Turnhalle als Ersatz für Bürgerhaus?

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Die Turnhalle Südbahnhofstraße in Witzenhausen muss saniert werden - Umwidmung als öffentlicher Versammlungsraum wird diskutiert

Witzenhausen. Die Turnhalle Südbahnhofstraße, deren Eigentümerin die Stadt Witzenhausen ist, wartet schon seit längerer Zeit auf eine Sanierung. Vor allem die sanitären Anlagen müssen erneuert werden.In der letzten Sitzung des Witzenhäuser Stadtparlamentes wurde außerdem die Möglichkeit erörtert, das Gebäude als öffentliche Veranstaltungs halle besser nutzbar zu machen. Die Koalition stellte einen Antrag zur Aufnahme von Projektkosten im Investitionsprogramm in Höhe von 50.000 Euro.

Begriffsänderung erwünscht

Um weitere finanzielle Fördermöglichkeiten prüfen zu können, wies Stadtverordneter Jörg Losemann (CDU) darauf hin, dass die Begrifflichkeit ,Turn- und Festhalle’ in der Formulierung möglicherweise zu eingeschränkt sei. Er favorisiere die Begriffe ,Veranstaltungs- oder Versammlungshalle’.

Gesellschaftssaal wird benötigt

Horst Köhler (SPD) appellierte an die Anwesenden, die Turnhalle wieder für die Allgemeinheit zu öffnen. Es habe sich gezeigt, dass die ehemaligen Nutzer des nun geschlossenen Bürgerhauses Am Sande einen großen Versammlungsraum benötigen. "In der Turnhalle Südbahnhofstraße früher oftmals große Feste gefeiert und veranstaltet", sagte er. Die Turnhalle verfüge außerdem über eine Bühne.

Bürgermeisterin Angela Fischer stellte demgegenüber fest, dass die Dorfgemeinschaftshäuser in den Stadtteilen seit der Schließung des Bürgerhauses Am Sande wesentlich besser ausgelastet seien. Bei der Umnutzung der Turnhalle Südbahnhofstraße könnte es zu Konflikten mit den Schulen kommen, da die Halle für Sportunterricht und Sportveranstaltungen, auch von anderen Anbietern, genutzt werde.

Planungs- oder Sanierungskosten?

Weiterhin stelle sich die Frage, ob die 50.000 Euro als Planungskosten oder als Sanierungskosten betitelt werden sollten. Die unterschiedlichen Titel würden auch eine unterschiedliche Veranschlagung im Haushalt oder im Investitionsprogramm bedeuten.Sandra Heinzl (FWG) betonte, dass die Turnhalle kein Ersatz für ein Bürgerhaus sein könne. Aus ihrer Sicht würden die veranschlagten 50.000 Euro bereits für die Sanierung der sanitären Anlagen benötigt.Heidi Rettberg (Linke) hingegen möchte eine Alternative für größere Feiern in Witzenhausen und keine weitere ,städtische Bauruine’ schaffen; sie plädierte grundsätzlichfür eine Wert­erhaltung städtischer Gebäude.

Öffentliche Sitzung am 10.11.

Der Bauaussschuss wird sich in der öffentlichen Sitzung am Dienstag, 10. November, 19 Uhr, im Rathaussaal näher mit dem Thema befassen.

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