Über 1000 Teilnehmer bei der Menschenkette in Hessisch Lichtenau 

Menschenkette in Hessisch Lichtenau 2019.
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Menschenkette in Hessisch Lichtenau 2019.

Menschenkette für Toleranz schlängelte sich durch Hessisch Lichtenau

Hessisch Lichtenau. Bei rund 35 Grad und sengender Sonne fanden sich zwischen 1.000 und 1.500 Teilnehmer zur Menschenkette von Hirschhagen nach Hessisch Lichtenau ein.

So lautet die Schätzung von Dieter Vaupel, der die Kette einmal abfuhr. Die Menschenkette wurde von der Schülervertretung und Lehrern der Freiherr-vom-Stein-Schule in den vergangenen Monaten organisiert.

Den Opfern gedenken

Man wollte den Opfern der Nazi-Herrschaft gedenken und für Toleranz einstehen.

„Ich bin sehr begeistert, dass trotz dieser Hitze so viele Menschen hier teilgenommen haben“, erklärte Claudia Seiler, die die Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule bei den Planungen unterstützte.

Um 17.30 Uhr schloss sich die Menschenkette, um acht Bücher von Teilnehmer zu Teilnehmer zu reichen. Bei den Büchern handelt es sich um das Werk „Auf einem fremden unbewohnbaren Planeten“, das von den Erlebnissen Blanka Pudlers berichtet.

An einigen Stellen wurde auch aus dem Werk vorgelesen. Pudler musste in der Munitionsfabrik in Hirschhagen im Dritten Reich Zwangsarbeit leisten und war in Baracken in Hessisch Lichtenau untergebracht.

Die Menschenkette bildete den Fußweg der insgesamt 1.000 Zwangsarbeiterinnen, zu denen die minderjährige Pudler gehörte, nach. Puder starb vor nicht ganz zwei Jahren.

Ein wenig improvisiert 

Viele Teilnehmer improvisierten entlang der Kette, um die Lücken zu schließen, Tücher, vor allem aber auch Wollfäden halfen dabei. Diese wurden zwischen den Personen gespannt. 3.000 Menschen hätten es sein müssen, um die Kette vollständig zu schließen, ohne Hilfsmittel.

„Blanka wäre begeistert“

„Ich glaube Blanka wäre sehr begeistert, wenn sie sehen könnte, wie sehr man sich heute hier dafür eingesetzt hat, ein Zeichen für mehr Toleranz zu setzen“, erklärte Dieter Vaupel.

Vaupel selbst stand als finales Glied in der Menschenkette. „Was die Schüler hier organisiert haben verdient sehr viel Respekt und ich finde es außerordentlich, wie sehr sie sich engagiert hatten.

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