Tourismus: Naturpark will Region als starke Marke etablieren

(V.li.) Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann, Naturpark- und WTMG-Geschäftsführer Marco Lenarduzzi, die bisherige WTMG-Geschäftsführerin Claudia Krabbes und Landrat Stefan Reuß schauen zuversichtlich in die touristische Zukunft des Kreises. Foto: Renneberg

Um eine touristische Vermarktung der Region aus einer Hand zu gewährleisten, bündelt der Naturpark die Aktivitäten ab 1. Januar unter seinem Dach.

Werra-Meißner. Ab 1. Januar bündelt der Werra-Meißner-Kreis sein Tourismus-Marketing unter dem Dach des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald. Dessen Geschäftsführer Marco Lenarduzzi hat bereits zusätzlich die Geschäftsführung der Werratal Tourismus Marketing Gesellschaft (WTMG) übernommen.

"Wir bauen Doppelstrukturen ab und schaffen Synergien", betonte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann. So verantwortet der Naturpark künftig die Planung und Umsetzung von touristischer Infrastruktur und Angeboten, und die WTMG übernimmt das Außenmarketing.

Deren bisherige Geschäftsführerin Claudia Krabbes bleibt der neuen Geschäftsstelle als eine von vier Mitarbeiterinnen erhalten – zwei WTMG-Stellen wurden im Zuge der Zusammenlegung gestrichen.

Geo-Naturpark-App geplant

Vorangegangen war ein zweieinhalbjähriger Planungs- und Umsetzungsprozess, blickte Landrat Stefan Reuß zurück. An dessen Ende hat der Landkreis unter anderem die WTMG-Anteile der Kommunen gekauft, so dass die Gesellschaft nun eine hundertprozentige Tochter des Werra-Meißner-Kreises ist.

Für die Gemeinden bringe das ausschließlich Vorteile mit sich, betonte Reuß: "Sie bekommen eine kostenlose Basisversorgung im Tourismus-Marketing – und können bei Bedarf kostenpflichtige Leistungen hinzubuchen."

Als Ziel für das kommende Jahr nannte Lenarduzzi unter anderem die Ausweisung als Geo-Naturpark. Zudem sollen die 20 Premiumwanderwege  gestärkt werden. Dazu soll auch eine Naturpark-App beitragen, die unter anderem per Barcode an den einheitlich gestalteten Infotafeln heruntergeladen werden kann, die sich in allen Gemeinden des Naturparks finden sollen. Für die App und die verbesserte Außendarstellung will der Naturpark bis 2018 rund 200.000 Euro in die Hand nehmen. Das Geld stammt zu großen Teilen aus dem Modellvorhaben Land(Auf)Schwung.Die App soll den Nutzern Infos zu dem jeweiligen Weg sowie Hinweise zu Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und Gastgebern entlang der Route bietet. "So kann der Urlauber unterwegs ein Zimmer buchen und zwei Stunden später einchecken", blickt Lenarduzzi voraus.

Mohnregion wird ausgeweitet

Das touristische Angebot soll vor allem in den Bereichen Rad- und Kanufahren sowie Wanderreiten ausgebaut werden. Zudem soll die Mohnblüte noch stärker als Alleinstellungsmerkmal in den Fokus rücken. Dafür ist unter anderem ein zweites Anbaugebiet in Grandenborn geplant.

Außerdem wird der Naturpark um Großalmerode, Sontra, Herleshausen, Nentershausen sowie Teile Hessisch Lichtenaus erweitert. Am 18. Januar soll dann auch der neue Name des Naturparks verkündet werden. Zuletzt hatten Gemeinden aus dem Werratal moniert, dass sie sich von dessen aktueller Bezeichnung nicht repräsentiert fühlten. "Ich bin überzeugt, dass wir einen Namen finden, in dem sich alle wiederfinden", sagte Landrat Stefan Reuß. Neben dem Werra-Meißner-Kreis ist der Landkreis Kassel zu einem Drittel am Naturpark beteiligt.

Lenarduzzi verwies zudem auf die Bedeutung des Namens für das Tourismus-Marketing: Im Vergleich zu Destinationen wie dem Harz sei die Region als Marke noch deutlich im Hintertreffen.

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