,Technik zum Anfassen’ setzte positive Signale

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Witzenhäuser Messe ,Technik zum Anfassen’ will mit Informationen und vielen Angeboten dem Fachkräftmangel entgegenwirken und positive Signale setzen

Witzenhausen. 48 Aussteller aus der Region konnten vom Vorsitzenden des Vereins ,MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik im Werra-Meißner-Kreis e.V.), Gerd Semmler, in diesem Jahr – gemeinsam mit der Pro Witzenhausen Gmbh, und der Geschäftsleitung von DEULA und HeRo – für die Messe ,Technik zum Anfassen’ gewonnen werden. Sie repräsentierten dabei ein breites Spekturm an Unternehmen, (Hoch)schulen, Universitäten, Verbänden und auch Kindergärten. Rettungsunternehmen und auch die Bundeswehr waren ebenfalls vertreten. Die Schirmherrschaft für die Messe hatte Staatsminister Tarek Al-Wazir übernommen.

Roboter in Aktion

Rund 3.000 Menschen strömten am letzten Sonntag in die Hallen der DEULA und HeRo, um sich ganz praktische Einblicke in die Welt der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu verschaffen. So konnten unter anderem Holzboote mit Gummimotor gebaut oder mit Magnetismus experimentiert werden, es wurde geschweißt, gelötet und gebohrt und der Werkstoff Kunst in seiner Bandbreite erforscht. Auch ein Roboter in Aktion konnte bestaunt werden.Zur Zielsetzung der Messe meint Semmler: "Wir wollen junge Menschen, vor allem auch Mädchen und junge Frauen für die Naturwissenschaft begeistern und mit Mitmachaktionen im wahrsten Sinne des Wortes Technik zum Anfassen anbieten. Gleichzeitig möchten wir allen Akteuren die Möglichkeit geben, über Berufe, Karrieremöglichkeiten, offene Stellen und Studiengänge zu informieren."

Die Idee für die deutschlandweite in dieser Form einzigartigen MINT-Messe wurde aus dem MINT-Bildungsforum gewonnen, welches sich im Kreis schon 2011 konstituierte. Einmal im Jahr wollte das Bildungsforum etwas Besonderes anbieten und Bürgermeisterin Fischer schlug die Organisation einer jährlichen Messe vor, was auf breite Zustimmung stieß. Die Relevanz der Messe zeigte sich auch in diesem Jahr durch die Präsenz von Vertretern aus Politik und Gesellschaft, wie beispielsweise dem neu ernannten Präsidenten der Universität Kassel, Reiner Finkeldey und den Landtagsabgeordneten von CDU, SPD und Grünen, Dirk Landau, Lothar Quanz und Sigrid Erfurth.

Besucher- und Ausstellerzahlen steigen

Die Besucherzahlen haben sich seit 2012 verdreifacht und alleine im Bezug zum Vorjahr hat sich die Zahl der Aussteller verdoppelt. Das liegt auch daran, dass in diesem Jahr das Thema "Ausbildung" stark in den Vordergrund getreten und von verschiedenen Firmen, Hochschulen und Verbänden entsprechend aufgegriffen wurde.Dem Fachkräftemangel im MINT Bereich begegnen unter anderem die WirtirtschaftsFörderungsGesellschaft Werra-Meißner-Kreis oder die Handwerkskammer mit kreativen Mitteln. Beide haben Apps wie den "Lehrstellenradar" entwickelt, die offene Ausbildungsplätze in der Region für den gewünschten Beruf anzeigen, um höhere "Matchingquoten" zu erreichen.

Jugend für Technik begeistern

Nancy Otto von der Handwerkskammer Kassel ermutigt junge Menschen, einfach vor Ort beim gewünschten Betrieb vorzusprechen: "Es gibt hier in der Region mehr Ausbildungsmöglichkeiten, als viele denken. Und gerade kleinere Betriebe ziehen das persönliche Vorstellungsgespräch dem Bewerbungsschreiben vor."Im nächsten Jahr wird die Messe wieder stattfinden. Gerd Semmler ist es ein Anliegen, dann nicht nur die Vertreter der Handwerksbetriebe wie die IHK, sondern die Betriebe selbst sowie ihre Innungen als Aussteller für die Messe zu gewinnen. Erste Signale von der Kreishandwerkerschaft Werra Meißner gab es hierfür schon. So ließ der Geschäftsführer Stephan Schenker wissen: "Auch wir wollen Nachwuchs für Technik begeistern."

Was ist MINT

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik und wurde als Initiative 2008 unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel gegründet, um deutschlandweit Fachkräfte mit Qualifikationen in den MINT-Fächern zu gewinnen und eine gemeinsame Plattform für alle Initiativen und Aktivitäten in der Öffentlichkeit zu schaffen.

Schule Begeisterung bei Kindern und Jugendlichen für die Themenfelder zu wecken. In MINT Projektwochen wird daher regional abgestimmt und insitutionsübergreifend an verschiedenen naturwissenschaftlichen Phänomenen wie z.B. dem Magnetismus oder Energiefragen gearbeitet.

Einmal im Jahr im Herbst veranstaltet der Verein die Messe "Technik zum Anfassen", sowie ein MINT-Kolloquium für Schüler der Fachhochschulen und gymnasialen Oberstufen des Kreises, er bietet Fortbildungen und Vorträge für Lehrkräfte und Erzieher an, unterstützt Schulen bei Bewerbungen um Zertfizierungen wie "MINT freundliche Schule" oder der Implementierung von Projekten und fördert im Rahmen des Projektes "Komm mach MINT" das Potential von Mädchen und Frauen für naturwissenschaftlich-technische Berufe.

Dem MINT Netzwerk im Kreis können alle Interessierten, seien es Verbände, Institutionen oder Privatpersonen beitreten. Vertretungsberechtigter Vorstand ist derzeit Gerd Semmler und die stellvertretende Vorsitzende ist Bürgermeisterin Angela Fischer.

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