Traditionelle Chinesische Medizin an der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau

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(V.li.) Prof. Yan Zhao mit Dr. Jing Zhou, Dr. Yujun Luo sowie stehend Dr. Chen bei der Behandlung einer Patientin der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau. Wie fast alle Freiwilligen der Klinik war sie am Tag nach der TCM-Therapie komplett schmerzfrei. 

In Hessisch Lichtenau behandelten jetzt drei chinesische Mediziner nach der Methode der traditionellen chinesischen Medizin Patienten an der Orthopädischen Klinik

Hessisch Lichtenau. Eine konservative Behandlung sei immer einer Operation vorzuziehen, dies betont man immer wieder an der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau. Das bedeutet auch, dass man offen für neue oder aber in Deutschland unübliche Methoden sein sollte.

Schmerzen gebe es schließlich überall auf der Welt. Und so hatte man nun drei Mediziner aus der chinesischen Stadt Wuhan zu Gast. Darunter auch den in China sehr angesehenen Professor Yan Zhao vom Hubei Provincial Hospital of TCM. Er wurde von Dr. Jing Zhou und Dr. Yujun Luo begleitet. Die Gäste praktizierten für zwei Tage die traditionelle chinesische Medizin (TCM) an der Orthopädischen Klinik. Die Akupunktur ist dabei nur ein kleiner Bereich der TCM, es wird etwa auch mit Wärme oder Unterdruck gearbeitet. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern bzw. zu beseitigen.

Mehr als Akupunktur

„Die traditionelle chinesische Medizin umfasst natürlich weit mehr. Sie ist ein ganzheitliches Konzept und betrachtet den gesamten Körper. In den Tagen werden die Kollegen aus Wuhan auch nur einen kleinen Teil der TCM anwenden“, erklärt Dr. med. Lei Chen von der Orthopädischen Klinik. Und weiter: „Natürlich wendet man in China auch die Schulmedizin an, wie man sie etwa in Deuschland gewohnt ist, etwa wenn man mit anderen Methoden nicht mehr weiter kommt.“ Dr. med. Chen, der seit dem August 2015 in der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau arbeitet, war es auch, der die Idee zu dem Austausch hatte und den Kaufmännischen Vorstand, Stefan David, für die Idee begeistern konnte. Am ersten Tag kümmerte man sich um insgesamt sieben Patienten – die der TCM-Methode zustimmten – jede Behandlung dauerte rund eine Stunde.

Schmerzfrei am Folgetag

„Insgesamt fünf Patienten waren nach der Behandlung am folgenden Tag schmerzfrei, zwei weitere Patienten hatten noch Wundschmerzen, da diese erst kurz zuvor operiert wurden“, erklärte Nicolai Ulbrich, Pressesprecher der Orthopädischen Klinik. Der Besuch der Gäste zeigte daher Möglichkeiten für weitere Ansätze der TCM zur Schmerzbehandlung auf. Bisher gibt es für das Personal der Orthopädischen Klinik schon Fortbildungen für Akupunktur, welche Erweiterungen sich nach dem Besuch ergeben könnten, stehen noch nicht fest.

"Der erstmalige Besuch in Deutschland und die Vorstellung der TCM-Therapie an der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau war nicht nur eine Ehre und spannendes Erlebnis, sondern eine erfolgreiche Premiere. Wir hoffen und glauben, dadurch eine gute Ausgangslage für den weiteren Ausbau unserer geplanten Kooperation geschaffen zu haben und freuen uns schon auf einen hoffentlich baldigen Gegenbesuch einer Delegation der Orthopädischen Klinik bei uns am Universitätsklinikum Wuhan", sagte der 51-jährige TCM-Experte und Leiter der chinesischen Delegation.

Ein derartiger Gegenbesuch in Wuhan steht laut Vorstand auch im Raum, ein Termin ist jedoch noch nicht festgelegt. Doch nicht nur die Patienten der Klinik profitierten durch den Austausch, auch die Mediziner der Orthopädischen Klinik ließen sich die Methoden anschaulich erklären, um einen Einblick zu bekommen. Manches war zwar recht ungewohnt, doch man war begeistert sich von den Methoden und Behandlungserfolgen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

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