Tafeln wollen Kunden zu Weihnachten eine besondere Freude machen

Vorsitzende Margot Furchert (li.) und das Mittwochs-Team der Eschweger Tafel. Foto: Renneberg

Weihnachten ist längst nicht für alle ein Fest des Überschusses. Die Tafeln versuchen dennoch, ihren Kunden die Feiertage zu versüßen.

Werra-Meißner. Die Tische biegen sich unter dem Gewicht von Gänsen, Klößen und Rotkohl, unter dem Weihnachtsbaum liegen Schalen voller Orangen und Nüsse, und durch die Luft strömt der Duft von Lebkuchen – Weihnachten ist für viele Menschen ein Fest voller Genuss und Überfluss.

Dass die Realität jedoch in zahlreichen Haushalten anders aussieht, wissen die Mitarbeiter der Tafeln nur zu gut. Allein in Eschwege und Witzenhausen  versorgen sie pro Woche bis zu 750 Bedürftige mit Lebensmitteln – in der Vorweihnachtszeit steigt die Nachfrage weiter an.

"Ab November stehen mehr Menschen vor der Tür als sonst", berichtet die Vorsitzende der Eschweger Tafel, Margot Furchert. Nicht allen können sie und ihre Mitstreiter helfen: "Unsere Kapazitäten sind erschöpft", sagt sie.

In Witzenhausen ist der Andrang nicht ganz so groß. Weniger als ein Dutzend neue Anfragen habe die Tafeln im Dezember verzeichnet, berichtete deren Vorsitzende Monika Hemann.

Keine Zeit wie jede andere

Eine Zeit wie jede andere ist die Weihnachtszeit jedoch auch in der Kirschenstadt nicht: Private Spender erfüllen den Tafel-Kunden etwa Wünsche nach Lebensmitteln, die die Einrichtung nicht im Sortiment hat.

Auch in Eschwege versuchen die Helfer, ihren Kunden zum Fest eine besondere Freude zu machen. So erhalten die Erwachsenen beispielsweise  Kaffee. "Den sammeln wir das ganze Jahr", berichtet Margot Furchert. Außerdem gibt es viel saisonales Obst, vor allem Mandarinen und Orangen.

Sowohl Monika Hemann als auch Margot Furchert spüren in der Adventszeit eine steigende Spendenbereitschaft in der Bevölkerung – vor allem den bedürftigen Kindern möchten viele Menschen zum Fest der Liebe eine Freude machen. Hemann berichtet etwa von einer heimischen Firma, die extra Süßigkeitenpäckchen für die Kinder spendiert.

Geschenke für die Kinder

Zudem ermöglicht die Volksbank Tafel-Familien, in ausgesuchten Geschäften Geschenke für die Kinder zu kaufen, die die Tafel dort abholt und vor Weihnachten verteilt. "Ursprünglich wollten wir eine Bescherung für die Kinder machen", berichtet Furchert. Viele Eltern möchten ihren Kindern die Geschenke aber lieber selbst überreichen – weil sie sich darüber hinaus keine leisten können. "Das muss man verstehen", sagt Furchert.

Der Anstieg der Spenden hat allerdings auch einen Haken: "Mitte Januar ebbt es dafür stark ab", sagt Furchert. Sie legt im Dezember Vorräte an haltbaren Lebensmitteln an, um im Januar nicht mit leeren Händen dazustehen.

Direkt nach dem Fest können die Tafeln jedoch noch einmal aus dem Vollen schöpfen – besonders bei Süßigkeiten: "Die meisten Weihnachtsmänner verteilen wir nach Weihnachten", sagt Margot Furchert.

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