Tierhalter aufgepasst: Gefährlicher Virus in Waldkappel bei Wildschwein nachgewiesen

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Die AK ist für Hunde und Katzen tödlich und bedroht auch den Bestand der Hausschweine. Sie kann daher bei Landwirten erhebliche wirtschaftliche Schäden hervorrufen.

Virusalarm! Schweinemastbetriebe, Hunde- und Katenhalter müssen vorsichtig sein, die Aujeszkyschen Krankheit (AK) wurde bei einem Wildschwein in Waldkappel nachgewiesen.

Waldkappel. Im Rahmen des sogenannten Wildschwein-Monitorings wurden am vergangenen Mittwoch bei der routinemäßigen Untersuchung einer Wildschweinblutprobe aus dem Raum Waldkappel durch das Hessische Landeslabor in Gießen Antikörper gegen das Virus der Aujeszkyschen Krankheit (AK) amtlich nachgewiesen. Anlass zur Panik besteht nach Auskunft von Dr. Eckhard Schinkel vom Fachbereich 5 – Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen nicht. Bei der AK handelt es sich um eine durch ein Herpes-Virus hervorgerufene Tierseuche, die bei einer Vielzahl von Säugetieren auftreten kann. Die Ansteckung erfolgt über Blut- und Schleimkontakt oder bei der Nahrungsaufnahme. Neben Haus- und Wildschweinen können Rinder, Schafe und Ziegen sowie insbesondere Hunde und Katzen erkranken. Die Symptome ähneln bei Hunden und Katzen der Tollwut, weshalb die AK auch als „Pseudowut“ bezeichnet wird.

Krankheit in den letzten zehn Jahren bei zehn Jagdhunden nachgewiesen

In Deutschland wurde in den vergangenen zehn Jahren bei insgesamt zehn Hunden eine AK-Infektion nachgewiesen. Alle waren Jagdgebrauchshunde, die nach unmittelbarem Kontakt mit Sauen an dieser Viruserkrankung verendet sind. Bei Hunden zählen starker Speichelfluss, auffallende Ruhelosigkeit oder Mattigkeit sowie starker Juckreiz oder schwankende Bewegungen zu den auffälligsten Symptomen.

Bei Hunden und Katzen immer tödlich

Grundsätzlich verläuft die Krankheit bei Hunden und Katzen stets tödlich. Ein Impfstoff gegen die AK existiert für Hunde und Katzen nicht. Das Vorkommen der Erkrankung stellt eine potenzielle Bedrohung für die Hausschweinebestände und Haustiere, besonders Hunde, dar. Alle Schweinehalter sollten daher die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen strikt einhalten. Jägern wird dringend empfohlen, keinen Aufbruch von Wildschweinen an Hunde zu verfüttern und den unmittelbaren Kontakt von Jagdhunden mit Wildschweinen zu minimieren.

Hochansteckende Krankheit vieler Säugetierarten 

Zum Schutz vor einer Infektion mit dem Erreger der Aujeszkyschen Krankheit sollten Hunde und Katzen nur mit vollständig durchgekochtem Fleisch von Haus- und Wildschweinen gefüttert werden. Die AK ist eine weltweit verbreitete hochansteckende Allgemeinerkrankung vieler Säugetierarten, wobei das Schwein der Hauptwirt ist.

In Hausschweinebeständen besteht die Gefahr von großen wirtschaftlichen Verlusten

In Hausschweinebeständen verursachen Ausbrüche der AK durch die Erkrankung der Tiere und Todesfälle erhebliche wirtschaftliche Schäden. Aus diesem Grunde wurde die AK in den deutschen Hausschweinebeständen über ein aufwendiges Bekämpfungsverfahren getilgt. In den letzten 20 Jahren wurde diese Erkrankung weder bei Haus- noch bei Wildschweinen im Werra-Meißner-Kreis nachgewiesen. Der Mensch ist für die Erkrankung nicht empfänglich, Fleisch von Wildschweinen und Hausschweinen kann daher bedenkenlos verzehrt werden.

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