auch der Bürgerinitiative Pro-Südumgehung Frieda (BI) und insbesondere Bernd Appel für ihren jahrelangen engagierten Einsatz. Wenn die Südumgehung eine Gemeindestraße wäre, müsste man sie in Bernd-Appel-Straße umbenennen", sagte etwa Gerhold Brill, und Stefan Reuß betonte: "Das Beispiel der BI beweist, dass sich bürgerschaftliches Engagement lohnt." Deren Vertreter waren ebenfalls vertreten und bedankten sich im Namen der Friedaer mit einem großen Transparent für den Bau der Südumgehung. "Insgesamt ist das Ergebnis sehr positiv", sagte Bernd Appel, "aber das ein oder andere Glas muss noch geputzt werden", schränkte er mit Blick auf den Verlauf des Fernradwegs 5 ein.

Auf die Kritik der BI ging auch Stefan Reuß ein. Er kündigte an, die Verkehsentwicklung genau im Auge zu behalten und versicherte der BI: "Wir stehen nicht im Dissens, sondern Seite an Seite." Zudem hob der Landrat den Einsatz von Rainer Bomba hervor: "Berlin kann manchmal weit weg sein - dank ihm hatten wir allerdings stets einen kurzen Draht ins Ministerium." Für den Staatssekretär war die Eröffnung in Frieda eine Art Heimspiel. "Von allen Großprojekten, die wir betreuen, war ich bei der Südumgehung am häufigsten vor Ort", sagte Bomba. Die Friedaer seien ihm in dieser Zeit ans Herz gewachsen.

Und vielleicht hat er bald Gelegenheit, wiederzukommen. "Wenn Rainer Bomba dafür sorgt, dass die Unterführung für Radfahrer gebaut wird, schenkt ihm die BI sicherlich einen Korb voller Ahler Wurscht", griff Reuß eine Bemerkung Bombas auf, der die Anwesenheit seiner Ehefrau und seiner Tochter unter anderem mit deren Vorliebe für die nordhessische Spezialität begründet hatte.

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