Das Treideln auf der Werra hat eine jahrhundertealte Geschichte

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So sieht die Rahmenplanung der Stadt für die Torwiese aus. Foto: Stadt

Bulle, Bock und Hinterhang: Die Werraschifffahrt wird bereits 947 urkundlich erwähnt - Ärger um einen Treidelpfad gab es schon im 19. Jahrhundert.

Von Elisabeth Bennighof

Eschwege. 947 wird die Werraschiffahrt erstmals indirekt urkundlich erwähnt. Otto I. musste einen Streit zwischen den Abteien Hersfeld und Fulda schlichten, die sich um die Fischereirechte  der Hösel, einem Nebenfluss der Werra bei Creuzburg, stritten.

Im 16. Jahrhundert findet die Werra-Schifffahrt im  Reisebericht des Pastors Urban Pierius von Birnfeld Erwähnung, und seitdem ist der regelmäßige Transport von Massengütern wie Getreide, Bier, Landwein und das Flößen von Holz belegt. Stromabwärts fuhren die Schiffe einzeln. Stromaufwärts segelten sie, wenn der Wind günstig wehte, es wurden gestakt oder sie wurden zu einer Mast verbunden und gezogen. Hierbei wurden drei Schiffe aneinander gebunden: Bock, Bulle und Hinterhang.

30 Männer oder 10 Pferde

Bis zu 30 Männer oder zehn Pferde zogen die Mast stromaufwärts und gingen dabei auf dem Treidelpfad. Es gab eine Verordnung des Landgrafen, die vorschrieb, dass der Bereich neben dem Fluss freigehalten werden muss, damit das Ziehen ohne Behinderung möglich war. Unumstritten war dies nicht, denn die Landwirte konnten die dieseFlächen nicht nutzen.

Der Werra-Weser-Weg war bei den Schiffern des 18. Jahrhunderts beliebt. Seine vergleichsweise wenigen Zollstellen und die niedrigeren Kosten machten ihn attraktiv.

Streit um den Treidelpfad gab es in Eschwege schon im 19. Jahrhundert. Der Pfad verlief von Jestädt kommend auf der Nordseite der Werra und endete am Bremer Rasen. Dort wurde abgespannt und bis zur Schleuse gestakt und gezogen. Die Pferde wurden über die zweite Werrabrücke geführt und dann ging der Leinpfad hinter den Häusern der Mangelgasse weiter bis zum großen Wehr. Die Pferde gingen durch die Werra und der Pfad wechselte ans Südufer. Bei zu hohem Wasserstand ging es für sie zurück in die Stadt und über die Brücke. Das bedeutete eine Verzögerung von 45 Minuten, schon damals war das im Transportgewerbe nicht beliebt.

Streit um den Treidelpfad

Gegenüber  dem  Wehr  am Südufer der Werra lagen die Döhlschen Weiden des Lederwarenfabrikant Johannes Döhle. Er wehrte sich dagegen, dass durch das Umspannen der Pferde regelmäßig Schaden an seiner Wiese entstand. Das kurhessische Kreisamt erließ 1837 ein Verbot und verhängte eine Strafe von drei Talern. Fünf Schuh, etwa drei Meter breit war der Leinpfad. 1843 wurde er auf Drängen der Stadt und des kurhessischen Kreisamtes auf das linke Ufer hinter der Schleuse verlegt. Der Streit war beigelegt.

In den Jahren 1836 bis 1841 fuhren zwischen 70 und 96 Masten pro Jahr durch Esch-wege, etwa 3006 Pferde und 501 Ladungen.

(Quellen: Eschwege Lexikon, Herbert Fritsche, Vom Fels zum Meer, Karl Heinz Binzer)

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